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Eishockey: DEB-Präsident Franz Reindl ist davon überzeugt, dass das Winter Game in Sinsheim Rückenwind für die WM in Köln und Paris bringt

„Eine neue Euphorie für unseren Sport“

Von unserem Redaktionsmitglied Christian Rotter

DEB-Präsident Franz Reindl empfand das Winter Game in Sinsheim als beste Werbung für die WM im Mai.

©  Pix

Mannheim. Franz Reindl war hin und weg. "Das lässt das Herz eines jeden Eishockey-Fans höher schlagen", sagte der Präsident des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) am Samstag beim Winter Game in Sinsheim, das die Mannheimer Adler mit 7:3 gegen die Schwenninger Wild Wings gewannen. Der 62-Jährige hofft auf eine Signalwirkung für die WM im Mai, die in Köln und Paris stattfindet.

Herr Reindl, im Mai findet die Eishockey-WM statt. Inwiefern gibt ein Event wie das Winter Game am Samstag in Sinsheim einen Push?

Franz Reindl: Dieses Event, das mit so viel Herzblut und Engagement von Daniel Hopp, seinem Team und den beiden Clubs betrieben wurde, war ein Eishockey-Fest für ganz Deutschland. Man merkt, dass Eishockey in Baden-Württemberg verwurzelt ist. Das Winter Game weckt neue Euphorie für unsere Sportart. Ich bin mir sicher, dass einige, die sich das Spiel live im Stadion oder vor dem Fernseher angeschaut haben und sonst nicht so viel mit Eishockey zu tun haben, hängenbleiben werden. Die überregionalen Übertragungen - und daran hapert es ansonsten ja - tun ihr Übriges. Davon wird unsere Heim-WM sicherlich profitieren.

Franz Reindl

  • Geboren wurde Franz Reindl am 24. November 1954 in Garmisch-Partenkirchen.
  • Der 181-fache Nationalspieler lief in der Eishockey-Bundesliga für den SC Riessersee (zwei deutsche Meisterschaften) und den SB Rosenheim (ein Titelgewinn) auf.
  • Seinen größten Erfolg feierte Reindl bei den Olympischen Spielen 1976 in Innsbruck, als er mit der Nationalmannschaft die Bronzemedaille gewann.
  • Als Generalsekretär des Deutschen Eishockey-Bundes war er 2010 für die Organisation der Heim-WM verantwortlich, seit Juli 2014 ist der heute 62-Jährige DEB-Präsident.

Mit welchen Zielen geht das DEB-Team in die WM im Mai?

Reindl: Die Voraussetzungen sind anders als bei der Heim-WM 2010, als wir sensationell ins Halbfinale gestürmt sind. Wir haben jetzt sieben Spiele in der Vorrunde vor der Brust und nicht drei wie damals, als du einen glücklichen Sieg gebraucht hast, um in die nächste Runde einzuziehen. Nach diesen sieben Partien unter den besten vier Teams zu stehen - das ist eine ganz andere Herausforderung. Das Glück spielt weniger eine Rolle, es kommt auf die Qualität an. Wir haben große Gegner in der Gruppe wie die USA, Russland oder Schweden und andere wie die Slowakei, Lettland und Dänemark, mit denen wir auf Augenhöhe sind. Es wird ein heißer Kampf um den vierten Platz. Ich freue mich auf die WM, weil ich weiß, dass wir gut vorbereitet ins Turnier starten werden. Auch die Terminplanung der DEL, die ein bisschen früher ihren Meister gefunden haben wird, kommt uns natürlich entgegen.

2010 hat der Sieg auf Schalke gegen die USA vor 77 803 Zuschauern Kräfte freigesetzt. Ein ähnlicher Turnierauftakt wäre sicherlich wünschenswert, oder?

Reindl: Wir haben ein ganz hartes Auftaktprogramm. Die Amerikaner sinnen schon auf Revanche für ihre Niederlage in der Arena auf Schalke 2010. Sie freuen sich, dass sie diesmal nicht in einem Fußball-Stadion gegen uns ranmüssen. Und danach kommen die Schweden und Russen. Ich bin aber trotzdem davon überzeugt, dass wir das Potenzial haben, den vierten Platz in unserer Gruppe zu erreichen.

Wie laufen die Vorbereitungen, wie viele Tickets sind verkauft?

Reindl: Der Kartenverkauf läuft sehr gut, wie liegen über den Planungen. Besonders in Köln, aber auch in Paris hat er erheblich angezogen. In der gleichen Halle findet im Januar ja die Handball-WM statt. Das ist eine Herausforderung für meine französischen Kollegen. In Köln sind die deutschen Spiele und die K.o.-Runde stark nachgefragt. Am ersten Wochenende sind wir im Grunde voll, das ist ein starkes Signal! Russland wird wie 2010 eine zweite Heim-Mannschaft in Köln sein. Das deutsche Team zieht hervorragend, weil es mit der Olympia-Qualfikation einen Maßstab gesetzt und bei den Fans große Hoffnungen geweckt hat.

Sie haben den Aufschwung unter Marco Sturm angesprochen. Wie wichtig ist das Trainerteam um den Bundestrainer?

Reindl: Als wir den Bundestrainer-Posten neu besetzt haben, war Daniel Hopp mit dem Präsidium der Meinung, dass wir einen deutschen Trainer brauchen, der Emotionen weckt und die Spieler so begeistert, dass sie wieder gerne zur Nationalmannschaft kommen. Gleich im ersten Jahr hat Marco Sturm den Deutschland Cup gewonnen und bei der WM in Russland das Viertelfinale erreicht. Die Olympia-Qualifikation, war existenziell fürs deutsche Eishockey. Wir hätten uns nicht erlauben können, nicht 2018 in Pyeongchang dabei zu sein. Das wäre eine Katastrophe gewesen! Da spielt auch Geoff Ward eine Rolle, der Marco Sturm von Anfang an begleitet hat.

Wird der ehemalige Adler-Trainer auch bei der Heim-WM in diesem Jahr zum Trainerstab gehören?

Reindl: Ja, sobald er frei ist, wird er kommen. Geoff Ward hat ein anderes Element in den Trainerstab gebracht, der nun davon profitiert. Deshalb wurde Geoff Ward von Marco Sturm integriert.

Es werden auch einige Mannheimer Spieler im WM-Kader stehen. Wie wichtig ist das Jungadler-Nachwuchsprojekt für das deutsche Eishockey?

Reindl: Als das Jungadler-Projekt 1999 entstand, kam das einer Sensation gleich. Mit der finanziellen Unterstützung der Familie Hopp haben die Mannheimer einen neuen, zukunftsweisenden Weg eingeschlagen, der in Europa zu diesem Zeitpunkt einzigartig war. Das Projekt hatte Signalwirkung, von der der Eishockey-Sport in ganz Deutschland profitiert, und andere animiert, es gleich zu tun. Viele Spieler, die heute in der Nationalmannschaft auflaufen, sind in Mannheim ausgebildet worden. Mit einer Altersklassenanpassung wird man demnächst vielleicht den einen oder anderen Jungadler mehr in der aktuellen DEL-Mannschaft sehen als bisher.

Trotz des Jungadler-Projekts spielen die wichtigsten deutschen Nachwuchsmannschaften zweitklassig. Wie kann Deutschland zu den Top-Nationen aufschließen?

Reindl: Unter Bundestrainer Marco Sturm hat sich unsere A-Nationalmannschaft in der Weltrangliste von Platz 13 auf Rang 10 geschoben und ist im Schnitt jünger geworden. Das heißt, dass im Nachwuchsbereich schon etwas passiert ist. Ob man mit der U 20 unbedingt in der höchsten Liga spielen muss? Ich weiß nicht, ob das das primäre Ziel sein muss! Zuletzt war es immer so, dass wir nur dann aufgestiegen sind, wenn wir Super-Talente wie einen Leon Draisaitl dabei hatten. Waren diese zu alt, ging es wieder runter. Noch wichtiger ist die Ausbildung der Spieler während des ganzen Jahres, um konstant oben spielen zu können.

© Mannheimer Morgen, Mittwoch, 11.01.2017
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Bundesliga:

1991 Düsseldorfer EG

1992 Düsseldorfer EG

1993 Düsseldorfer EG

1994 EC Hedos München

 

Deutsche Eishockey Liga (DEL):

1995 Kölner Haie

1996 Düsseldorfer EG

1997 Adler Mannheim

1998 Adler Mannheim

1999 Adler Mannheim

2000 München Barons

2001 Adler Mannheim

2002 Kölner Haie

2003 Krefeld Pinguine

2004 Frankfurt Lions

2005 Eisbären Berlin

2006 Eisbären Berlin

2007 Adler Mannheim

2008 Eisbären Berlin

2009 Eisbären Berlin

2010 Hannover Scorpions

2011 Eisbären Berlin

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