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Samstag, 25.05.2013

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Eishockey: Mannheim macht beim 5:3-Sieg gegen die Hamburg Freezers einen 0:3-Rückstand wett und übernimmt nach Kölns Patzer die Tabellenführung

Hattrick – Lehoux küsst Adler wach

Von unserem Redaktionsmitglied Christian Rotter

Die Lehoux-Faust. Beim 5:3 gegen die Hamburg Freezers schoss der Kanadier drei Tore für seine Adler, einen weiteren Treffer gaben die Schiedsrichter nicht.

©  Binder

Mannheim. Zur Feier des Tages durfte Sieggarant Yanick Lehoux sogar die Humba anstimmen. Nachdem der Kanadier beim 5:3 (0:3, 3:0, 2:0)-Erfolg der Adler gegen die Hamburg Freezers nach einem 0:3-Rücksand mit drei Toren eine irre Aufholjagd angeführt hatte, ließen die Fans den 30-Jährigen hochleben. "Bei mir hat fast alles geklappt, es hat Spaß gemacht", sagte Lehoux, der mit den Mannheimern die Tabellenführung übernahm, weil die Kölner Haie den Eisbären Berlin mit 0:3 unterlagen.

"Wir haben heute Yanicks Offensivfähigkeiten gebraucht", lobte Harold Kreis den Matchwinner. Allerdings vergaß der Trainer in seiner Analyse den schläfrigen Start seines Teams nicht: "Ich habe den Jungs in der ersten Drittelpause gesagt, dass sie den Respekt ablegen sollten. Was sollte unsere Vorstellung im ersten Abschnitt? Stellvertretend für unsere Fans hatte auch ich viele Fragezeichen auf der Stirn."

Nach den ersten 20 Minuten kassierten die Blau-Weiß-Roten Pfiffe von den Rängen - zurecht. Sie ließen im Verfolgerduell alles vermissen, um gegen die Mannschaft der Stunde - Hamburg reiste mit sechs Siegen in Folge an - erfolgreich zu sein: Sie verloren fast jedes Bully und viele Zweikämpfe. Nach dem 0:1 durch Mathieu Roy, der in Überzahl Mannheims Torhüter Dennis Endras von der blauen Linie überraschte (10.), brachen zunächst alle Dämme.

Drittelergebnisse: 0:3, 3:0, 2:0

Die Adler: Endras - Sifers, D. Seidenberg; Janik, Wagner; N. Goc, Belle; Reul - Glumac, MacDonald, Höfflin; Mitchell, M. Goc, Y. Seidenberg; Mauer, Lehoux, Arendt; Plachta, El-Sayed, Kink.

Tore: 0:1 Roy (9:37), 0:2 Pettinger (11:52), 0:3 Murphy (17:38), 1:3 Lehoux (22:58), 2:3 Lehoux (24:59), 3:3 Kink (29:41), 4:3 Lehoux (40:30), 5:3 MacDonald (58:58).

Schiedsrichter: Stephan Bauer (Nürnberg) und Florian Zehetleitner (Oberstdorf).

Zuschauer: 10 748. - Strafminuten: Mannheim 8 - Hamburg 9 plus Spieldauer-Disziplinarstrafe gegen Schubert. - Nächstes Spiel: Düsseldorfer EG - Adler (Dienstag, 19.30 Uhr).

Als Fehlerteufel tat sich Doug Janik hervor, der das 0:2 (12.) auf seine Kappe nehmen musste. Der Amerikaner hatte zweimal die Möglichkeit zu klären, mit Fehlpässen begünstigte er aber Matt Pettingers Tor. Adam Mitchell (14.), Marcel Goc (15.) und Craig MacDonald (16.) verpassten die Antwort, stattdessen hieß es sogar 0:3. Niki Goc ließ sich umkurven, Colin Murphy vollstreckte (18.).

Vor allem ein Mann stemmte sich gegen die drohende Niederlage: Lehoux weckte seine Adler aus ihrem Tiefschlaf. In zwei Minuten machte der Kanadier aus dem 0:3 ein 2:3. Erst schloss er eine Kombination über Jaime Sifers und Frank Mauer ab (23.), dann überraschte er Torhüter Niklas Treutle im kurzen Eck (25.). Nachdem Endras gegen Rob Collins einen weiteren Rückschlag vereitelt hatte (26.), startete Lehoux erneut durch. Doch das 3:3 war Kapitän Marcus Kink vorbehalten (30.).

Mannheim verlor zwar das Momentum - Endras rettete gegen Jerome Flaake (34.) -, doch Lehoux drehte den Spieß endgültig um. Das dachten jedenfalls die 10 748 Zuschauer. Zunächst entschieden die Schiedsrichter auf Tor, dann bemühten Stephan Bauer und Florian Zehetleitner den Videobeweis und verweigerten dem vermeintlichen 4:3 wegen Torraumabseits' die Anerkennung. "Das hat uns nicht erschüttert", sagte Kreis, der auf die Unparteiischen nicht gut zu sprechen war. Stattdessen schickten die Schiris Hamburgs Schubert nach einem Foul an Kink zum Duschen.

Auch von dieser Entscheidung ließen sich die Adler nicht beeinflussen. In der folgenden fünfminütigen Überzahl netzte Lehoux erneut ein - diesmal zählte das 4:3 (41.). Da Endras gegen Brandon Reid (53.) seine Klasse bewies, blieb es bis kurz vor Schluss spannend.

Als Freezers-Trainer Benoit Laporte alles auf eine Karte setzte und Treutle im Powerplay zugunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis nahm, sorgte MacDonald mit seinem Schuss in den leeren Kasten für die Entscheidung (59.). Mann des Abends war aber ein anderer: Minutenlang feierten die Fans den überragenden Lehoux mit Sprechchören.

© Mannheimer Morgen, Montag, 19.11.2012
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