Eishockey:
Kanadier feiert beim glücklichen 5:4-Sieg der Adler seinen zweiten Hattrick in Folge
„Verrückter“ Lehoux schlägt DEG im Alleingang
Von unserem Mitarbeiter Thomas Schulz
Nachdem Lehoux die ersten beiden Adler-Tore vorbereitet hatte, ließ er einen lupenreinen Hattrick folgen. Hier bezwingt er Goepfert zum 5:3.
© Michael Ruffler
Düsseldorf.
Nur mit größter Mühe, Zittern, Glück und dank eines überragenden Yanick Lehoux haben die Mannheimer Adler gestern Abend eine Blamage verhindert. Das Team von Trainer Harold Kreis gewann beim personell dezimierten Schlusslicht Düsseldorfer EG glücklich mit 5:4 (2:1, 0:2, 3:1). Lehoux erzielte mit einer feinen Einzelleistung (48.), einem Distanzschuss (54.) und einem Solo nach Pass von Mauer (56.) seine Saisontore acht bis zehn - und den zweiten Hattrick in Folge. Insgesamt bot der Tabellenführer allerdings eine schwache Vorstellung.
Die Blau-Weiß-Roten mussten neben Ken Magowan (Gehirnerschütterung) auch auf Yannic Seidenberg verzichten. Der Angreifer wurde am späten Montagabend für sein Foul aus der Partie in Ingolstadt für zwei Spiele gesperrt. Dafür konnte Christoph Ullmann nach überstandenen Magenproblemen wieder mitwirken. Da hatte es die Düsseldorfer personell viel härter getroffen. Neben den verletzten Drew Paris, Michael Catenacci, Tino Boos und Marco Habermann fehlte auch das gesperrte Duo Marc Zanetti und Alex Henry. Über dessen erst gestern Vormittag ausgesprochene Strafe von sechs Spielen wird sehr kontrovers diskutiert. "Das Foul von Yannic Seidenberg war vielleicht schlimmer, aber Henrys Gegenspieler hat sich schwerer verletzt", sagte DEL-Ligenleiter Jörg von Ameln.
So schien das Spiel eine klare Angelegenheit zu sein und auch zügig seinen erwarteten Lauf zu nehmen. Nach gerade einmal 108 Sekunden drückte Arendt ein Zuspiel des zuletzt überragenden Lehoux zur Führung ein. Die DEG aber wehrte sich, und die Adler schienen sich zu sicher zu fühlen. Nach neun Minuten verlor El-Sayed die Scheibe, die über Ridderwall und Turnbull zu Bostrom kam. Der überwand Brückmann, der auch im dritten Saison-Duell mit der DEG zwischen den Pfosten stand, zum 1:1. Glück für die Gäste, dass Dennis Seidenberg nach einem Foul an Kreutzer nicht auf die Strafbank musste. Dieses Los traf kurz darauf Düsseldorfs Martens, was ausgerechnet Seidenberg zu seinem ersten Saisontor nutzte - 1:2 (16.).
Schwaches zweites Drittel
Alles gut? Von wegen. Die Adler waren mit ihren Gedanken wohl noch in der Kabine, als sie die Torsirene aufschreckte. Daniel Kreutzer hatte nur 19 Sekunden nach Beginn des zweiten Drittels das 2:2 geschafft. Es kam noch schlimmer. In der 28. Minute ließen zwei Nachwuchsspieler der DEG die Mannheimer wie Anfänger aussehen. Preibisch düpierte Niki Goc, Strodel verwandelte zum 3:2 für die Gastgeber, die nach der Lehoux-Gala noch zum 4:5 durch Bostrom kamen (58.) und damit bei den Adlern das große Zittern auslösten. Doch selbst in einer 3:6-Unterzahl kurz vor Schluss, als Arendt und Sifers auf der Strafbank saßen und DEG-Torhüter Goepfert sein Tor zugunsten eines sechsten Feldspielers verlassen hatte, hielt die glückliche Mannheimer Führung.