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Eishockey: Mannheimer Adler sorgen mit dem 7:3-Sieg im Baden-Württemberg-Duell mit Schwenningen für den sportlichen Höhepunkt des 3. DEL Winter Game

Zehn Tore und einsetzender Schneefall: Ein besonderes Spiel vor 25 022 Fans

Von unserem Redaktionsmitglied Christian Rotter

Die Adler Mannheim sind die Sieger des 3. DEL Winter Game. Torhüter Dennis Endras sorgte mit seiner Wahnsinnsparade gegen Tim Bender für den Schlüsselmoment der Partie, Doppel-Torschütze Kolarik feiert seinen "Chad-Trick, Christoph Ullmann & Co. entern das Kanu (unten von links nach rechts).

© City-Press (3)/Binder (1)

Sinsheim. Als Mannheims "Billardspieler" Chad Kolarik an diesem besonderen Tag zum zweiten Mal perfekt Bande gespielt und zum 5:3 eingelocht hatte (54.), löste sich auf der Adler-Bank die Anspannung. Jetzt wussten die Blau-Weiß-Roten: Den Sieg beim 3. DEL Winter Game würden sie sich nicht mehr nehmen lassen. Die lange Zeit widerspenstigen Schwenninger waren geschlagen, die drei Punkte eingesackt. Nachdem Matthias Plachta (57.) und Marcus Kink mit einem kuriosen Schuss ins verwaiste Tor (59.) den 7:3 (1:1, 3:2, 3:0)-Endstand perfekt gemacht hatten, gab es vor 25 022 Zuschauern in der Sinsheimer Rhein-Neckar-Arena kein Halten mehr.

Christoph Ullmann enterte ein Kanu, das als Dekoration der Winterlandschaft diente, seine Leichtmatrosen Danny Richmond, Jamie Tardif und Andrew Joudrey griffen zu den Paddeln - da wollten natürlich auch Torhüter Dennis Endras und Plachta mitmischen. Vor dem riesigen Mannheimer Fanblock stimmte der zweifache Adler-Torschütze die "Humba" an, in einer Sinsheimer Disco endete die Party erst spät.

"Genugtuung für die Fans"

3. DEL Winter Game

  • Drittelergebnisse: 1:1, 2:3, 0:3.
  • Schwenningen: MacDonald - Bender, Gysbers; Kaijomaa, Trivellato; Brückner, Hunkes - Schmölz, Acton, Samson; Maurer, El-Sayed, Hansen; Kurth, Hult, Bartalis; Palausch, Danner, Herpich.
  • Die Adler: Endras - Carle, Akdag; Colaiacovo, Richmond; Reul, N. Goc - Kolarik, M. Goc, Adam; Tardif, Festerling, Wolf; Ullmann, Raedeke, Plachta; Kink, Joudrey, Arendt; Sparre.
  • Tore: 0:1 Raedeke (5:51), 1:1 Acton (16:47), 2:1 Acton (20:39), 2:2 Plachta (29:49), 2:3 Adam (31:26), 2:4 Kolarik (33:40), 3:4 Samson (34:04), 3:5 Kolarik (53:21), 3:6 Plachta (56:27), 3:7 Kink (58:33).
  • Schiedsrichter: Daniel Piechaczek (Ottobrunn) und Gordon Schukies (Herne).
  • Zuschauer: 25 022 in der Sinsheimer RheinNeckar-Arena.
  • Strafminuten: Schwenningen 4 - Mannheim 12.
  • Nächstes Spiel: Adler - ERC Ingolstadt (Mittwoch, 11. Januar, 19.30 Uhr/SAP Arena).

"Es war ein tolles Event. Wir wissen, dass viel Arbeit dahinter steckt", erklärte Ullmann. Der am Ende zu hoch ausgefallene Erfolg im Baden-Württemberg-Duell bei minus vier Grad Celsius rundete den aus Mannheimer Sicht perfekten Tag ab: "Unsere Fans haben uns mit der riesigen Choreographie eingestimmt, sie haben so lange in der Kälte ausgeharrt und uns angefeuert. Es war uns eine Genugtuung, dass wir ihnen diesen Sieg schenken konnten", sagte der 33-Jährige, der Brent Raedekes 1:0 in der sechsten Minute mit einem tollen Pass mustergültig vorbereitete.

Die Adler, die den Schwenningern das Heimrecht quasi abgekauft hatten, scheuten weder Kosten noch Mühen, um die Zuschauer ins Sinsheimer Winterwunderland zu entführen. Unmittelbar nach dem 1:1-Remis der TSG 1899 Hoffenheim in der Fußball-Bundesliga gegen Werder Bremen am 21. Dezember rückten die Arbeiter an. Über einen Steg liefen die Protagonisten zum "See", 5000 Schilfpflanzen dekorierten die Winterlandschaft, Kanus waren am Ufer vertäut.

"Wir haben uns vorgenommen, nicht so viel über das Drumherum nachzudenken, doch das war leichter gesagt: Auch weil wir zu viel nachgedacht haben, sind wir nur schwer in die Partie gekommen", sagte Kolarik. Will Acton drehte mit seinem Doppelschlag die Partie (17./21.), erst nach Matthias Plachtas fulminantem 2:2-Ausgleich in Überzahl (30.) gewannen die Adler Flughöhe.

Luke Adam staubte nach Vorarbeit des bärenstarken Marcel Goc zum 3:2 ab (32.), ehe Kolarik mit seinem "Chad-Trick" zum ersten Mal Einfalls- und Ausfallswinkel richtig berechnete: Hinter dem Tor stehend schoss der Amerikaner Wild-Wings-Goalie Joey MacDonald an, von dessen Rücken sprang der Puck ins Netz (34.). Zwar verkürzte Jerome Samson im Powerplay auf 3:4 (35.) aus Sicht der Schwenninger, doch da Kolariks nächster Pass-Schuss-Versuch von Jiri Hunkes' Schlittschuh über die Linie rutschte, durften die Adler die letzten Spielminuten auf dem Eis genießen.

"Mein erstes Tor war so gewollt, das zweite eher nicht, das gebe ich zu", erklärte Kolarik, der nun bereits 17 Saisontreffer verbucht hat. "Wie wichtig Chad für uns ist, wird jeder sehen, wenn er nach der Hauptrunde mehr als 20 Tore geschossen hat", sagte Manager Teal Fowler über das "Phantom", das häufig nicht auffällt, oft aber aus dem Nichts zuschlägt.

Da Endras dem im zweiten Drittel einsetzenden Schneefall trotzte und der Goalie in der 49. Minute gegen Tim Bender seine Klasse zeigte und auch Actons Nachschuss unter sich begrub (Kolarik: "Das war eine der besten Paraden, die ich je gesehen habe. Das ist Dennis Endras, bei ihm ist nichts unmöglich"), konnten die Mannheimer sich einige Späße erlauben - allen voran Ullmann. Der Routinier schnappte mit dem Mund nach dem Schnee. "Ich habe nur geschaut, dass keine gelben Flocken dabei sind", erklärte der als Entertainer in der Mannschaft bekannte Angreifer, der auch die Nachfrage nach der schwarzen Kriegsbemalung unter den Augen mit einer guten Portion Humor beantwortete: "In der Kabine habe ich eine Schminkkartusche gesehen und bemerkt, dass sich die anderen was unter die Augen schmieren - das habe ich halt auch gemacht. Sinn und Zweck müsst ihr bei Wikipedia nachschlagen."

Nach Kolariks zweitem Streich zum 5:3 fingen die Adler sogar an zu zaubern. Raedeke hatte sich bei seinem Sturmkollegen wohl etwas abgeschaut. Er spielte Doppelpass mit der Bande, ehe er Plachtas Traumtor zum 6:3 auflegte. Das Duell war entschieden, vorbei jedoch noch nicht. Als Schwenningens Coach Pat Cortina im Powerplay alles auf eine Karte setzte und seinen Torhüter für einen sechsten Feldspieler vom Eis nahm, visierte Endras den leeren Kasten an - sein Schuss wurde abgefangen.

"Der Puck hat angefangen zu springen", sagte er. Marcus Kink holte Versäumtes nach, dem Kapitän brach beim Torschuss der Schläger. Während der Puck den Weg ins Netz fand, segelte die Kelle vorbei. "Das hat er wirklich souverän gemacht", konnte sich Endras einen Seitenhieb nicht verkneifen, und Fowler meinte: "Wäre die Scheibe auf der Linie liegengeblieben, wäre Marcus in die Geschichte eingegangen." Das taten die Adler aber ohnehin beim außergewöhnlichen Winter Game.

© Mannheimer Morgen, Montag, 09.01.2017
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