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Eishockey: Früherer Nationaltorhüter und Meister von 1980 Erich Weishaupt wird 60

Mannheim nie aus den Augen verloren

Von unserem Mitarbeiter Benjamin Marth

Erich Weishaupt feierte 1980 mit dem MERC die deutsche Meisterschaft im Tollhaus Friedrichspark.

© imago

Kaufbeuren/Mannheim. Als die Mannheimer Adler vor knapp vier Wochen im Finale gegen die Eisbären Berlin den Serienausgleich schafften, applaudierte auf der Tribüne einer der Meisterhelden von 1980. Erich Weishaupt, damals als Torhüter einer der Garanten für den Erfolg, verfolgte das Spiel mit seiner Familie und sah die Adler auf dem Weg, es ihm nachzumachen. Doch in der Endabrechnung wurde es bekanntlich nichts.

"Leider hat es mit dem Titel nicht geklappt ", hadert Weishaupt mit der vergebenen Chance. Die Adler schienen die Berliner bereits niedergerungen zu haben, gaben den sichergeglaubten Titel dann doch noch aus der Hand. Grund zur Freude hat Weishaupt jedoch heute, wenn er seinen 60. Geburtstag feiert. Ein Alter, das man ihm nicht ansieht und das er selber gar nicht wahrnimmt. Es sprüht so viel Energie aus ihm.

Nichts mit Beine hochlegen

Neben seinem Labor für Dentaltechnik betreibt Weishaupt seit kurzem mit seiner Frau Gabi das Bistro-Café "La Baronessa" in der Kaufbeurer Innenstadt. In naher Zukunft ist also nichts mit Beine hochlegen. Solange der Körper mitmacht, möchte Weishaupt arbeiten. Außerdem fügt er schmunzelnd an: "Meine Frau ist jünger als ich. Ich kann mich doch nicht auf die faule Haut legen und warten, bis sie nach Hause kommt."

Faul sein, das war und ist nicht seins. Schon als Aktiver hat er für die Zukunft vorgebaut, neben dem Sport studiert und gearbeitet. Ihm war klar, dass es ein Leben nach der Eishockey-Karriere geben wird. Bei all seinen Stationen nahm er neben sportlichen Erfolgen, darunter zwei deutsche Meistertitel, auch Wissen für später mit.

Viel fürs Leben habe er gelernt, als er 1975 seine Heimat gen Berlin verließ. Für den jungen Mann aus dem behüteten Bayern sei das zunächst beängstigend gewesen, in einer Stadt zu leben, die von einer Mauer umgeben war. "Aber das hat sich schnell gelegt, nachdem ich eine Weile dort war", erinnert sich Weishaupt. Es habe sich eher so angefühlt, als würde man auf einer Insel wohnen."

Seine beste Zeit erlebte der Torhüter jedoch in Mannheim. Dort wurde er 1979 Spieler des Jahres und in der darauffolgenden Saison Meister: "Die Euphorie und Stimmung im aus allen Nähten platzenden Friedrichspark war unglaublich." Der Titel mit Mannheim war für den Allgäuer etwas Besonderes, hatte er doch eine andere Rolle als vier Jahre zuvor in Berlin. "Bei den Adlern war ich eine tragende Figur in der Mannschaft und musste Verantwortung übernehmen", sagt Weishaupt zurückblickend.

Größer Erfolg: Olympia-Bronze

Mit dem Bundesadler auf der Brust feierte er seinen größten Erfolg. 1976 gewann die Auswahl des Deutschen Eishockey Bundes sensationell die Bronzemedaille bei den Olympischen Spielen in Innsbruck. Noch heute glänzen seine Augen, wenn er an die Spiele zurückdenkt. Der Moment, in dem ihm die Medaille umgehängt wurde, "war für mich der größte Moment, den ein Sportler erleben kann. Was soll danach noch mehr kommen?", fragt Weishaupt.

In seiner Karriere hatte er viele Gründe zu feiern, privat mag er es eher ruhiger. Deshalb kommen zum Geburtstag nur die Familiemitglieder und engsten Freunde. Wer mit Erich Weishaupt noch anstoßen möchte, der kann das sicher in kommenden Saison tun, sind doch die Kontakte in die Quadratestadt noch immer bestens. Mit Marcus Kuhl und der Familie Hopp tauscht sich der Allgäuer regelmäßig aus. Eine Rückkehr nach Mannheim ist also nicht ausgeschlossen.

© Mannheimer Morgen, Mittwoch, 16.05.2012
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