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Fußball: Nach Startschwierigkeiten bei Bayer Leverkusen will der Ex-Hoffenheimer im Bundesliga-Endspurt durchstarten

Volland sucht seine Hauptrolle

Von unserem Redaktionsmitglied Jürgen Berger

Nationalspieler Kevin Volland (r.), hier im Zweikampf mit Jose Maria Gimenez von Atlético Madrid, kehrt am Samstag erstmals nach Sinsheim zurück.

© dpa

Leverkusen/Mannheim. Dass Kevin Volland den Schritt zu einem Champions-League-Teilnehmer irgendwann einmal machen würde, ja musste - das war klar. Zu rasant verlief die Entwicklung des Allgäuers im Trikot der TSG Hoffenheim. Der Stürmer, der vier Jahre in Heidelberg wohnte, wurde im Kraichgau Nationalspieler - und das Gesicht der TSG. Im vergangenen Sommer zog es Volland nach einer sportlich enttäuschenden Bundesliga-Saison für 20 Millionen Euro folglich zu Bayer Leverkusen. Doch glücklich wurde der 24-Jährige, der heute (15.30 Uhr) mit der Werkself erstmals in die ausverkaufte Sinsheimer Rhein-Neckar-Arena zurückkehrt, im Rheinland bisher nicht.

Während die TSG unter Trainer Julian Nagelsmann von der Teilnahme an der Königsklasse träumen darf, braucht Vollands neues Team als Tabellenzehnter dringend einen Lauf, um den Sprung in die Europa League noch schaffen zu können. Abgeschrieben hat der Bayer dieses Ziel aber noch lange nicht. Er nähert sich langsam wieder seiner Topform. "Wir sind auf einem guten Weg. Der Auftritt war leidenschaftlich und wir haben wenig zugelassen", kommentierte Volland das 0:0 im Achtelfinal-Rückspiel bei Atlético Madrid am Mittwochabend. Zu seiner ausgelassenen Doppelchance in der 68. Minute sagte er: "Das war eine bittere Szene. Das muss ich besser machen."

Der Angreifer gibt sich nach dem Aus in der Königsklasse kämpferisch. Er will in den verbleibenden zehn Bundesliga-Spielen unter dem neuen Trainer Taifun Korkut beweisen, was in ihm steckt. "Wir müssen zusammenrücken und uns da rausziehen", fordert der frühere Hoffenheimer. Mit seinem ersten Halbjahr bei Bayer kann er nicht zufrieden sein. Nach einer guten Sommervorbereitung folgten einige Rückschläge. Volland hatte sich den Sprung leichter vorgestellt. "Ich hatte Spiele, bei denen ich selbstkritisch genug bin, um zu sagen: Das war nix, Kevin", räumte der Nationalspieler, der nicht für die EM nominiert worden war, zu Beginn des Wintertrainingslagers ein. Ausreden sucht Volland nicht - auch wenn es durchaus nachvollziehbare Gründe dafür gibt, dass er bislang hinter den Erwartungen zurückgeblieben ist. Lediglich drei Mal hat er in der Liga getroffen, ein Mal in der Champions-League-Vorrunde bei ZSKA Moskau. Das hatte sich Volland, der Hoffenheim auch verlassen hat, um bessere Chancen bei Bundestrainer Joachim Löw zu haben, anders vorgestellt.

Kevin Volland

  • Der Stürmer wurde am 30. Juli 1992 in Marktoberdorf geboren.
  • In der Jugend spielte Volland für seinen Heimatverein Thalhofen, Memmingen und Thannhausen. 2007 wechselte Volland zum TSV 1860 München.
  • In der Saison 2012/13 debütierte der Angreifer für die TSG Hoffenheim in der Bundesliga. In 132 Spielen gelangen dem mittlerweile 24 Jährigen 33 Tore.
  • Im Sommer 2016 unterschrieb er einen Fünf-Jahres-Vertrag bei Bayer Leverkusen.
  • Bislang hat der Sohn des ehemaligen Eishockey-Nationalspielers Andreas Volland zehn A-Länderspiele bestritten und einen Treffer erzielt.

Verletzungen und Platzverweis

Sein Mittelhandbruch gleich am ersten Spieltag behinderte ihn mehr als erwartet. Doch nach dem Wechsel zu einem neuen Club wollte er nicht pausieren, obwohl es im Nachhinein besser gewesen wäre. Es folgte ein unglücklicher Platzverweis - ausgerechnet bei der 0:3-Niederlage im Hinspiel gegen Hoffenheim. Ein besonders bitterer Moment. Doch damit nicht genug. Am 1. Dezember zog sich der kampfstarke Stürmer eine schwere Muskelverletzung im Oberschenkel zu, die ihn erneut zurückwarf. "Ich habe mir zu viel Druck gemacht", blickt Volland zurück. Die hohe Ablöse habe dabei aber keine Rolle gespielt. Volland ist ein Kämpfer, der nicht aufgibt und eine Hauptrolle anstrebt. Das hat ihn schon in seiner Hoffenheimer Zeit ausgezeichnet. Seit einigen Wochen wird er trotz Bayer-Krise immer stärker. In den vergangenen fünf Liga-Spielen gelangen ihm drei Treffer. Im Duell mit Hoffenheim würde er gerne den nächsten Streich folgen lassen. "Wir wollen gewinnen, das ist doch klar. Ich wünsche der TSG alles Gute für den Rest der Saison - doch jetzt muss das nicht sein", betont er.

Volland versucht, den schwierigen Start in Leverkusen als wichtigen Lernprozess einzuordnen. "Ich habe im ersten halben Jahr trotzdem mein erstes Champions-League-Tor geschossen und auch mein erstes in der Nationalmannschaft. Ein paar gute Spiele waren dabei", erklärt der Allgäuer. Der Kontakt zu seinen früheren Kollegen in Hoffenheim ist nie abgebrochen. "Ich texte regelmäßig noch mit Mark Uth und Sebastian Rudy. Aber natürlich haben wir das vor dem Spiel eingestellt", berichtet Volland und ergänzt: "Der Verein, die Region und die Fans sind mir wirklich ans Herz gewachsen."

Seinen Wechsel sieht er noch immer als richtige Entscheidung an. Schon bei seiner Vorstellung erklärte er: "Bayer ist der ideale Verein, um meine Entwicklung weiter voranzutreiben." Diese Aussage will der Angreifer heute mit einer starken Leistung untermauern. Es wäre das richtige Signal für den Saisonendspurt.

© Mannheimer Morgen, Samstag, 18.03.2017
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