DAS NACHRICHTENPORTAL RHEIN-NECKAR

Mittwoch, 07.12.2016

Suchformular
 
 

Lieber Leser, bitte aktivieren sie Cookies, um in den vollen Genuss unseres Angebotes zu kommen.

  • Drucken
  • Senden

Fußball: Der große Gewinner eines verheißungsvollen Starts ins Länderspiel-Jahr heißt Ilkay Gündogan

Durchbruch in Saint Denis

Archiv-Artikel vom Freitag, den 08.02.2013

Von unserem Redaktionsmitglied Alexander Müller

Ilkay Gündogan (l.) und Franck Ribéry gehörten in Paris zu den auffälligsten Akteuren.

© dpa

Paris. Ja klar, Mesut Özil. Natürlich war der Wahl-Madrilene der beste Mann auf dem Platz an diesem kalten wie kurzweiligen Februarabend in Paris, der mit dem ersten Sieg (2:1) einer deutschen Auswahl in Frankreich seit dem Jahr 1935 (!) endete.

Natürlich wäre es vermessen - selbst im Wissen um sein Ausnahmetalent - von Özil permanent solche Weltklasse-Leistungen wie die von Paris zu erwarten. Aber die eigentliche Sensation im Stade de France lieferte ohnehin ein Mittelfeld-Kollege des überragenden deutschen Taktgebers, der wie Özil aus Gelsenkirchen stammt: Ilkay Gündogan feierte mit einer formidablen Vorstellung seinen endgültigen Durchbruch im DFB-Trikot.

Sonderlob vom Bundestrainer

"Ilkay war schon wie gegen Holland wahnsinnig präsent, extrem ballsicher und aggressiv gegen den Ball. Er hat mir klasse gefallen", lobte Joachim Löw den jungen Dortmunder, der als Drehscheibe und Quasi-Chef des deutschen Spiels im zentralen defensiven Mittelfeld neben dem erstaunlich offensiv ausgerichteten Siegtorschützen Sami Khedira so abgeklärt auftrat, als habe er schon 100 Länderspiele auf dem Buckel - es sind aber gerade einmal deren fünf. "Ilkay hat bei uns und in Dortmund einen enormen Sprung gemacht", rechtfertigte der Bundestrainer später seine überraschende Entscheidung, dem BVB-Profi den Vorzug vor Toni Kroos gegeben zu haben.

Gündogan, der mit einer seiner unzähligen Balleroberungen nebst anschließender Steilvorlage auf Torschütze Thomas Müller (51.) Ausgleich und Umschwung eingeleitet hatte, musste sich in den Katakomben der Arena in Saint Denis sogar fragen lassen, ob dies denn ein perfektes Spiel von ihm gewesen sei. Der frühere Nürnberger wirkte ernsthaft verlegen. "Das ist ein tolles Kompliment", antwortete er, "da muss ich mich erst mal bedanken." Aber in der neuen Dortmunder Fußball-Schule bekommen sie das Bescheidenheitsgen ja praktisch mit Vertragsunterschrift eingepflanzt. "Perfekt würde ich nicht sagen, da ist noch vieles ausbaufähig", sagte Gündogan also und bewertete seine Leistung gerade einmal mit der Note "ordentlich". Pures Understatement, denn in dieser glänzenden Verfassung ist der 22-Jährige mehr als nur eine Alternative für Jogi Löw.

Unter Meistertrainer Jürgen Klopp, der tatsächlich die meisten seiner Spieler besser macht (mit schönen Grüßen an Jürgen Klinsmann), hat der Sohn türkischer Eltern den Sprung in die internationale Klasse geschafft. "Ich bin als Persönlichkeit gereift in Dortmund, auch durch die Meisterschaft und den Pokal-Sieg. Das prägt einen charakterlich", erklärte der Gewinner des Pariser Abends. Selbst Torwart René Adler, der als Neuer-Vertreter bei seinem Comeback auf großer Bühne überzeugen konnte, fiel von hinten auf: "Was Ilkay heute gezeigt hat, das war aller Ehren wert."

Aller Ehren wert war auch die starke Leistung der DFB-Elf insgesamt, die den Rückstand durch Mathieu Valbuena (44.) in einen verdienten Erfolg beim Nachbarn verwandelte. "Wir haben einige Dinge gut gemacht, die wir zuletzt nicht so gut gemacht hatten: gute Organisation, daraus resultierten viele Ballgewinne und ein schnelles Spiel nach vorn", analysierte der Bundestrainer. Und Thomas Müller konterte die Negativschlagzeilen der vergangenen Monate rund ums Nationalteam mit Ironie: "Die Leute draußen können beruhigt sein: Es ist doch nicht alles schlecht beim DFB."

© Mannheimer Morgen, Freitag, 08.02.2013
  • Drucken
  • Senden
 
 
TICKER

Themen des Tages Newsletter

Die "Morgenweb"-Redaktion hält Sie mit den Themen des Tages auf dem Laufenden - am Arbeitsplatz, zu Hause oder im Urlaub. Geben Sie einfach Ihre E-Mail-Adresse ein:

Weitere Newsletter

Baby-Jubel

Lewandowski mit Baby-Jubel - Bayern warten auf Auslosung

Fünf mögliche Achtelfinalgegner des FC Bayern stehen schon fest: FC Barcelona, FC Arsenal, SSC Neapel, AS Monaco und Leicester City. Am kommenden Montag wird ausgelost. Beim Torjubel gegen Atlético Madrid lüftet der Münchner Schütze ein privates Geheimnis. [mehr]

Eishockey

Johnson fällt länger aus

Mannheim. Der Sonntagnachmittag ist für die Mannheimer Adler doppelt bitter verlaufen. Nicht genug, dass die Mannschaft von Trainer Sean Simpson mit 3:4 gegen Spitzenreiter Red Bull München unterlag. Am Montag stellte sich zudem heraus, dass sich Aaron Johnson im Heimspiel eine Adduktorenverletzung… [mehr]

Nationalspieler Pekeler verzichtet auf die Weltmeisterschaft

Mit den Kräften am Ende

Mannheim. Den freien Sonntag verbrachte Hendrik Pekeler mit Freundin Johanna und Töchterchen Fine Sophia gemeinsam mit der Familie von Mannschaftskollege Andreas Palicka. Eine kleine Feier stand an, denn dessen Tochter Elsa hatte Geburtstag. "Es hat gut getan, mal keinen Ball in der Hand gehabt zu… [mehr]

Mercedes braucht Mut

Brackley. Sebastian Vettel wird bei Formel-1-Branchenprimus Mercedes wohl nicht Nachfolger von Weltmeister Nico Rosberg. Motorsportchef Toto Wolff schloss einen Wechsel des viermaligen Weltmeisters 2017 von Ferrari zu den Silberpfeilen aus. Mercedes-Zögling Pascal Wehrlein würde Wolff am liebsten… [mehr]

 

DAS NACHRICHTENPORTAL RHEIN-NECKAR