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Fußball: Der große Gewinner eines verheißungsvollen Starts ins Länderspiel-Jahr heißt Ilkay Gündogan

Durchbruch in Saint Denis

Von unserem Redaktionsmitglied Alexander Müller

Ilkay Gündogan (l.) und Franck Ribéry gehörten in Paris zu den auffälligsten Akteuren.

© dpa

Paris. Ja klar, Mesut Özil. Natürlich war der Wahl-Madrilene der beste Mann auf dem Platz an diesem kalten wie kurzweiligen Februarabend in Paris, der mit dem ersten Sieg (2:1) einer deutschen Auswahl in Frankreich seit dem Jahr 1935 (!) endete.

Natürlich wäre es vermessen - selbst im Wissen um sein Ausnahmetalent - von Özil permanent solche Weltklasse-Leistungen wie die von Paris zu erwarten. Aber die eigentliche Sensation im Stade de France lieferte ohnehin ein Mittelfeld-Kollege des überragenden deutschen Taktgebers, der wie Özil aus Gelsenkirchen stammt: Ilkay Gündogan feierte mit einer formidablen Vorstellung seinen endgültigen Durchbruch im DFB-Trikot.

Sonderlob vom Bundestrainer

"Ilkay war schon wie gegen Holland wahnsinnig präsent, extrem ballsicher und aggressiv gegen den Ball. Er hat mir klasse gefallen", lobte Joachim Löw den jungen Dortmunder, der als Drehscheibe und Quasi-Chef des deutschen Spiels im zentralen defensiven Mittelfeld neben dem erstaunlich offensiv ausgerichteten Siegtorschützen Sami Khedira so abgeklärt auftrat, als habe er schon 100 Länderspiele auf dem Buckel - es sind aber gerade einmal deren fünf. "Ilkay hat bei uns und in Dortmund einen enormen Sprung gemacht", rechtfertigte der Bundestrainer später seine überraschende Entscheidung, dem BVB-Profi den Vorzug vor Toni Kroos gegeben zu haben.

Gündogan, der mit einer seiner unzähligen Balleroberungen nebst anschließender Steilvorlage auf Torschütze Thomas Müller (51.) Ausgleich und Umschwung eingeleitet hatte, musste sich in den Katakomben der Arena in Saint Denis sogar fragen lassen, ob dies denn ein perfektes Spiel von ihm gewesen sei. Der frühere Nürnberger wirkte ernsthaft verlegen. "Das ist ein tolles Kompliment", antwortete er, "da muss ich mich erst mal bedanken." Aber in der neuen Dortmunder Fußball-Schule bekommen sie das Bescheidenheitsgen ja praktisch mit Vertragsunterschrift eingepflanzt. "Perfekt würde ich nicht sagen, da ist noch vieles ausbaufähig", sagte Gündogan also und bewertete seine Leistung gerade einmal mit der Note "ordentlich". Pures Understatement, denn in dieser glänzenden Verfassung ist der 22-Jährige mehr als nur eine Alternative für Jogi Löw.

Unter Meistertrainer Jürgen Klopp, der tatsächlich die meisten seiner Spieler besser macht (mit schönen Grüßen an Jürgen Klinsmann), hat der Sohn türkischer Eltern den Sprung in die internationale Klasse geschafft. "Ich bin als Persönlichkeit gereift in Dortmund, auch durch die Meisterschaft und den Pokal-Sieg. Das prägt einen charakterlich", erklärte der Gewinner des Pariser Abends. Selbst Torwart René Adler, der als Neuer-Vertreter bei seinem Comeback auf großer Bühne überzeugen konnte, fiel von hinten auf: "Was Ilkay heute gezeigt hat, das war aller Ehren wert."

Aller Ehren wert war auch die starke Leistung der DFB-Elf insgesamt, die den Rückstand durch Mathieu Valbuena (44.) in einen verdienten Erfolg beim Nachbarn verwandelte. "Wir haben einige Dinge gut gemacht, die wir zuletzt nicht so gut gemacht hatten: gute Organisation, daraus resultierten viele Ballgewinne und ein schnelles Spiel nach vorn", analysierte der Bundestrainer. Und Thomas Müller konterte die Negativschlagzeilen der vergangenen Monate rund ums Nationalteam mit Ironie: "Die Leute draußen können beruhigt sein: Es ist doch nicht alles schlecht beim DFB."

© Mannheimer Morgen, Freitag, 08.02.2013
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