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Fußball: Möglicherweise wird die Europameisterschaft 2020 in 13 Nationen ausgetragen / DFB begrüßt die UEFA-Idee

Konkrete Pläne für EM-Revolution

Cristiano Ronaldo bei der EM 2012 in Polen und der Ukraine.

© dpa

Berlin. Die Planspiele für eine Fußball-EM 2020 in mehreren Ländern Europas werden immer konkreter. "Wir haben das Thema in unserem Präsidium besprochen und stehen den Vorschlägen offen gegenüber", sagte DFB-Präsident Wolfgang Niersbach und fügte hinzu: "Wobei der Gedanke, Euro-Spiele in Deutschland auszutragen, reizvoll ist."

Ob die Europameisterschaft bei ihrem 60-jährigen Jubiläum tatsächlich erstmals in diesem Format organisiert wird, ist noch nicht entschieden. Am 27./28. November wird es in Brüssel ein weiteres Treffen von UEFA-Präsident Michel Platini und einigen Verbandsvertretern geben, an dem dieses Mal auch der DFB-Präsident und -Generalsekretär Helmut Sandrock teilnehmen.

Am 7. Dezember berät das Exekutivkomitee der Europäischen Fußball-Union über die Idee von Platini. Der Franzose habe ihm aber bereits "in einem persönlichen Gespräch seinen Plan erläutert", sagte Niersbach der "Bild"-Zeitung. Nach Informationen der Zeitung soll in 13 Ländern gespielt werden, deutscher EM-Ort soll Berlin werden. "Die Diskussionen über den Bewerbungsprozess sind aktuell in vollem Gange", ließ die UEFA schriftlich wissen, fügte aber auch hinzu: "Es gibt noch keine Entscheidung über das Format und auch nicht darüber, ob es eine Standardbewerbung eines oder mehrerer Länder oder alternativ eines paneuropäischen Turniers in mehreren Städten auf dem ganzen Kontinent wird."

Bundestrainer Joachim Löw wollte sich am Tag vor dem Testspiel gegen die Niederlande nicht mit diesem Thema beschäftigen. "Ich habe von diesem Plan gehört, weiß aber nicht, inwieweit er schon fortgeschritten ist. Mit diesen Gedanken beschäftige ich mich nicht", sagte Löw in Amsterdam.

Platini hatte seinen revolutionären Plan schon erstmals am Ende der EM in Polen und der Ukraine Anfang Juli vorgestellt. Nach ersten sehr verhaltenen Reaktionen scheinen sich nun immer mehr Fürsprecher zu finden. Zuletzt sagte auch DFB-Generalsekretär Helmut Sandrock: "Wir (im DFB) haben unseren Meinungsbildungsprozess noch nicht abgeschlossen, es hat aber einen gewissen Charme." Es gebe "unter den Nationalverbänden viele Befürworter einer Europa-EM".

Laut "Bild" könnte auf Grundlage der aktuellen FIFA-Weltrangliste außer in Berlin in London, Madrid, Lissabon, Paris, Amsterdam, Brüssel, Basel, Athen, Rom, Moskau und Zagreb gespielt werden. Istanbul soll Favorit für Halbfinals und Endspiel sein. Das wiederum würde die UEFA aus einem diplomatischen Dilemma befreien. Die Türkei hat sich nämlich auch als Einzel-Gastgeber für 2020 beworben, nachdem sie zuletzt mit drei EM-Bewerbungen erfolglos geblieben war. Istanbul kandidiert allerdings auch für Olympia 2020 - beide Großereignisse in einem Land binnen weniger Wochen sind illusorisch. Die anderen offiziellen EM-Kandidaten Georgien/Aserbaidschan und Schottland/Wales/Irland stoßen bei der UEFA auf wenig Begeisterung. dpa

© Mannheimer Morgen, Mittwoch, 14.11.2012
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