DAS NACHRICHTENPORTAL RHEIN-NECKAR

Samstag, 28.02.2015

Suchformular
 
 

Lieber Leser, bitte aktivieren sie Cookies, um in den vollen Genuss unseres Angebotes zu kommen.

  • Drucken
  • Senden

Fußball: Kreisliga-Spieler muss nach brutalem Foul 50 000 Euro Schmerzensgeld zahlen / DFB-Vize Rothmund fürchtet Auswirkungen

„Richtungsweisendes Urteil“

Fußballspieler müssen bei rücksichtslosen Fouls für dabei entstehende Verletzungen haften.

© dpa

Duisburg/Düsseldorf. Grobe Fouls im Fußball können nach einem richtungweisenden Urteil drastische finanzielle Konsequenzen für die Übeltäter haben. "Das hat Auswirkungen für den ganzen Fußball, aber es betrifft natürlich besonders den Amateurbereich und die Schiedsrichter", kommentierte DFB-Vizepräsident Karl Rothmund den bemerkenswerten Spruch des Oberlandesgerichts Hamm: 50 000 Euro Schmerzensgeld muss ein Kreisliga-Fußballer zahlen, weil er seinen Gegenspieler so schwer verletzt hatte, dass dieser seinen Beruf nicht mehr ausüben kann.

Sportanwalt Christoph Schickhardt sieht in dem Urteil hingegen keine Auswirkungen auf den Profifußball. "Da gibt es keine Prozessflut", sagte er. "Diese Rechtsprechung, die bereits vom Bundesgerichtshof in den 80er Jahren entwickelt worden ist, ist völlig anerkannt und unbestritten." Sie gelte für alle sogenannte "Kampfsportarten". Das jetzige Urteil sei "gar nix Neues", meinte Schickhardt.

"Relativ selten Erfolg"

Im Profibereich würden mitunter Krankenkassen, die die Gehälter von verletzten Spielern weiterbezahlen, Ansprüche an den Verursacher von schweren Verletzungen geltend machen - "in Zeiten klammer Kassen immer öfter". Es sei jedoch relativ selten, dass dies mit Erfolg geschehe.

Auch Rainer Koch, der für Rechts- und Satzungsfragen zuständige Vizepräsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), findet zunächst "keinen neuen Aspekt", sagte aber auch: "Angesichts der Höhe des zugesprochenen Schmerzensgeldes wird man das Urteil des Oberlandesgerichts Hamm genau analysieren müssen."

Die Fußballergewerkschaft VdV heißt das Urteil jedenfalls gut. "Das ist in Ordnung, wenngleich 50 000 Euro eine Menge Holz für den Betroffenen sind", meinte VdV-Geschäftsführer Ulf Baranowsky. "Aber in der Tat ist der Fußballplatz kein rechtsfreier Raum", ergänzte er. Rothmund sagte: "Die besonders brutalen Fouls passieren nach unserer Erfahrung oft in den unteren Spielklassen." Weil es in diesen Ligen oft sehr große Beweisschwierigkeiten gebe, käme es da "immer mal wieder zu Prozessen wie jetzt in Hamm", meinte Schickhardt.

Es gibt ein Grundproblem, speziell bei zivilrechtlichen Verfahren: Wie soll bei groben Fouls mit schweren Verletzungsfolgen für den Gefoulten der Vorsatz des Foulenden bewiesen werden? Der Heidelberger Sportrechtler Michael Lehner sagt, ein Schiedsrichterpfiff entscheide nicht über einen Rechtsanspruch. Klar ist für Lehner eines: "Die sogenannte Blutgrätsche im Fußball ist vorsätzliche Körperverletzung." Der Jurist sagte, es "könnte" eine Zahlung vom Verursacher des Regelverstoßes fällig werden.

Bei rücksichtslosen Fouls, die schwere Verletzungen nach sich zögen, müssten Fußballer mit solchen Urteilen rechnen, meinte VdV-Justiziar Frank Rybak. Er schränkte aber grundsätzlich ein, dass Fußballer bereits beim Betreten des Platzes mit Verletzungen rechnen müssten.

Das Gericht hatte dem klagenden Fußballer 50 000 Euro Schmerzensgeld zugesprochen. Er war bei einem Kreisligaspiel von seinem Konkurrenten so schwer am Knie verletzt worden, dass er seinen Beruf als Maler und Lackierer auch gut zweieinhalb Jahre nach dem Foul nicht mehr ausüben kann. dpa

© Mannheimer Morgen, Mittwoch, 28.11.2012
  • Drucken
  • Senden
 

Fussball 1. Bundesliga, Paarungen

 
TICKER

Facebook Fans des Mannheimer Morgen

Newsletter

Die "Morgenweb"-Redaktion hält Sie auf dem Laufenden - am Arbeitsplatz, zu Hause oder im Urlaub. Geben Sie einfach Ihre E-Mail-Adresse ein:

Weitere Newsletter

Fünfter

Skispringer im Team WM-Fünfter - Norwegen Weltmeister

Falun (dpa) - Die deutschen Skispringer sind im Team-Wettbewerb der 50. Nordischen Ski-Weltmeisterschaften ohne Medaille geblieben. Der Olympiasieger mit Michael Neumayer, Markus Eisenbichler, Richard Freitag und Severin Freund schaffte beim Wettbewerb von der Großschanze nur Platz fünf. [mehr]

Nach Niederlage gegen Wolfsburg

Adler suchen das gute Gefühl

Mit einem Sieg in ihrem letzten Hauptrundenspiel möchten sich die Mannheimer Adler in die Play-offs verabschieden. Am Sonntag treffen sie um 14.30 Uhr auf die Nürnberg Ice Tigers. [mehr]

Machulla - der spielende Co-Trainer

Wenn die Rhein-Neckar Löwen am Samstag auf die SG Flensburg-Handewitt treffen, mischt bei den Norddeutschen mit Maik Machulla der Co-Trainer als Spielmacher mit. [mehr]

Schnell

Sport allgemein

Hamilton beweist Mercedes-Stärke bei Testfahrten

Barcelona (dpa) - Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton hat bei den Abschlusstestfahrten in Barcelona erneut die Stärke des neuen Silberpfeils nachgewiesen. Der Brite steuerte den Mercedes auf dem Circuit de Catalunya in 1:23,022 Minuten zur Bestzeit. Zweiter mit 0,240 Sekunden Rückstand wurde der… [mehr]

 

DAS NACHRICHTENPORTAL RHEIN-NECKAR