DAS NACHRICHTENPORTAL RHEIN-NECKAR

Donnerstag, 18.12.2014

Suchformular
 
 

Lieber Leser, bitte aktivieren sie Cookies, um in den vollen Genuss unseres Angebotes zu kommen.

  • Drucken
  • Senden

Fußball: Kreisliga-Spieler muss nach brutalem Foul 50 000 Euro Schmerzensgeld zahlen / DFB-Vize Rothmund fürchtet Auswirkungen

„Richtungsweisendes Urteil“

Fußballspieler müssen bei rücksichtslosen Fouls für dabei entstehende Verletzungen haften.

© dpa

Duisburg/Düsseldorf. Grobe Fouls im Fußball können nach einem richtungweisenden Urteil drastische finanzielle Konsequenzen für die Übeltäter haben. "Das hat Auswirkungen für den ganzen Fußball, aber es betrifft natürlich besonders den Amateurbereich und die Schiedsrichter", kommentierte DFB-Vizepräsident Karl Rothmund den bemerkenswerten Spruch des Oberlandesgerichts Hamm: 50 000 Euro Schmerzensgeld muss ein Kreisliga-Fußballer zahlen, weil er seinen Gegenspieler so schwer verletzt hatte, dass dieser seinen Beruf nicht mehr ausüben kann.

Sportanwalt Christoph Schickhardt sieht in dem Urteil hingegen keine Auswirkungen auf den Profifußball. "Da gibt es keine Prozessflut", sagte er. "Diese Rechtsprechung, die bereits vom Bundesgerichtshof in den 80er Jahren entwickelt worden ist, ist völlig anerkannt und unbestritten." Sie gelte für alle sogenannte "Kampfsportarten". Das jetzige Urteil sei "gar nix Neues", meinte Schickhardt.

"Relativ selten Erfolg"

Im Profibereich würden mitunter Krankenkassen, die die Gehälter von verletzten Spielern weiterbezahlen, Ansprüche an den Verursacher von schweren Verletzungen geltend machen - "in Zeiten klammer Kassen immer öfter". Es sei jedoch relativ selten, dass dies mit Erfolg geschehe.

Auch Rainer Koch, der für Rechts- und Satzungsfragen zuständige Vizepräsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), findet zunächst "keinen neuen Aspekt", sagte aber auch: "Angesichts der Höhe des zugesprochenen Schmerzensgeldes wird man das Urteil des Oberlandesgerichts Hamm genau analysieren müssen."

Die Fußballergewerkschaft VdV heißt das Urteil jedenfalls gut. "Das ist in Ordnung, wenngleich 50 000 Euro eine Menge Holz für den Betroffenen sind", meinte VdV-Geschäftsführer Ulf Baranowsky. "Aber in der Tat ist der Fußballplatz kein rechtsfreier Raum", ergänzte er. Rothmund sagte: "Die besonders brutalen Fouls passieren nach unserer Erfahrung oft in den unteren Spielklassen." Weil es in diesen Ligen oft sehr große Beweisschwierigkeiten gebe, käme es da "immer mal wieder zu Prozessen wie jetzt in Hamm", meinte Schickhardt.

Es gibt ein Grundproblem, speziell bei zivilrechtlichen Verfahren: Wie soll bei groben Fouls mit schweren Verletzungsfolgen für den Gefoulten der Vorsatz des Foulenden bewiesen werden? Der Heidelberger Sportrechtler Michael Lehner sagt, ein Schiedsrichterpfiff entscheide nicht über einen Rechtsanspruch. Klar ist für Lehner eines: "Die sogenannte Blutgrätsche im Fußball ist vorsätzliche Körperverletzung." Der Jurist sagte, es "könnte" eine Zahlung vom Verursacher des Regelverstoßes fällig werden.

Bei rücksichtslosen Fouls, die schwere Verletzungen nach sich zögen, müssten Fußballer mit solchen Urteilen rechnen, meinte VdV-Justiziar Frank Rybak. Er schränkte aber grundsätzlich ein, dass Fußballer bereits beim Betreten des Platzes mit Verletzungen rechnen müssten.

Das Gericht hatte dem klagenden Fußballer 50 000 Euro Schmerzensgeld zugesprochen. Er war bei einem Kreisligaspiel von seinem Konkurrenten so schwer am Knie verletzt worden, dass er seinen Beruf als Maler und Lackierer auch gut zweieinhalb Jahre nach dem Foul nicht mehr ausüben kann. dpa

© Mannheimer Morgen, Mittwoch, 28.11.2012
  • Drucken
  • Senden
 
 
TICKER

Facebook Fans des Mannheimer Morgen

Newsletter

Die "Morgenweb"-Redaktion hält Sie auf dem Laufenden - am Arbeitsplatz, zu Hause oder im Urlaub. Geben Sie einfach Ihre E-Mail-Adresse ein:

Weitere Newsletter

Adler Mannheim nach Sieg gegen Augsburg

„Das war nicht unser bestes Spiel“

Eishockey: Nach dem hart erkämpften 4:3-Sieg gegen Augsburg schätzen die Mannheimer Adler ihre Leistung realistisch ein / Am Freitag beim DEL-Dritten ERC Ingolstadt gefordert [mehr]

Eishockey

Adler kämpfen sich zum 4:3

Mannheim. Das war ein hartes Stück Arbeit. Erst nach dem Penaltyschießen stand der 4:3 (2:1, 0:1, 1:1, 0:0, 1:0)-Sieg der Mannheimer Adler gegen die Augsburger Panther fest. "Ein Sieg nach 60 Minuten wäre natürlich schöner gewesen. Aber wir nehmen die zwei Punkte mit - das ist das Wichtigste… [mehr]

Letzte Pflichtaufgabe vor der Weihnachtspause

Nach dem klaren Sieg in Berlin sind die Rhein-Neckar Löwen am Mittwoch nochmals im Pokal gefordert: Das Achtelfinale beim Drittligisten Wilhelmshavener HV steht an. Von Trainer Nikolaj Jacobsen gab es viel Lob für Stefan Kneer und Mads Mensah Larsen. [mehr]

Beeindruckend

Sport allgemein

Tabula Rasa in Rot: Italienische Revolution für Vettel

Die personellen Umbesetzungen bei Ferrari erinnern fast an die Schumacher-Anfangszeiten. Ist das Team aber wirklich schon bereit für eine neue Ära, diesmal mit Neuzugang Vettel? [mehr]

 

DAS NACHRICHTENPORTAL RHEIN-NECKAR