DAS NACHRICHTENPORTAL RHEIN-NECKAR

 

Samstag, 25.10.2014

Suchformular
 
 

Lieber Leser, bitte aktivieren sie Cookies, um in den vollen Genuss unseres Angebotes zu kommen.

  • via Facebook teilen
  • Drucken
  • Senden

Fußball: Nach den vielen Absagen plant Bundestrainer Joachim Löw heute gegen die Niederlande ohne klassischen Stoßstürmer

Spanische Variante mit Spitze Reus

Marco Reus soll für Angriffswirbel sorgen.

© dpa

Amsterdam. In der Stürmer-Not kopiert Joachim Löw sein großes Vorbild Spanien. Miroslav Klose sagte erkrankt ab, Mario Gomez fehlt auch in Holland - so kann der Bundestrainer zum Jahresabschluss gegen den Erzrivalen tatsächlich mal wie der Welt- und Europameister das schon länger ausgeheckte Experiment ohne gelernten Mittelstürmer wagen. "Es gibt zwei oder drei Varianten, die ich mir durch den Kopf gehen lasse", sagte Löw vor dem Abschlusstraining der deutschen Fußball-Nationalmannschaft in Amsterdam.

Podolski auf der Außenposition

Namentlich nannte der Bundestrainer bei der Pressekonferenz vor der weitgehend geheimen Übungseinheit nur Lukas Podolski und Marco Reus als Kandidaten für den Posten ganz vorne. Mit Arsenal-Profi Podolski, den Löw in den letzten Länderspielen meist für Klose einwechselte und dann auch in die Spitze beordert hatte, plant der Coach aber am Mittwoch gegen die Holländer eher anders. "Lukas kann diese Rolle spielen, ist aber eher der Spieler, der hinter einer zentralen Spitze noch stärker zur Geltung kommen kann. Er hat für mich auch über die linke Seite häufig gut gespielt bei der Nationalmannschaft. Auch bei Arsenal kommt er mehr über die Seite", erläuterte Löw und schloss: "Lukas kann das spielen, aber ganz vorne in der Spitze ist nicht seine absolute Idealposition."

Aufstellungen

  • Niederlande: Krul (Newcastle United/24 Jahre/4 Länderspiele) - van Rhijn (Ajax Amsterdam /21/4), Mathijsen (Feyenoord Rotterdam/32/84), Vlaar (Aston Villa/27/13), Bruno Martins Indi (Feyenoord Rotterdam/20/5) - Nigel de Jong (AC Mailand/27/66), Heitinga (FC Everton/28/84) - Robben (Bayern München/28/62), van der Vaart (Hamburger SV/29/102), Afellay (FC Schalke 04/26/43) - Huntelaar (FC Schalke 04/29/59)
  • Deutschland: Neuer (Bayern München/26/35 - Höwedes (FC Schalke 04/24/9), Mertesacker (FC Arsenal/28/84), Hummels (Borussia Dortmund/23/22), Lahm (Bayern München/29/94) - Lars Bender (Bayer Leverkusen/23/10), Gündogan (Borussia Dortmund/22/3) - Müller (Bayern München/23/37), Götze (Borussia Dortmund/20/19), Podolski (FC Arsenal/27/105) - Reus (Borussia Dortmund/23/13)

Mit dem spielstarken Reus als verkapptem Stürmer liebäugelt der Bundestrainer schon einige Zeit. Erstmals brachte er diese Variante während der EM-Vorbereitung ins Gespräch. "Ich würde ihn mal gerne ganz vorne sehen", bemerkte Löw im Mai während des Trainingslagers auf Sardinien. Mit seinen technischen Fertigkeiten sei der schnelle Reus "im Kombinationsspiel auch anspielbar in der letzten Linie", begründete Löw das Planspiel.

Spaniens Nationalteam und der FC Barcelona, die auch schon mal ohne echten Mittelstürmer agieren, lassen grüßen. Löw traut dem schmächtigen Reus den Mittelstürmer-Job zu: "Er kann sich wahnsinnig schnell drehen, ist wendig, beweglich und abschlussstark."

Reus reagierte seinerzeit in Italien ein wenig verblüfft, aber keineswegs abgeneigt. Er habe schon bei seinem damaligen Klub Borussia Mönchengladbach "etliche Positionen gespielt". Der Neu-Dortmunder weiß, dass seine Flexibilität eine Stärke von ihm ist.

Reus ist der Spezialauftrag durchaus zuzutrauen. Der Dortmunder Millionen-Einkauf ist ohnehin der Aufsteiger des Jahres im DFB-Team. Bei der EM fehlte Löw noch das absolute Zutrauen in den 23-Jährigen, den er nach seiner tollen Leistung gegen Griechenland (4:2) beim anschließenden Halbfinal-K.o. gegen Italien wieder aus der Startelf gestrichen hatte. Seit Saisonbeginn aber ist Reus Stammspieler im Nationaltrikot, in jedem der fünf Länderspiele stand der BVB-Profi in der Startformation, erzielte drei Tore. Ein "Riesenpotenzial" habe Reus, schwärmte Löw. Er habe sich zuletzt auch gegen Real Madrid auf höchstem Niveau "ganz hervorragend" präsentiert.

Die Alternativen zu Reus könnten neben Podolski auch noch Thomas Müller oder André Schürrle heißen. Aber Löw scheint zum Experiment entschlossen. Eine Rückholaktion von Stefan Kießling nahm er auch nach der Absage von Klose nicht vor. "Ich registriere seine guten Leistungen in Leverkusen absolut", sagte Löw. Der sechsmalige Nationalspieler Kießling sei "nicht in Vergessenheit" geraten. "Aber in diesem Spiel will ich eine andere Variante testen."

© Mannheimer Morgen, Mittwoch, 14.11.2012
  • via Facebook teilen
  • Drucken
  • Senden
 
 
TICKER

Facebook Fans des Mannheimer Morgen

Newsletter

Die "Morgenweb"-Redaktion hält Sie auf dem Laufenden - am Arbeitsplatz, zu Hause oder im Urlaub. Geben Sie einfach Ihre E-Mail-Adresse ein:

Weitere Newsletter

Freigestellt

Aus für Dutt in Bremen - Skripnik und Frings übernehmen

Die Ära Dutt ist bei Werder Bremen Geschichte. Aufsichtsrat und Geschäftsführung beschlossen die Trennung vom erfolglosen Coach. U23-Trainer Skripnik übernimmt - gemeinsam mit einem Ex-Nationalspieler. [mehr]

Eishockey

Adler erleben einen Abend zum Gruseln

Hamburg. Mit ihrer schlechtesten Saisonleistung sind die Mannheimer Adler in Hamburg untergegangen. Beim Team der Stunde, das nach dem 6:3 (1:1, 4:0, 1:2)-Sieg sieben seiner letzten neun Spiele gewonnen hat, ließ die Mannschaft von Trainer Geoff Ward vieles von dem vermissen, was sie in den… [mehr]

Handball

Bereit für das Spiel der Spiele

Mannheim. Von einer offenen Rechnung mag niemand reden. Vielmehr ist es die Vorfreude auf das Spitzenspiel, die bei den Rhein-Neckar Löwen überwiegt. Dennoch: Wenn heute (16.15 Uhr) die Mannschaft von Trainer Nikolaj Jacobsen in der ausverkauften SAP Arena auf den THW Kiel trifft, steckt jede Menge… [mehr]

Caterham

Sport allgemein

Caterham-Management an Insolvenzverwalter abgegeben

Und jetzt? Der Formel-1-Rennstall Caterham wird von einem Insolvenzverwalter gemanagt. Ob das Team in einer Woche in Austin fährt, bleibt äußerst fraglich. Ein weiteres soll vom Aus bedroht sein. [mehr]

 

DAS NACHRICHTENPORTAL RHEIN-NECKAR