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Fußball: SV Sandhausen will sich mit Macht gegen den drohenden Zweitliga-Abstieg stemmen / Innenverteidiger und Stürmer als Soforthilfe gesucht

„Jeder muss mehr aus sich herauskitzeln“

Von unserem Mitarbeiter Marco Brückl

Trainer Hans-Jürgen Boysen braucht dringend Verstärkungen.

© dpa

Sandhausen. Wer aus dem Kreis von einem Dutzend Zaungästen beim Trainingsauftakt des Zweitligisten SV Sandhausen gestern neue Gesichter unter den Spielern erwartet hatte, wurde enttäuscht. "Wir werden mindestens zwei Neue bis zum Beginn der Restrückrunde präsentieren", versprach SVS-Präsident Jürgen Machmeier allerdings. Angesichts des nunmehr beendeten Urlaubs von Spielern und Beratern komme "in den nächsten eineinhalb Wochen" Bewegung in die Sache.

Machmeier, Trainer Hans-Jürgen Boysen und Geschäftsführer Otmar Schork steckten die Köpfe zusammen, um über mögliche Kandidaten zu beraten, noch ehe sie vor die Mannschaft traten. "Wir haben einige Spieler, die auf unserem Zettel stehen", verriet Machmeier. Es sei kein Geheimnis, dass der Tabellenvorletzte für das Unternehmen Klassenerhalt einen Innenverteidiger und einen Stürmer suche. "Aber sie müssen uns sofort weiterbringen", betonte Machmeier.

Spekulationen, Fußballer wie der ehemalige Hoffenheimer Josip Simunic oder der Frankfurter Heiko Butscher seien von Interesse, erteilte der Vereinsboss eine Absage: "Sie müssen schon in unser Gehaltsgefüge passen." Auch die Angebote, die von Spielerberatern per E-Mail dem SVS zugehen, eine Anzahl "im dreistelligen Bereich", wie Machmeier sagte, seien wenig hilfreich.

Mehr Unterstützung habe sich Sandhausen von dem einen oder anderen Spieler im Kader im Kampf um den Ligaverbleib erhofft. Deshalb habe er in seiner Ansprache vor der Mannschaft daran appelliert, die kurze Vorbereitung bis zum Auswärtsspiel am 1. Februar bei Union Berlin zu nutzen, um die fehlenden Prozente herauszuholen. "Ich bin überzeugt davon, dass wir in der Zweiten Liga bleiben können. Aber nur, wenn jeder noch mehr aus sich herauskitzelt."

Die Stimmung sei gut und sehr konzentriert, verriet Stürmer Régis Dorn, der nach seinem Kreuzbandriss fieberhaft am Comeback arbeitet. "Jeder weiß, worum es geht. Aber verkrampfen dürfen wir deshalb nicht", sagte der 33-Jährige. Täglich sechs, sieben Stunden ackert der Franzose mit Physiotherapeut Rupert Motyzka in Daudenzell und im Kraftraum daran, Mitte Februar wieder ins Teamtraining einzusteigen.

Noch rund zehn Tage muss der SVS auf Mittelfeldspieler Simon Tüting verzichten, dessen Armbruch noch nicht ganz verheilt ist. Neben Ole Kittner (Kreuzbandriss) und Kim Falkenberg (Leisten-OP) fehlte gestern mit Marcel Busch (aus familiären Gründen verhindert) ein dritter Verteidiger.

Ein neues Gesicht gab es im Walter-Reinhard-Stadion dann doch zu bestaunen: Mit dem Darmstädter Bernd Jayme (37), ehemals bei Wormatia Worms und Bayern Alzenau tätig, hat der SVS einen neuen Torwarttrainer.

© Mannheimer Morgen, Freitag, 04.01.2013
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