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Fußball-Regionalliga: Gleich im ersten Pflichtspiel für Steinbach tritt das Waldhof-Eigengewächs heute bei seinem Lieblingsverein an

Burgios brisante Blitz-Rückkehr

Von unserem Redaktionsmitglied Alexander Müller

Auf der Suche nach mehr Spielpraxis wechselte Giuseppe Burgio zu Waldhofs Ligarivale Steinbach.

© TSV Steinbach/Björn Franz

Mannheim/Haiger. Am Ende ging alles ganz schnell. Nachdem Fußball-Regionalligist SV Waldhof Mitte Januar mit Dennis Rothenstein einen weiteren Angreifer verpflichtet hatte, entschloss sich Giuseppe Burgio endgültig, sportlich die Zelte in seiner Heimatstadt Mannheim abzubrechen. Den Verein zu verlassen, bei dem er fußballerisch groß geworden ist und für den trotz kürzerer Episoden beim VfR Mannheim, in Homburg und Neckarelz immer sein Herz geschlagen hat. Burgio wechselte zum TSV Steinbach. Ein Transfer, der mächtig Brisanz birgt: Denn die Mittelhessen sind nicht nur einer der gefährlichsten Rivalen des Waldhof im Rennen um die beiden Aufstiegsrelegationsplätze, sondern reisen heute (14 Uhr) gleich in ihrem ersten Pflichtspiel 2017 ins Carl-Benz-Stadion an - mit dabei Burgio, der Ur-Waldhöfer.

"Das ist definitiv eine besondere Situation. Ich kann noch überhaupt nicht einschätzen, was mich erwartet", sagt der Italiener, der zunächst bis Saisonende in der Kleinstadt Haiger an der hessisch-nordrhein-westfälischen Grenze unterschrieben hat. "Aber für mich ist klar, ich spiele jetzt für Steinbach und werde die Sache ganz professionell angehen. Wir fahren nach Mannheim, um zu gewinnen. Es wird ein sehr kampfbetontes, interessantes Spiel. Ich sehe die beiden Mannschaften auf Augenhöhe."

Er freue sich riesig auf die schnelle Rückkehr in das Stadion, in dem er noch im Mai mit dem SVW die Meisterschaft in der Südwest-Staffel feierte, zu der Burgio elf Treffer beisteuerte. Unter Kenan Kocak war der 28-Jährige noch gesetzt gewesen, der damalige Waldhof-Coach wusste, wann der wendige Stürmer mit gelegentlichem Hang zum Phlegma Zuckerbrot und wann er die Peitsche benötigte. Aber nach dem Weggang seines Mentors zum SV Sandhausen und einer hartnäckigen Knieverletzung in der Vorbereitung kam Burgio unter dem neuen Trainer Gerd Dais nicht mehr über die Rolle des Ergänzungsspielers hinaus. "Es hat ja jeder gesehen, dass ich nur noch wenig gespielt habe. Ich wollte einfach mehr Einsatzzeiten haben. Deshalb war Steinbach für mich die beste Entscheidung", erklärt der Mannheimer, der den Waldhof allerdings nicht ohne einen gehörigen Schuss Wehmut verließ: "Die Entscheidung ist mir nicht leicht gefallen."

Giuseppe Burgio

Der Angreifer spielte neun Jahre lang in der Jugend des SV Waldhof und schaffte im Juni 2007 den Sprung in die erste Mannschaft.

Nach der Lizenzverweigerung 2010 wechselte Burgio für ein Jahr zum West-Regionalligisten FC Homburg. Danach war er zwei Spielzeiten für den damaligen Oberligisten VfR Mannheim am Ball.

Von 2013 bis 2015 trug Burgio das Trikot der SpVgg Neckarelz. Ab Juni 2015 spielte der Stürmer wieder am Alsenweg.

Im Januar 2017 wechselte er zum TSV Steinbach.

Beim Dorfclub hat Burgio schnell Fuß gefasst. Er reiste ins Trainingslager nach Alicante (Spanien) nach, wurde in den Vorbereitungspartien regelmäßig eingesetzt, bereitete drei Treffer vor und erzielte beim 3:0 Anfang Februar im Testspiel gegen Alemannia Aachen sein erstes Tor für den TSV. "Ich habe mich sehr gut eingelebt und wurde gut aufgenommen", sagt Burgio, der im heutigen Topspiel bei seinem Jugendverein schon von Beginn an auflaufen könnte.

Winken, aber nicht jubeln

Ob das so sein wird, lässt Steinbachs Trainer noch offen. "Ich bin guter Dinge, dass die Waldhöfer ihm zumindest zuwinken können, denn er wird im Kader stehen", sagt Matthias Mink mit einem Augenzwinkern. Mit dem Integrationsprozess seines neuen Angreifers ist der Coach mehr als zufrieden. "Giuseppe ist ein Stürmer, der eine gewisse Erfahrung und Torgefahr mitbringt. Das haben wir gesucht. Außerdem ist er flexibel einsetzbar. Er hat seine Qualitäten bei uns schon unter Beweis gestellt und wir sind sehr zufrieden mit seiner Verpflichtung."

Die Waldhof-Fans dürften die Heimkehr ihres früheren Torjägers indes mit einem eher mulmigen Gefühl verfolgen, denn im Trikot der SpVgg Neckarelz erzielte Burgio bei zwei Gastspielen im Benz-Stadion einst zwei Treffer. Auch SVW-Kapitän Michael Fink warnt: "Giuseppe wird sicher ganz besonders motiviert sein." Eines ist für den 28-jährigen Burgio allerdings klar: "Ich habe damals bei den Toren für Neckarelz nicht gejubelt, und sollte ich am Samstag treffen, werde ich das auch diesmal nicht tun."

© Mannheimer Morgen, Samstag, 18.02.2017
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