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Fußball: Ex-Kapitän Dariusz Pasieka leitet die Trainerschule des polnischen Verbandes – und erinnert sich gerne an seine Zeit in Mannheim zurück

„Wünsche mir, dass Waldhof aufsteigt“

Archiv-Artikel vom Mittwoch, den 28.12.2016

Von unserem Mitarbeiter Andi Nowey

Dariusz Pasieka arbeitete bei der EM in Frankreich als Spielbeobachter für den polnischen Verband.

© Imago

BYDGOSZCZ. Auch knapp 20 Jahre danach sind die Erinnerungen noch frisch. "Mannheim war die schönste Zeit meiner Karriere. Der Verein hat mir viel ermöglicht und ich habe mich immer sehr wohl gefühlt", sagt Dariusz Pasieka. Der Pole war einer der akribischsten und zuverlässigsten Fußball-Arbeiter beim SV Waldhof in den der vergangenen beiden Jahrzehnten. Der Defensivspezialist war nie mit einer überragenden Technik ausgestattet, jedoch im Abwehrverbund eine Bank und wurde beim traditionell defensivgeprägten Mannheimer Klub gerade deswegen von den Anhängern geliebt.

"Die Fans und Menschen in Mannheim und die Art und Weise, wie ich gespielt habe und aufgetreten bin, das hat einfach zusammengepasst", begründet Pasieka das tolle Standing, das er im Verein hatte. "Als ich Jahre später ein Waldhof-Spiel besucht habe, habe ich einen Fan gesehen, der mein Trikot getragen hat. Das war schon etwas Besonderes."

Stolzer SVW-Kapitän

Dariusz Pasieka

  • Dariusz Pasieka wurde am 3.August 1965 im polnischen Chojnice geboren.
  • Als Spieler war Pasieka für Zawisza Bydgoszcz, Nea Salamina Famaguste und Dynamo Dresden aktiv. 1997 wechselte er zum SV Waldhof und bestritt insgesamt 159 Pflichtspiele (20 Tore).
  • Seine Beziehung zum SV Waldhof bezeichnet er selbst als "Liebe auf den ersten Blick". (wy)

Dreieinhalb Jahre lang trug Pasieka die Kapitänsbinde, "worauf ich sehr stolz bin", wie er betont. Insbesondere an das Pokalspiel gegen Bayern München denkt er gerne zurück. "Als ich am Tag nach der Auslosung zum Training kam, habe ich die Schlange gesehen, die sich beim Kartenvorverkauf gebildet hat. Ich habe so etwas in Deutschland sonst nie erlebt", erinnert er sich. Doch es sollte nicht das Spiel des Dariusz Pasieka werden. "Ich weiß nicht warum, aber ich habe schlecht gespielt, das erste Gegentor verschuldet und wurde dann ausgewechselt. Dennoch war es ein tolles Erlebnis."

Im Jahr 2003 wurde die Verbindung Waldhof/Pasieka durch den Abstieg aus der Zweiten Liga und der Insolvenz des Vereins jäh beendet. "Es gab im Abstiegsjahr zu viele Wechsel. Die kontinuierliche Arbeit von Uwe Rapolder, die den Verein geprägt hat, war nicht zu ersetzen. Und dann gab es auch noch einen Wechsel auf dem Präsidentenstuhl", führt Pasieka als Gründe dafür an, dass die Spielzeit mit Trainer André Egli unter keinem guten Stern stand. Zudem war Pasieka nach seiner Fußballlehrer-Ausbildung vom grünen Rasen auf den Co-Trainer-Posten gewechselt. Mit ihm auf der Schulbank saßen in Jürgen Klopp, Andreas Möller, Bernd Hollerbach, Heiko Herrlich und Ralph Hasenhüttl bekannte Namen, die mittlerweile bereits auf höherer Ebene auf sich aufmerksam machen konnten. Sein Durchbruch auf der Trainerbank blieb Pasiecka jedoch bisher verwehrt. "Ich kann nicht sagen, was bislang gefehlt hat", so der 51-Jährige, der seine einzigen Trainerstationen in Deutschland bei der TSG Weinheim und beim SSV Jahn Regensburg hatte. Als Co-Trainer arbeitete er noch beim SC Paderborn und beim FC Augsburg, ehe er seine Karriere in der polnischen Heimat fortsetzte. Dort waren die Stationen Arka Gdynia und Cracovia Krakau jedoch geprägt von ungeduldigen Vereinsverantwortlichen, die Pasieka nicht die notwendige Zeit gaben, um dem Team seine Handschrift zu verpassen. Nach der Entlassung bei Cracovia Krakau, wo unter ihm mit Andrzej Kobylanski ein weiterer ehemaliger Waldhöfer als Co-Trainer arbeitete, war Pasieka vereinslos. Der neue polnische Verbandspräsident Zbigniew Boniek trat dann an ihn heran und bot ihm an, ein neues Projekt zu leiten. "Ich leite die Trainerschule in Polen", beschreibt er seine neue Berufung, in die er sehr viel Herzblut steckt.

Inzwischen hat er bereits den dritten Jahrgang als Fußballlehrer begleitet, zudem war er in diesem Jahr als Spielbeobachter für den polnischen Verband bei der EM dabei. Ob er seinen Posten für ein interessantes Angebot eines Vereines aufgeben würde? "Es ist momentan eine sehr wichtige Aufgabe, die mir sehr viel Spaß macht. Die Trainerbank, der tägliche Druck, das juckt mich aber immer noch, und ich bin auch als Trainer erfahrener geworden", würde sich Pasieka eine Offerte sicherlich anhören.

Weihnachten und der Jahreswechsel sind gute Zeitpunkte, um Wünsche zu äußern. Was würde bei Dariusz Pasieka auf dem Wunschzettel stehen? "Ich würde mir wünschen, dass 2017 nicht schlechter verläuft als 2016. Außerdem wünsche ich mir, dass ich mein Englisch verbessere - und dass der SV Waldhof aufsteigt."

© Mannheimer Morgen, Mittwoch, 28.12.2016
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