Die Nachricht elektrisierte die Königsklasse: Als Michael Schumacher Ende 2009 die Rückkehr perfekt machte und einen Dreijahresvertrag bei Mercedes unterschrieb, "brauchte die Formel 1 Schumacher mehr, als er sie", umschrieb Promoter Bernie Ecclestone die damalige Situation im PS-Zirkus. Die Luft war damals raus aus dem Spektakel, die Zuschauerzahlen sanken - an den Rennstrecken ebenso, wie vor den TV-Bildschirmen. Da kam die Rückkehr der Legende gerade recht. Neues Leben sollte dem Millionengeschäft eingehaucht werden.
Aus wirtschaftlicher Sicht mag Schumachers Comeback ein erfolgreiches gewesen sein: Mercedes und die Formel 1 profitierten von dem Kerpener, der in bislang ungekannter Lockerheit auftrat und ein erfolgreicher Markenbotschafter für die Silberpfeile war und ist. Aus sportlicher Sicht allerdings ist die Wiederkehr des Rekordweltmeisters rückblickend zum Fiasko geraten - wenngleich die Gründe dafür eher technischer Natur sein dürften. Nie hat Schumacher ein Auto gefahren, mit dem er seine Klasse voll ausspielen konnte. Also musste er in den drei Jahren den Beweis schuldig bleiben, dass er es noch drauf hat. Insofern heftet dem Abschied am Sonntag ein bitterer Beigeschmack an.