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Verheerende Folgen

Von Christian Rotter

Eines steht fest: Wer sich gegen den 15., den 16. und den 24. der Weltrangliste nicht durchsetzt - und das vor den eigenen Fans - hat die Teilnahme an den Olympischen Spielen 2014 nicht verdient. Es liegt nahe, Häme über der deutschen Eishockey-Nationalmannschaft auszuschütten, doch dafür sind die Folgen viel zu verheerend. In Bietigheim-Bissingen ging es nicht nur um den sportlichen Stellenwert der Puckjäger, sondern auch um die finanzielle Basis - und damit um die Zukunft.

"Wenn du bei Olympia nicht dabei bist, bist du keine richtige Sportart", sagt Franz Reindl. Damit trifft der DEB-Generalsekretär ins Schwarze. Das sieht auch das Bundesinnenministerium so, das die Förderung unter anderem an die Anzahl der Olympia-Auftritte gekoppelt hat. Und da die deutschen Eishockey-Frauen das Ticket für Vancouver 2010 verpassten und die Herren nun in Sotschi die Zuschauerrolle einnehmen, brechen für den ohnehin nicht auf Rosen gebetteten Verband schwere Zeiten an.

Ein Skandal ist es, dass die möglichen Kürzungen vor allem die Nachwuchsarbeit treffen würden. Es führt kein Weg aus dem Teufelskreis, wenn an der Zukunft des deutschen Eishockeys gespart wird!

Großer Imageverlust

Für das Image der Sportart ist das historische Debakel ebenfalls eine Katastrophe - und das in einem Jahr, in dem es mit dem neuen Fernsehpartner ServusTV einen Silberstreif am Horizont gab. Ein Blick zum Handball sei an dieser Stelle gestattet. Als Oliver Roggisch & Co. Olympia in London nur von der Couch aus verfolgen konnten, war die Angst vor sinkenden Zuschauerzahlen groß. Nur weil die heimische Liga die beste der Welt ist, wurde der sportliche Rückschlag kompensiert. Mit diesem Pfund kann die DEL nicht wuchern.

Die Olympia-Qualifikation hat vor allem die dünne Personaldecke in der Verteidigung offengelegt. Wenn die Klasse mit Dennis Seidenberg, Christian Ehrhoff, Alexander Sulzer und Korbinian Holzer in der NHL spielt und die Spitze der Masse wie Christoph Schubert, Frank Hördler und Christopher Fischer verletzt ausfällt, ist Bundestrainer Pat Cortina um seine Arbeit nicht zu beneiden.

Der Italo-Kanadier reist nun mit einer schweren Hypothek zur WM nach Finnland. Da er nach der Saison seine Tätigkeit beim DEL-Klub EHC München beenden wird, kann er sich ab dem Frühjahr voll und ganz auf seine Trainer- und Sportdirektor-Arbeit beim DEB konzentrieren. Das ist auch dringend nötig, um ein durchdachtes, langfristig angelegtes Konzept zu erstellen, das nicht gleich beim nächsten Misserfolg wieder über den Haufen geworfen wird.

© Mannheimer Morgen, Montag, 11.02.2013
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