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Handball: Löwen tun sich auch gegen Minden schwer, der 26:20-Sieg beendet jedoch die kleine Negativserie / Im Achtelfinale der Champions League gegen Kiel

Die Sehnsucht nach mehr Lockerheit

Von unserem Redaktionsmitglied Marc Stevermüer

Gudjon Valur Sigurdsson schwang sich zum Anführer auf und erzielte elf Treffer für die Rhein-Neckar Löwen.

© Binder

Mannheim. Nach 60 intensiven Minuten mit Momenten des Zitterns lagen sie sich dann doch glücklich in den Armen. Die Rhein-Neckar Löwen freuten sich, vor allem aber wirkten sie erleichtert und sogar ein bisschen erlöst. Und das aus gutem Grund: Auch gegen GWD Minden gingen dem deutschen Meister beim 26:20-Sieg lange Zeit viele Dinge nicht leicht von der Hand, sogar eine Blamage drohte angesichts eines 9:12-Rückstands kurz nach dem Seitenwechsel. "Die Verunsicherung", gestand Kapitän Andy Schmid, "sie war bei fast jedem da."

Drei sieglose Spiele gehen an den erfolgsverwöhnten Bundesliga-Handballern eben nicht spurlos vorbei. Das Gefühl der Enttäuschung, sie kennen es kaum. "Die vergangene Woche war nicht einfach", sagte auch der Sportliche Leiter Oliver Roggisch: "Wir befinden uns in einer schwierigen Situation - und aus dieser müssen wir uns herausziehen. Die Schlussphase gegen Minden war ein Schritt in die richtige Richtung. Ich hoffe, der Knoten ist jetzt geplatzt und wir spielen demnächst wieder befreiter. Dass wir uns steigern und mit mehr Spaß spielen müssen, wissen wir."

Appelgren und Sigurdsson stark

Löwen: Appelgren, Palicka (n.e.) - Sigurdsson (11/5), Baena (1), Groetzki (3) - Ekdahl du Rietz (3), Schmid (1), Reinkind - Guardiola (1), Pekeler (3), Mensah Larsen (1), Petersson (1), Taleski (1), Manaskov (n.e.), Steinhauser (n.e.).

GWD Minden: Eijlers, Sonne-Hansen (für zwei Siebenmeter) - Schäpsmeier, Freitag (1), Kozlina, Freiman, Sjöstrand (1), Rambo (6), Jernemeyr, Gullerud (5), Michalczik (1), Svitlica (4/1), Doder (2).

Schiedsrichter: Ramesh Thiyagarajah/Suresh Thiyagarajah.

Zuschauer: 7915.

Zeitstrafen: Ekdahl du Rietz (2) - Gullerud (2), Jernemyr (4), Freitag (2).

Beste Spieler: Appelgren, Sigurdsson - Eijlers, Gullerud.

Gegen die Ostwestfalen waren die Löwen ganz schnell um klare Verhältnisse bemüht, sie wollten die kleine Krise zügig hinter sich lassen. Doch selbst eine frühe 3:0-Führung gab keine Sicherheit, nach den ersten vergebenen Chancen klappte bei den meisten Spielern lange Zeit fast gar nichts mehr. Geduld und Gier, Konzentration und Konsequenz gingen verloren. Von der Leichtigkeit eines Meisters, der Souveränität eines Spitzenteams war nichts zu sehen. "Als wir die ersten Fehler gemacht haben, hat man ganz schnell gesehen, dass unser Selbstbewusstsein nicht bei 100 Prozent ist", sagte Trainer Nikolaj Jacobsen, der sich aber zumindest auf seine Abwehr verlassen konnte: "20 Gegentore, das hatten wir lange nicht mehr."

Zwei Spieler ließen sich von der umgreifenden Nervosität indes nicht anstecken. Torwart Mikael Appelgren (11 Paraden) und Torjäger Gudjon Valur Sigurdsson (11 Würfe, elf Tore) schwangen sich zu Anführern, zu Rettern in der Not auf. "Ihre Einzelleistungen haben uns rausgerissen", sagte Schmid und adelte Sigurdsson als "Mentalitätsspieler, den wir in solch einer Phase brauchen. Er ist extrem wichtig für uns." Der Linksaußen riss seine Mannschaft mit, feuerte seine Kollegen an, munterte sie auf und übernahm Verantwortung. Die schwierige Gesamtsituation, sie war auch ihm bewusst: "Es war schwer, die vergangenen Tage zu vergessen. In der zweiten Halbzeit haben wir uns etwas befreit. Ich hoffe, die Köpfe werden jetzt etwas frischer."

Insbesondere aus dem Rückraum strahlten die Löwen lange Zeit gar keine Torgefahr aus, die Trefferquote lag zwischenzeitlich bei abenteuerlichen 33 Prozent und nach einer Viertelstunde brachte Trainer Jacobsen trotz Rückstands den Winter-Neuzugang Filip Taleski. Der 20-jährige Mazedonier war sichtbar bemüht, erzielte auch einen Treffer - leistete sich allerdings in seinem 15-minütigen Auftritt auch drei Fehlversuche und hatte in der Deckung zu kämpfen. "Ich fand es mutig von Filip, dass er weiterhin geworfen hat", sagte Schmid, "er hat Talent. Aber in der jetzigen Phase müssen es die Etablierten richten."

Zu denen gehört Alexander Petersson, der trotz leichter Oberschenkelzerrung zur zweiten Halbzeit kam. "Ich wollte ihn so lange wie möglich schonen, aber das war leider nur 30 Minuten möglich", berichtete Jacobsen. Was er nicht sagte, aber damit meinte, war klar: Peterssons Vertreter Harald Reinkind überzeugte erneut nicht, dem Norweger fehlt jegliche Sicherheit nach seiner erneuten Verletzung, die ihn die Weltmeisterschaft kostete. "Einige Jungs sind nicht in Topform. Wir müssen zusehen, dass alle auf ein vernünftiges Niveau kommen, damit wir mehr wechseln können", sagte Roggisch.

Schließlich stehen nun die entscheidenden Wochen in allen Wettbewerben an, im Achtelfinale der Champions League geht es wie erwartet gegen den THW Kiel (Hinspiel voraussichtlich am 22. März). "Die Chancen stehen 50:50. Mit seinem Kader ist der THW auf jeden Fall nicht der Außenseiter", sagte Schmid, der mit seinem eigenen Auftritt nicht zufrieden war: "Wenn ich so eine Leistung wie heute zeige, dann ist es für die Jungs links und rechts schwer. Ich bin sicherlich nicht der der Alleinschuldige. Aber es ist schon erlaubt, besser zu spielen."

© Mannheimer Morgen, Montag, 13.03.2017
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