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Formel 1: Sebastian Vettel dürfte am Sonntag in Texas leichte Vorteile haben

Austin – neue Strecke fordert Fahrer heraus

Von unserer Mitarbeiterin Karin Sturm

Red-Bull-Proberunden in Texas: Sebastian Vettel freut sich auf die Strecke in Austin mit ihren Höhenunterschieden.

© dpa

Austin. Nach fünf Jahren kehrt die Formel 1 in die USA zurück: Von Indianapolis 2007 geht es diesmal nach Austin in Texas, an einen Ort mit zwar erheblich weniger Motorsport-Tradition, dafür aber auf eine Strecke, die wahrscheinlich deutlich attraktiver und Formel-1-geeigneter ist: Die Fahrer, die das Streckenlayout schon mal per Playstation oder - noch besser und genauer - am Simulator kennengelernt haben, sind sich jedenfalls ziemlich einig: Austin könnte eine der wirklich guten neuen Strecken im Formel-1-Kalender werden (Sonntag, 20 Uhr/RTL).

Kein Wunder, hat sich doch der deutsche Streckenarchitekt Hermann Tilke diesmal auch noch zusätzliche Hilfe aus der Praxis geholt: Alexander Wurz, der langjährige österreichische GP-Pilot, arbeitete mit an dem Projekt, Austin auch aus Fahrersicht zu einem attraktiven Kurs zu machen. "Wir haben dafür extra einen Top-Simulator gemietet, ich bin da zwei Tage im Kreis gefahren, um alles auszuprobieren und zu optimieren. Wie zum Beispiel Überholen auch ohne DRS möglich ist, wie man dafür die Curbs, die Randsteine, optimal positionieren muss, wie die Kurvenradien, die Kuppen aussehen müssen."

Für Wurz stellt die Strecke eine sehr gute Mischung aus "amerikanischem Old-School-Stil mit einigem Auf und Ab und ein paar nicht alltäglichen Besonderheiten und dem neuen, von der FIA geforderten Pflichtprogramm Spitzkehre - lange Gerade - Spitzkehre" dar. Spektakulär für sein Gefühl: Ein recht steiler Anstieg zu einer Haarnadel mit einer enormen Kuppe, "hinter der man blind in eine Kehre hinein sticht" und dann eine leicht überhöhte Rechtskurve, die voll geht - und eine Kurvenkombination aus fünf oder sechs Kurven, teils überhöht, teils mit Kuppen, teils nach außen hängend, "wo wir alles hineingepackt haben, was die Ingenieure nicht haben wollen, der Fahrer aber wohl."

Strenge FIA-Vorgaben

Was Wurz immer wieder betont: Ginge es nach ihm - und auch nach Tilke - dann würde man sich für neue Strecken noch viel mehr an solchen Herausforderungen ausdenken: "Aber da stehen die FIA-Vorgaben dagegen, die ziemlich eng gefasst sind, sehr vieles vorschreiben und anderes nicht erlauben."

Unter den gegebenen Voraussetzungen habe man in Austin ziemlich das Optimum erreicht - und Teams und Fahrer vor eine schwierige Aufgabe gestellt. Wobei seinem Gefühl nach der Kurs von den beiden WM-Titelkandidaten schon Sebastian Vettel und Red Bull besser liegen sollte als Fernando Alonso und Ferrari: "Es ist eine Downforce-Strecke, wo der Abtrieb entscheidend ist - und da ist Red Bull stärker."

WM-Leader Vettel gehört zu denen, die schon einige "theoretische" Austin-Runden hinter sich haben. "Ich war im Simulator, um die Strecke zu lernen; wie sie fließt und um ein generelles Gefühl dafür zu entwickeln", sagt der Heppenheimer, der sich vor allem auf die Höhenunterschiede freut. "Der höchste Punkt wird rund 12 Meter höher als der niedrigste erwartet. Das verspricht einen schnellen Kurs mit schwierigen Kurven, die es uns Fahrern nicht leicht machen werden."

© Mannheimer Morgen, Dienstag, 13.11.2012
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