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Eishockey: DEB-Team verpasst zum ersten Mal überhaupt die sportliche Qualifikation für Olympische Spiele

Ein historisches Debakel

Von unserem Redaktionsmitglied Christian Rotter

Constantin Braun stand der Frust über das verpasste Olympia-Ticket ins Gesicht geschrieben.

© IHP24

Bietigheim-Bissingen. Trauer statt Freude, Selters statt Sekt. Das historische Debakel ist perfekt: Trotz eines 3:2 (1:0, 0:1, 1:1, 1:0)-Siegs nach Verlängerung gegen Österreich hat die deutsche Nationalmannschaft zum ersten Mal überhaupt die sportliche Qualifikation für ein olympisches Eishockey-Turnier verpasst. Zuletzt waren die Puckjäger 1948 nicht dabei - damals allerdings aus politischen Gründen.

"Das ist dramatisch für das deutsche Eishockey", sagte Franz Reindl mit trauriger Stimme. "Leider hat unser Team dem Druck nicht standgehalten", ergänzte der Generalsekretär des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB), der von einer riesengroßen Enttäuschung sprach: "Das Herz schmerzt schon sehr, das muss ich erst einmal verdauen."

1:2 gegen Italien rächt sich

Da die Mannschaft von Bundestrainer Pat Cortina am Freitag mit 1:2 nach Verlängerung gegen Italien verloren hatte, musste sie gegen die Alpenrepublik unbedingt in der regulären Spielzeit gewinnen, um das Ticket für Sotschi zu lösen. Lange sah es auch ganz gut aus, doch zwei Führungen reichten nicht. Benedikt Kohls Powerplaytreffer (19.) egalisierte André Lakos (32.), und nachdem Michael Wolf das 2:1 erzielt hatte (47.), ließ sich das DEB-Team ganz naiv auskontern. Markus Peintner besorgte das entscheidende 2:2 (53.). Patrick Reimers Siegtor in der Verlängerung fiel zu spät (63.).

Constantin Braun reagierte leicht angesäuert auf die Frage, ob die Niederlage gegen Italien nun nicht eine ganz bittere Note erhalten würde. "Quatsch", sagte der gebürtige Lampertheimer. "Wir müssen uns doch jetzt nicht mehr den Kopf über das Italien-Spiel zerbrechen. Wir hatten gegen Österreich genügend Chancen, das Spiel nach 60 Minuten für uns zu entscheiden", sagte der Verteidiger der Eisbären Berlin und hatte damit nicht ganz unrecht. Doch da Alex Barta (26.) und Michael Wolf im zweiten Drittel nicht nachlegten, blieb es stets brandgefährlich.

Auch Marcus Kink monierte die fehlende Kaltschnäuzigkeit. Der 28-Jährige fühlte sich hundeelend. "Das ist ein bitteres Gefühl", sagte der Kapitän der Mannheimer Adler. "Es ist bitter, auf der falschen Seite zu stehen. Olympia war ein großes Ziel von uns allen, das geht mir schon ganz schön an die Nieren. Und in einem Jahr, wenn das olympische Turnier ohne uns beginnt, wird es vielleicht noch einmal so schlimm sein."

Ähnlich sah es Michael Wolf. "Das ist absolut enttäuschend. Wir waren klar die bessere Mannschaft - und trotzdem hat es nicht gereicht", klagte der DEB-Kapitän, der mit dem Schicksal haderte: "Die Österreicher kommen in den letzten 20 Minuten ein einziges Mal vor unser Tor, und das Ding ist drin. Ich weiß nicht, was da genau passiert ist." Der Stürmer der Iserlohn Roosters rang um Worte und sprach dann vom großen Druck, der auf dem Team lastete: "Jeder hat im Vorfeld von uns doch drei deutliche Siege erwartet, das ist auf diesem Niveau leichter gesagt als getan. Mal sehen, wie lange ich an dieser Enttäuschung zu knabbern habe."

Reindl sprach nach der Blamage von einem Neubeginn, der "sofort" einzuleiten sei. Auf die Frage, ob dieser mit Cortina stattfinden würde, antwortete er mit einem entschiedenen "natürlich". Auch DEB-Präsident Uwe Harnos stellte sich vor den Bundestrainer. "Cortina hat beim Deutschland Cup in München 2012 frischen Wind gebracht. Wichtig ist nun, im Frühjahr eine gute WM in Finnland zu spielen. Aber natürlich ist Pat auch gefragt, ein Nachwuchskonzept zu entwickeln."

Besonders bitter verlief der Nachmittag für Niki Goc. Nach einer starken Anfangsphase mit zwei guten Schusschancen wurde der Mannheimer Verteidiger in der siebten Minute über den Haufen gefahren. Er wurde in die Kabine gebracht und kehrte nicht mehr aufs Eis zurück. "Für mich war das ein Foul", sagte Kink zur Szene. Wie dem auch sei: Goc wurde mit Verdacht auf Gehirnerschütterung ins Krankenhaus eingeliefert, eine Diagnose stand gestern aus. Sein Einsatz im Topspiel bei den Kölner Haien am Dienstag (19.30 Uhr) ist jedenfalls fraglich.

© Mannheimer Morgen, Montag, 11.02.2013
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