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Handball: Bundestrainer macht konkrete Vorschläge für eine Reduzierung des Wettkampf-Kalenders / Länderspiel in Mannheim am 1. November

Heuberger: Bundesliga mit 16 Klubs

Von unserem Redaktionsmitglied Marc Stevermüer

Martin Heuberger erhofft sich noch mehr Rückendeckung von der Liga.

©  dpa

Mannheim. Die Handball-Profis hetzen von einer Partie zur nächsten, Pausen gibt es praktisch keine. Champions League, Bundesliga und Länderspieleinsätze zehren an den Kräften. Seit Jahren klagen die Spieler über die zu hohe Belastung, seit Jahren schreiben sich Vereine und Verbände eine Reduzierung des Terminkalenders auf die Fahnen. Seit Jahren drehen sich aber auch alle Parteien im Kreis, weil im großen Interessenkonflikt zwischen nationalen Verbänden und Klubs niemand nachgeben will. Im Gespräch mit dieser Zeitung plädiert der deutsche Bundestrainer Martin Heuberger dafür, nicht nur mit dem Seziermesser, sondern mit der Axt an den Terminkalender zu gehen.

"Keine EM im Olympia-Jahr"

"Die Bundesliga von 18 auf 16 Mannschaften zu verkleinern, halte ich für eine Möglichkeit - auch angesichts des Leistungsgefälles. Außerdem wurde die Champions League in den vergangenen Jahren aufgebläht. Wenn ich da manch ein Ergebnis sehe, frage ich mich, ob in der Königsklasse wirklich so viele Mannschaften etwas verloren haben. Manchmal ist weniger mehr", sagt der 48-Jährige, der nicht nur mit dem Finger auf die Vereine zeigt, sondern auch weniger Länderspiele fordert: "Die EM-Qualifikation ist umfangreicher als früher. Das muss so nicht sein. Und wir brauchen auch keine Europameisterschaft, wenn im gleichen Jahr Olympische Spiele stattfinden. Ein Höhepunkt pro Jahr, das reicht aus. So kann es auf jeden Fall nicht weitergehen, dass die Jungs wie in diesem Jahr aus London kommen und wenige Tage später die Bundesliga beginnt. Das ist Irrsinn."

Seit gut einem Jahr ist der Schutterwälder im Amt, im Januar verpasste er mit der DHB-Auswahl bei der EM nur knapp das Halbfinale und damit auch die Olympischen Spiele. Trotzdem ist der gelernte Diplom-Verwaltungswirt zufrieden, denn die Mannschaft entwickle sich kontinuierlich weiter.

Forderung nach Rahmenspielplan

Außer Frage steht, dass sich die Klubs und der Verband seit Heubergers Dienstantritt angenähert haben. Als der Bundestrainer noch Heiner Brand hieß, waren die Fronten verhärtet. "Das Verhältnis zur Liga ist gut. Ich stehe mit vielen Klubtrainern in Kontakt. Wir versuchen, das Krafttraining von unseren Nationalspielern in die Vereine zu bringen, damit die Auswahlspieler nach einem ganzjährigen Konzept trainieren", berichtet Heuberger im Gespräch mit dieser Zeitung - und doch sei nicht alles im Lot.

"Der Liga ist die Nationalmannschaft immer noch nicht ganz so wichtig. Vom 3. bis 5. Dezember steht ein Kurzlehrgang an, bei dem ich vier Wochen vor der Weltmeisterschaft mit dem vermeintlichen WM-Kader einige Trainingseinheiten und eine Leistungsdiagnostik durchführen wollte." Ohne Absprache habe ihm die Liga genau in diesen Zeitraum zwei Bundesligaspiele reingelegt. "Jetzt fehlt mir ein halbes Dutzend Spieler aus Berlin, Flensburg und Melsungen. Das ist natürlich alles andere als ideal. Ich verstehe nicht, warum wir im Handball keinen Rahmenspielplan mit fixen Terminen für Liga, Europapokal und Nationalmannschaft hinbekommen."

Am 1. November (19 Uhr) startet die DHB-Auswahl in der Mannheimer SAP Arena gegen Montenegro in die EM-Qualifikation. Als Kapitän wird Oliver Roggisch die Mannschaft anführen, Heuberger legte sich endgültig auf den Abwehrspezialisten der Rhein-Neckar Löwen fest. Nach dem Rücktritt von Pascal Hens aus dem Nationalteam hatte der 34-Jährige schon in den vergangenen Partien die Binde getragen - und das wird auch nach der Rückkehr des lange verletzten Michael Haaß so bleiben. "Für mich ist Olli eine wichtige Bezugsperson, wir vertrauen uns. Es gibt daher keinen Grund, etwas zu ändern. Olli ist in der Kapitänsfrage die Lösung, die ich befürworte und die von der Mannschaft akzeptiert ist", macht der Schutterwälder klar.

Keine Rolle spielt in seinen kurzfristigen Planungen dagegen Ex-Kapitän Michael Kraus. "Michael hatte zuletzt mit vielen Verletzungen zu kämpfen. Er muss körperlich erst wieder voll da sein und sich über den Verein anbieten, um für uns ein Thema zu werden. Seine Leistungen beim HSV Hamburg sind noch zu wechselhaft", meint Heuberger, der aber Kraus nicht abgeschrieben hat: "Ich kenne seine Qualitäten."

© Mannheimer Morgen, Donnerstag, 18.10.2012
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