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Fußball: Frankfurts Torwart Trapp rettet 0:0 gegen Nürnberg und wird danach mit Lob überschüttet

„Ich halte ihn für den Besten“

Von unserem Redaktionsmitglied Alexander Müller

Laut Statistik zurzeit der beste Torwart in der Bundesliga: Frankfurts Schlussmann Kevin Trapp.

© dpa

Frankfurt. Ganz am Ende, es waren noch zwei Minuten zu spielen, blieb dem besten Frankfurter "kurz das Herz stehen". Der eingewechselte Nürnberger Muhammed Ildiz schickte einen gefährlichen Flatterball aufs Eintracht-Tor, wo sich Kevin Trapp die einzige Unsicherheit an diesem Nachmittag erlaubte. Sein Abpraller kam direkt zu Sebastian Polter, doch jetzt war der SGE-Schlussmann wieder auf der Höhe und entschärfte die Großchance mit einem Klassereflex. "Wenn der Nachschuss reingeht, sehe ich natürlich Scheiße aus", sagte Trapp hinterher. Stimmt. So aber blieb der 22-Jährige der große Lichtblick in einer spielerisch trüben Partie, in der die Hessen mit dem 0:0 noch gut bedient waren.

Aus der Pfalz an den Main

"Kevin hat uns im Spiel gehalten", startete Frankfurts Trainer Armin Veh seine Eloge auf den unumstrittenen Matchwinner, der in der ersten Halbzeit gleich mehrere Großchancen der Franken parierte. Überhaupt: "Er ist einer der Besten in der Bundesliga und wird das auch in Zukunft zeigen, weil er keine Eintagsfliege ist. Ich halte ihn sowieso für den Besten", sagte der Eintracht-Coach. Die Notenstatistik des Fachmagazins "kicker" weist den gebürtigen Saarländer, der vor der Saison für 1,5 Millionen Euro Ablöse aus Kaiserslautern an den Main transferiert wurde, tatsächlich als zurzeit besten Schlussmann der Liga aus.

Trapps Problem ist das Überangebot an hochveranlagten Torhütern im Land: Manuel Neuer, René Adler, Ron-Robert Zieler, Marc-André ter Stegen, Bernd Leno - auf keiner anderen Position gibt es zurzeit mehr Konkurrenzdruck. "Wenn wir eines nicht brauchen in Deutschland, dann sind das Torhüter aus dem Ausland. Kevin hat es nicht so einfach, weil noch viele andere Gute da sind", bekannte auch sein Fürsprecher Veh.

Selbst in der U 21 ist der Frankfurter Keeper aktuell nur die Nummer zwei hinter Leno. "Ich versuche mich den Trainern anzubieten", verzichtet der Mann aus der Gerry-Ehrmann-Torwartschule auf allzu markige Ansagen. Das passt zur Einschätzung seines Trainers Veh: "Er hat eine Top-Mentalität, ist absolut auf dem Boden geblieben. Wenn ich selbst keine Kinder hätte, würde ich ihn adoptieren."

Das bedeutet allerdings nicht, dass Trapp keine ehrgeizigen Ziele verfolgen würde. In einem Interview hatte der junge Mann mit den unglaublichen Reflexen unter der Woche davon gesprochen, bei der Weltmeisterschaft 2014 im DFB-Kader stehen zu wollen. "Natürlich ist das der Traum eines jeden Spielers, aber es gab noch kein Gespräch mit Joachim Löw", meinte Trapp dazu nach seiner erneuten Glanzvorstellung gegen Nürnberg nur.

Seit seinem Weggang aus der Pfalz, wo er am Ende nur noch die Nummer zwei hinter Tobias Sippel war, hat sich das Torwartspiel des Merzigers noch einmal verbessert und weiterentwickelt. "Diese brutale Ruhe - da habe ich ganz viel von Oka Nikolov gelernt", profitierte Trapp auch von der Zusammenarbeit mit der mittlerweile 38-jährigen Frankfurter Torwartlegende: "Das Training hier ist super. Ich hole mir in der Woche die Sicherheit für die Bundesliga." Eine Sicherheit, die mitgeholfen hat, die Eintracht auf Platz vier der Liga zu bringen.

© Mannheimer Morgen, Montag, 11.02.2013
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