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Radsport: Ex-Profi sagt bei Prozess gegen Fuentes aus

Jaksche belastet Dopingarzt

Archiv-Artikel vom Dienstag, den 12.02.2013

Jörg Jaksche sagte als Zeuge im Prozess um die "Operación Puerto" aus.

© dpa

Madrid. Im Prozess um die "Operación Puerto" hat der frühere deutsche Radprofi Jörg Jaksche den spanischen Dopingarzt Eufemiano Fuentes schwer belastet. Bei den Bluttransfusionen, denen er sich bei Fuentes unterzogen habe, sei es nur darum gegangen, "die Vorschriften zu umgehen", sagte der 36-Jährige vor Gericht in Madrid. Jaksche widersprach damit Aussagen des Mediziners, dieser habe sich ausschließlich um die Gesundheit der von ihm betreuten Sportler gesorgt. Schon bei den ersten Kontakten habe Fuentes ihm Anabolika, das Wachstumspräparat IGF-1 und eine Blutdoping-Behandlung angeboten. "Und er war stolz darauf", betonte Jaksche.

Der Ansbacher, der 2007 Doping gestanden und 2008 seine Karriere beendet hatte, war der erste Ex-Kunde von Fuentes, der in den Zeugenstand trat. Außerdem sollten auch die Ex-Fahrer Marcos Antonio Serrano und Ivan Basso gehört werden.

Auch Contador muss kommen

Der zweimalige Tour-de-France-Sieger Alberto Contador ist für den 22. Februar vorgeladen. Entgegen seinem Antrag muss der Spanier dann persönlich in Madrid erscheinen und kann nicht via Videokonferenz eine Aussage machen.

"Fuentes hat mit mir nie über Risiken gesprochen", berichtete Jaksche. Er sei sich teilweise nicht sicher gewesen, überhaupt sein eigenes Blut zurückgeführt zu bekommen. "Ich hätte sterben können", meinte der ehemalige Liberty-Seguros-Fahrer. Er betonte, Fuentes sei ihm von Saiz vorgestellt worden. "Niemand hat mich zum Doping gezwungen, aber das gehörte zum Radsport einfach dazu", sagte er.

Allein zwischen 2003 und 2006 soll Fuentes rund 200 Sportler betreut haben, und zwar nach eigener Aussage nicht nur Radprofis, sondern auch Fußballer, Tennisspieler, Boxer und Leichtathleten. Die Tätigkeit des gelernten Gynäkologen war im Vorfeld der Tour de France 2006 aufgeflogen. Bei der "Operación Puerto" beschlagnahmte die spanische Polizei im Mai 2006 in Laboren von Fuentes mehr als 200 Blutbeutel und weitere Dopingmittel. dpa

© Mannheimer Morgen, Dienstag, 12.02.2013
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