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Formel 1 (mit Fotostrecke): Vertrag für 2013 bringt Rückenwind für Nürburgring / Positive Reaktionen der Fahrer

Rosberg: Gute Lösung im Sinne der Fans

In einer aufwendigen Lichtshow wird der Herausforderer F138 enthüllt. Foto: epa

© DPA

Die Formel 1 fährt zumindest in diesem Jahr auf dem Nürburgring - die langfristige Zukunft der Königsklasse in der Eifel muss noch gesichert werden.

© -o-

Nürburg/Mainz. Der Nürburgring ist wieder am Start: Mit der Einigung zum Formel-1-Rennen im Juli bekommt die legendäre Rennstrecke nicht nur den begehrten Grand Prix, sondern erst mal auch Rückenwind für das Image. Doch viele Probleme bleiben.

Womit hat der Nürburgring eigentlich zu kämpfen?

Die staatliche Nürburgring GmbH musste im Sommer 2012 Insolvenz anmelden - zu wenig Besucher, zu wenig Einnahmen. Auch die Privatbetreiber hatten wenig Glück: Das Land kündigte ihnen aufgrund geringer Pachtzahlungen, sie verließen den Ring 2012. Ein großes Problem ist weiter der überdimensionierte Freizeitpark, den die frühere SPD-Regierung bauen ließ und für den die private Finanzierung vor einigen Jahren scheiterte. Ein 330-Millionen-Euro-Kredit für den Bau des Parks musste zunächst größtenteils mit Steuergeld gedeckt werden.

Und wie geht es wirtschaftlich weiter am Ring?

Das Sagen haben dort erstmal der für die Sanierung zuständige Geschäftsführer Thomas Schmidt und der Sachwalter Jens Lieser. Jetzt gehen sie daran, ein Zukunftskonzept zu entwickeln. Die neue Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, Malu Dreyer (SPD), will das "konstruktiv begleiten". Das Land ist schließlich größter Gläubiger. Sowohl die Sanierer als auch Dreyer sind froh, dass die Formel 1 zumindest für 2013 in der Eifel gesichert ist.

Gibt es jetzt noch finanzielle Risiken?

Offen ist, wie viel von den 330 Millionen Euro Landesgeld verloren sein wird. Außerdem prüft die EU-Kommission, ob eine halbe Milliarde Euro Beihilfen für den Nürburgring rechtens gezahlt wurden oder nicht.

Sind die Großveranstaltungen am Nürburgring gesichert?

Ja. Der Vertrag zur Formel 1 mit Chefvermarkter Bernie Ecclestone ist am Mittwoch unter Dach und Fach gekommen. Für Dreyer ein überaus positives Signal: "Dass die Formel 1 erneut am Ring gastiert, ist ein klarer Beleg für die Attraktivität der Rennstrecke." Der Ticketverkauf soll in der kommenden Woche starten. Die Fortsetzungen von "Rock am Ring" und dem ADAC-Truck Grand Prix standen schon 2012 fest - trotz der Insolvenz.

Warum zogen sich die Verhandlungen über die Formel 1 so lange hin?

Die damaligen Privatbetreiber und die Sanierer des Rings vereinbarten 2012 einen Deal: Die Ex-Pächter gaben Immobilien und Betrieb zurück und sollten dafür die Formel-1-Verhandlungen führen sowie das Rennen managen. Allerdings hielten auch die Sanierer Kontakt und machten klar, dass sie im Notfall bereitstünden. Das stieß auf Verstimmung bei den Ex-Pächtern und auf Unsicherheit bei Ecclestone.

Wie reagierten die Formel-1-Fahrer auf die Einigung?

Durchweg positiv. Sebastian Vettel will endlich einen Heim-Grand-Prix gewinnen: "Der Nürburgring ist jedem ein Begriff und für uns alle ist es sehr wichtig, den Grand Prix dort zu fahren", sagte der Heppenheimer Red-Bull-Pilot. "Vielen Dank an alle Beteiligten, dass doch eine gute Lösung im Sinne der deutschen Fans gefunden wurde. Die wären die großen Leidtragenden gewesen", sagte Mercedes-Pilot Nico Rosberg. dpa

© Mannheimer Morgen, Freitag, 01.02.2013
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