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Fußball: Mainzer fühlen sich bei 1:1 in Augsburg verpfiffen

Rot gegen Parker – Tuchel greift Schiedsrichter an

Archiv-Artikel vom Montag, den 11.02.2013

Der Stein des Anstoßes: Referee Stieler zeigt Parker (rechts) Rot.

© dpa

Augsburg. Einen wichtigen Punkt gegen den Abstieg gerettet, aber den Heimfluch wieder nicht besiegt: Sascha Mölders konnte sich über sein Tor zum hart erkämpften 1:1 (0:1) gegen den FSV Mainz 05 nicht so recht freuen. "Wir wollten drei Punkte holen, das ist uns leider nicht geglückt", sagte der Angreifer und machte ein langes Gesicht. Damit war er in bester Gesellschaft: Das Unentschieden in einem hektischen Spiel mit vielen umstrittenen Szenen war allen Beteiligten zu wenig.

Selbst Augsburgs Trainer Markus Weinzierl sah enttäuscht aus, als er versuchte, den einen Zähler als Erfolg zu verkaufen: "Wir haben 15 Punkte und Schlagdistanz zu den Hoffenheimern, die in zwei Wochen zu uns kommen. Und wir sind ungeschlagen in diesem Jahr, das gibt uns Selbstvertrauen." Dennoch blieb ein fader Beigeschmack. Der FCA konnte eine Rote Karte gegen den Mainzer Shawn Parker und die daraus resultierende 45-minütige Überzahl nicht zum Sieg nutzen. Das Team blieb im siebten Heimspiel in Folge ohne Dreier und verpasste den Sprung auf den Relegationsplatz.

Szalai trifft zur Führung

Die Mainzer waren restlos bedient, und Trainer Thomas Tuchel gab sich im Gegensatz zu Weinzierl keine Mühe, es zu verbergen. "Die Rote Karte lässt das Spiel total kippen. Ich bin zu 100 Prozent der Auffassung, dass wir zu elft das Spiel gewonnen hätten", sagte der Coach und nahm Schiedsrichter Tobias Stieler und dessen Assistenten aufs Korn: Es sei "unstrittig", dass die Szene zum Platzverweis "nur gefährliches Spiel und eine Gelbe Karte" war. "Wir haben außerdem ein glaskares Tor erzielt. Der Assistent hat sich die Mühe gemacht, die Fahne zu heben in einer Szene, in der er niemals die Fahne hätte heben dürfen. Das war eine krasse Fehlentscheidung", zeterte Tuchel: "Am Ende nehmen wir den Punkt mit, aber wie der entstanden ist, wird uns noch lange beschäftigen." Statt vier Punkten beträgt der Mainzer Rückstand auf die Champions-League-Ränge nun sechs Zähler.

Der FSV war durch Adam Szalai in Führung gegangen (43.), schwächte sich drei Minuten später aber selbst: Parker sah nach einem aus Schiedsrichter-Sicht groben Foulspiel gegen Michael Parkhurst Rot. Es war nicht die einzige umstrittene Szene vor der Pause. In der 20. Minute hatte Referee Stieler einem Tor von Parker wegen angeblicher Abseitsstellung zu Unrecht die Anerkennung (20.) verweigert. Und in der 39. Minute hatte Mainz großes Glück, dass Junior Diaz nach einem rüden Foul an Ronny Philp nur die Gelbe Karte sah. Philp musste mit einer schweren Knieverletzung ausgewechselt werden. FSV-Manager Christian Heidel sprach von einer "totalen Konzessionsentscheidung". sid

© Mannheimer Morgen, Montag, 11.02.2013
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