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Formel 1: Spekulationen um die Zukunft des Rekordchampions

Schumacher vielleicht sogar zu Sauber?

Radfahren wird es bei Michael Schumacher auch weiterhin nur aus Fitnessgründen geben, seine Karriere liegt sicherlich im Motorsport.

© dpa

Berlin. Michael Schumacher stehen auch nach seinem Aus bei Mercedes viele Türen offen. Aber was will der siebenmalige Weltmeister? Die Entscheidung könnte Monate dauern, meint sein langjähriger Wegbegleiter und Erfolgsmitgarant Ross Brawn. Ob der spektakuläre Coup, Lewis Hamilton von McLaren anstelle des siebenmaligen Formel-1-Weltmeisters vom kommenden Jahr an in den Silberpfeil zu setzen, auch Auswirkungen auf den WM-Kampf hat, bleibt abzuwarten. Sowohl Schumacher als auch Hamilton wollen sich mit Bestergebnissen von ihren Teams verabschieden.

Wie konnte es zur Ausbootung von Michael Schumacher bei Mercedes nach dieser Saison kommen?

Schumacher wollte sich nicht unter Druck setzen lassen. Teamchef Ross Brawn verkündete mehrfach, der Beschluss sei nahe. Doch Schumacher betonte: Eine Entscheidung gibt es vor Oktober nicht. Er wollte wissen, ob das Auto 2013 endlich ein Siegerauto würde, wollte wohl auch nicht nur für ein Jahr verlängern. Er wollte aber auch schriftlich haben, dass Mercedes überhaupt der Formel 1 die Treue hält. Erst in der Vorwoche bekannte sich der Autobauer zu einem langfristigen Engagement. Schumacher zögerte zu lange für Mercedes - und selbst jetzt wusste er nicht, was er wollte. "Michael hat eine lange Bedenkzeit gehabt, er war sich bestimmt nicht endgültig sicher, ob es weitergehen soll, oder nicht", erklärte Motorsportchef Norbert Haug. Da kam Lewis Hamiltons Wechselwille gerade recht.

Welche Möglichkeiten hat Schumacher?

Schumacher könnte einen Anschlussvertrag bei Mercedes bekommen. Möglicherweise als Markenbotschafter oder Berater, wie seinerzeit auch nach seinem Rücktritt Ende 2006 bei Ferrari. "Wir werden alles Weitere besprechen, sobald die Zeit dazu ist", sagte Haug. Es könnte einige Monate dauern, bis Schumacher entscheidet, meinte Teamchef Ross Brawn. Womöglich will es der bald 44-Jährige noch mal als Fahrer wissen. Der Spaß war trotz Erfolglosigkeit fast ungebremst.

Welcher Rennstall in der Formel 1 käme dafür infrage?

Der Knüller schlechthin wäre ein Comeback im Ferrari, wo der Platz von Felipe Massa wohl frei werden wird. Aber auch Sauber taucht in der Gerüchteküche auf - dort wäre ebenfalls ein Cockpit verfügbar. Niki Lauda sieht den Rekord-Weltmeister hingegen am Ende der Karriere.

Warum musste Schumacher für Hamilton weichen und nicht Nico Rosberg?

Schumachers Vertrag endet nach dieser Saison. Rosberg hatte seinen Kontrakt vor im November 2011 vorzeitig um mehrere Jahre verlängert.

Wird Rosberg nun die Nummer zwei hinter Hamilton?

"Sicher nicht", sagt Haug. Beide Fahrer sollen gleichbehandelt werden. Das ließ sich Hamilton bei den Vertragsverhandlungen zusichern.

Wie viel Sinn macht es aus sportlicher Sicht für Hamilton, zu einem Team mit einem aktuell schlechteren Auto zu wechseln?

Auf den ersten Blick wenig. Der Weltmeister von 2008 stand im Schnitt in fast jedem zweiten Rennen mit McLaren auf dem Podest. In jeder Saison feierte Hamilton Rennsiege, insgesamt sind es bis dato 20. Den Mercedes-Piloten gelang hingegen nach der Rückkehr des Werksteams in die Formel 1 zusammen gerade mal ein Sieg. Gleichwohl bietet Mercedes als Weltkonzern andere Möglichkeiten als McLaren - auch was die finanzielle Seite der Fahrerverträge angeht. dpa/sko

© Mannheimer Morgen, Montag, 01.10.2012
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