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Eiskunstlauf: EM-Platz sieben für die Mannheimerin – und Entschuldigung durch die DEU nach Verbands-Irritationen um Teamsitzung

Weinzierl wieder obenauf

Archiv-Artikel vom Montag, den 01.02.2016

Nathalie Weinzierl war mit ihrem siebten Platz bei der EM in Bratislava zufrieden.

© dpa

Bratislava. Zwei verpatzte Hebungen und trotzdem ein erhebendes EM-Debüt in Silber: Die früher so kratzbürstige Aljona Savchenko ließ auf ihren neuen Partner Bruno Massot ungeachtet seiner beiden Patzer nichts kommen, Welpenschutz für einen 27-Jährigen. "Ich bin doch total lieb geworden. Bruno hat Fehler gemacht, aber auf dem Eis sind wir immer ein Team und gehören zusammen", schnurrte die fünfmalige Paarlauf-Weltmeisterin und zwinkerte dabei dem betrübten Franzosen aufmunternd zu.

Gleich zweimal gingen dem breitschultrigen Normannen in der Kür die Kräfte aus, die nicht regelkonformen Hebefiguten kosteten die beiden Oberstdorfer rund zehn Punkte. Dass Massot nach seinem doppelten Fauxpas den Tränen nah war, konnte Trainer Alexander König, selbst ehemaliger EM-Dritter im Paarlauf, nachempfinden: "Als Mann einen Lift zu versauen, ist die Höchststrafe, so etwas haut einen um."

Denn statt sich in der Ondrej-Nepela-Arena mit den Olympiasiegern Tatjana Wolososchar und Maxim Trankow auf Augenhöhe um den EM-Titel zu duellieren, mussten die beiden Oberstdorfer nun schon froh sein, gerade noch den zweiten Platz zu retten. Massot macht zwar sichtbare Fortschritte, doch an das Niveau seines Vorgängers Robin Szolkowy reicht er noch nicht heran.

Derzeit spielt Savchenko noch ganz klar den dominanteren Part auf dem Eis, die gebürtige Ukrainerin selbst und König setzen indes unbeirrt darauf, dass Massot seine Rückstände kontinuierlich aufholt. Mit Blick auf die Weltmeisterschaften Ende März in Boston versprach Massot immer wieder ungefragt, hart an seinen Schwächen zu arbeiten: "Schließlich waren das Fehler, die mir noch nie passiert sind und nicht wieder passieren dürfen."

18 000 Euro Preisgeld erhielten Savchenko/Massot, ansonsten gab es für die deutschen EM-Läufer kaum etwas zu verdienen. Nur die Mannheimerin Nathalie Weinzierl heimste für Rang sieben in der Damen-Konkurrenz immerhin rund 3200 Euro ein. Ein kleines Schmerzensgeld dafür, dass die 21-Jährige wegen eines Formfehlers rund um das Fernbleiben bei einer Mannschaftssitzung am späten Dienstagabend zum Opfer einer Verbandsposse wurde, die am Ende keiner der Beteiligten mehr verstand. "Auf dem Eis musste ich deshalb vieles ausblenden, aber ansonsten ist fast alles geklärt", sagte die deutsche Ex-Meisterin.

"Ordnungsgemäß abgemeldet"

Weinzierl erklärte zu den Umständen, sie habe sich für die betreffende Mannschaftssitzung "ordnungsgemäß bei der Bundestrainerin abgemeldet, der Teamleiter Martin Skotnicky war ebenfalls informiert". Wegen ihres vermeintlich unentschuldigten Fehlens hatte ihr DEU-Leistungssportreferent Volker Herrmann die Teamkleidung weggenommen, so dass Weinzierl zum Kurzprogramm am Mittwoch in ihrer Trainingsjacke von Olympia 2014 in Sotschi erschien.

Dabei hatte die Mannheimer für die Sitzung abgesagt, ums sich perfekt auf ihr Kurzprogramm vorbereiten zu können. Weinzierl: "Da am Mittwoch ein frühes Training auf dem Programm stand (Aufstehen 5.30 Uhr), habe ich mich dazu entschieden, früh schlafen zu gehen. Jeder Sportler sollte das Recht haben, sich optimal vorbereiten zu können - dazu gehört auch ausreichend Schlaf und den Kopf frei zu haben für eine stressfreie Vorbereitung."

Tags darauf hatte die DEU die Sanktion aufgehoben und sich entschuldigt. "Es war eine Überreaktion meines noch jungen Mitarbeiters. Überdies hätte eine solche Bestrafung nie von einer einzelnen Person ausgesprochen werden dürfen", erklärte DEU-Sportdirektor Udo Dönsdorf entschuldigend. sid/sko

© Mannheimer Morgen, Montag, 01.02.2016
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