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Formel 1: In seinem Jubiläums-Rennen könnte Sebastian Vettel am Sonntag in Austin zum Titel-Hattrick fahren

Willkommen im 100er-Klub

Sebastian Vettel hat den WM-Hattrick im Blick - sein letzter verbliebener Rivale ist Fernando Alonso.

© dpa

Austin.  Die Aufnahme in den Hunderter-Klub der Formel 1 lässt selbst den rasenden Titeljäger Sebastian Vettel kurz inne halten. "Es fühlt sich noch gar nicht so lang an. Das zeigt einfach, wie die Zeit verfliegt, wenn man etwas macht, das man wirklich mag und genießt", sagte der 25-Jährige vor seinem 100. Grand Prix am Sonntag (20 Uhr MEZ/live bei RTL). Bei der Premiere im texanischen Austin könnte der Hesse jedoch noch einen viel größeren Meilenstein setzen und jüngster Dreifach-Weltmeister werden.

"Ich glaube nicht, dass irgendjemand anderes in so kurzer Zeit so viel erreicht hat. Wie weit das noch gehen kann, werden wir sehen", sagte Red-Bull-Motorsportberater Helmut Marko im Interview mit der Nachrichtenagentur dpa.

Alles im Schnelldurchgang

1. Rennen: Als Vertreter von Robert Kubica holt Vettel im BMW-Sauber mit Platz acht als jüngster Fahrer der Historie einen WM-Punkt.

22. Rennen: Im Regen von Monza steuert Vettel den Toro Rosso zu seiner ersten Pole Position und gewinnt sensationell auch das Rennen.

29. Rennen: In China beschert Vettel dem Red-Bull-Team den ersten Sieg.

42. Rennen: Im vorletzten Saisonlauf 2009 muss Vettel als Vierter von Brasilien den WM-Titel endgültig Jenson Button überlassen.

50. Rennen: Ausgerechnet zum kleinen Jubiläum kollidiert Vettel in der Türkei mit Teamkollege Mark Webber, es folgt ein Riesenkrach.

62. Rennen: Als Sieger im Finalthriller von Abu Dhabi 2010 holt sich Vettel zum ersten Mal die WM-Führung - und damit den ersten Titel.

77. Rennen: Nach überlegener Saison 2011 steht Vettel als Dritter in Japan schon vier Rennen vor Schluss erneut als Champion fest.

81. Rennen: In Brasilien rast Vettel zum 15. Mal in der Saison 2011 auf Pole Position und knackt damit Nigel Mansells Rekord.

99. Rennen: Bei der grandiosen Aufholjagd von Abu Dhabi macht Vettel 21 Plätze gut - ein Meisterstück.

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In der Tat hat Vettel bisher alles im Schnelldurchgang erledigt. Vor fünf Jahren, als die Formel 1 zum bislang letzten Mal in den USA gastierte, gab der Jüngling als Ersatz für Robert Kubica im BMW-Sauber sein Debüt - und holte dabei als jüngster Fahrer der Geschichte einen WM-Punkt.

Danach rauschte Vettel Richtung Spitze. Toro Rosso gab ihm sein erstes Stammcockpit, zum Dank holte er 2008 im verregneten Monza den ersten Sieg für das Team - als jüngster Formel-1-Pilot auf der Pole Position und auf dem obersten Treppchen.

Nach dem Wechsel zu Red Bull etablierte er sich endgültig als Siegfahrer, holte im dramatischen Finale 2010 Titel Nummer eins und ließ ein Jahr später den zweiten folgen. "Es ging alles so schnell", bekannte Vettel vor der Reise zum Jubiläum nach Austin.

15 Punkte mehr als sein letzter verbliebener Rivale Fernando Alonso müsste er auf dem neuen "Circuit of the Americas" holen, um schon im vorletzten Rennen den Titel-Hattrick zu komplettieren. Noch im Juli hatte Vettel 44 Punkte Rückstand auf den Spanier. Die furiose Siegesserie im Herbst brachte die Wende. "Je mehr Druck er hat, umso besser wird Sebastian", lobte Wegbegleiter Marko.

Auch die anhaltenden Sticheleien von Ferrari-Star Alonso bringen den Heppenheimer nicht aus der Ruhe. "Er weiß, worauf es ankommt. Diese Sachen lassen aber nicht nur ihn, sie lassen auch uns kalt", beteuerte Ex-Rennfahrer Marko. "Wir sind auf diese Spielchen ja gar nicht weiter eingegangen, sondern konzentrieren uns auf das, was notwendig ist, um das Auto schnell zu machen."

Disziplin, der Glaube an die eigene Stärke, das Vertrauen ins Team und ein enormes Fachwissen - das alles sind aus Markos Sicht die Qualitäten, die Vettel den Weg auf den Formel-1-Thron geebnet haben.

Kritiker zum Schweigen gebracht

Jüngst in Abu Dhabi brachte der Titelverteidiger wieder ein paar Kritiker zum Schweigen, als er zeigte, dass er durchaus auch als Überholkünstler von ganz hinten aufs Podium fahren kann. "Man ist niemals so gut, wie die Leute sagen - aber auch niemals so schlecht", erklärte Vettel danach.

Trotz aller Bestmarken sieht Förderer Marko beim Doppelchampion durchaus noch Steigerungspotenzial. "Die Luft nach oben ist Routine", sagte der 69-Jährige und fügte hinzu: "Im Endeffekt läuft es darauf hinaus, dass er mit weniger, ich würde nicht sagen Risiko, aber Materialbeanspruchung gleich oder noch schneller fahren kann."

Vettel brachte es auf eine einfache Formel: "Konzentrieren wir uns auf die zweiten 100." dpa

© Mannheimer Morgen, Freitag, 16.11.2012
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