Freimessung

Freimessung Bürgerinitiative kritisiert Verfahren

Kosten für den Rückbau im Blick

Biblis.Die Bürgerinitiative AK.W.Ende sieht die Pläne für den Rückbau des Bibliser Kernkraftwerks kritisch und befürchtet, dass mit dem Verfahren lediglich Kosten eingespart werden sollen.

Die erste Stilllegungs- und Abrissgenehmigung für die Blöcke A und B des AKW Biblis wird in Kürze erwartet. Kraftwerksbetreiber RWE zufolge besteht durch den Rückbau keine Gefahr für die Bevölkerung: Ein Großteil des anfallenden Materials könne gefahrlos in den Stoffkreislauf zurückgeführt werden. Dem widerspricht allerdings die Bürgerinitiative vehement und kritisiert in diesem Zusammenhang das Verfahren des sogenannten "Freimessens" und anschließender Freigabe von Materialien wie Bauschutt, Metallen, Reststoffen und Abfällen.

AK.W.Ende-Sprecher Rainer Scheffler erläutert: Grundlage des Freimessens sei das 10-Mikrosievert-Konzept. Bei Freigabe würden die Stoffe als gewöhnlicher Müll gelten, der deponiert werden oder zur freien Verwertung in den Wirtschaftskreislauf wie Straßenbau und Metallverarbeitung gelangen können. Aber: "Freigemessen heißt nicht strahlungsfrei", so die Bürgerinitiative. Das 10-Mikrosievert-Konzept suggeriere, dass es einen Grenzwert gäbe, unter dem radioaktive Strahlung unschädlich sei. Dies aber sei falsch, betont der Sprecher. Die Bürgerinitiative vermutet alleine wirtschaftliche Gründe hinter dieser Freigabepraxis. zg

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