Straßenbau

Straßenbau Informationsveranstaltung über Sanierung der A 6 sowie Brückenabriss über B 44 am Mittwoch

Verkehrsbelastungen bis 2020

Lampertheim.Was kommt auf die Menschen im südhessischen Ried zu, wenn auf der Autobahn 6 zwischen der Rheinbrücke, dem Anschluss Sandhofen und dem Viernheimer Dreieck Sanierungsarbeiten laufen? Diese Frage will eine Informationsveranstaltung des Regierungspräsidiums Karlsruhe an diesem Mittwoch beantworten. Der Leiter des Lampertheimer Fachbereichs Verkehr, Sicherheit und Ordnung, Uwe Becher, blickt den bevorstehenden Ereignissen mit gespannter Gelassenheit entgegen.

Wie berichtet, wird die A 6 zwischen der Rheinbrücke und der Anschlussstelle Sandhofen zum Beginn der Osterferien in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg ab 10. April saniert. Die Bauarbeiten - einschließlich der Sanierung der A 6 bis zum Viernheimer Dreieck sowie der Abriss der Brücke über die B 44 und deren Neubau - werden die kommenden vier Jahre beanspruchen. Vor allem Pendler und Lieferanten befürchten ein großräumiges Verkehrschaos.

Die sanierungsbedingten Fahrbahnverengungen auf der A 6, aber auch die Sperrungen der B 44 im Zuge der Brückenarbeiten werden auch Lampertheimer Autofahrer treffen. Allerdings geht Uwe Becher davon aus, dass Lampertheim selbst nicht übermäßig von den Folgen des eingeschränkten Verkehrsflusses beeinträchtigt sein wird. Am ehesten noch 2018, wenn die B 44 zeitweise voll gesperrt werden muss, um die alte Brücke abzureißen und eine neue aufzubauen.

Viele Pendler werden, so vermutet der Fachbereichsleiter, über die A 67 bei Lorsch auf die B 47 in Richtung Worms fahren, um von dort nach Lampertheim zu kommen oder über die Wormser Rheinbrücke auf die linksrheinische Seite zu gelangen. Dabei werde der Lampertheimer Stadtteil Rosengarten abermals zum Nadelöhr für den Autoverkehr, befürchtet Becher. Er rechnet auch mit Schleichverkehr über Feldwege hinweg; die Stadtverwaltung werde sich mit verstärkten Verkehrskontrollen auf diese Situation einstellen. Die Ampelkreuzung an der Rosengartener Rheingoldstraße sei bereits mit dem Ziel abgebaut worden, den Schleichverkehr in Richtung Worms zu unterbinden.

B 47-Sanierung im April

Zwar wird in den ersten beiden Aprilwochen auch die B 47 zwischen Riedrode und Rosengarten saniert werden. Allerdings rechnet Becher hierdurch nicht mit zusätzlichen Behinderungen, da die Verkehrsbehörde Hessen-Mobil mitgeteilt habe, diese Arbeiten ausschließlich an Wochenenden durchzuführen. Dafür lenkt Becher die Aufmerksamkeit auf eine andere Passage: die Verbindung zwischen Mannheim-Blumenau und weiter über die K 3 auf die L 3110. Die Stadt Mannheim habe bereits beim Regierungspräsidium Karlsruhe interveniert, weil sie eine höhere Belastung durch den Straßenverkehr befürchtet, der den Engpass Autobahnbrücke/B 44 zu umgehen sucht. In der Folge werde es auch, so Bechers Einschätzung, zu höheren Belastungen der Lampertheimer Ostumgehung kommen, mit Auswirkungen auf die Lampertheimer Ortsdurchfahrt, die Römerstraße, aber auch die Wormser Straße.

Doch die Stadt Lampertheim selbst beteiligt sich an den Straßenbaumaßnahmen mit einem eigenen Projekt: dem Neubau des Kreisels an der Kreuzung Industrie-/Neuschloßstraße. Seit Wochenbeginn ist die Einfahrt von der Industriestraße auf die Neuschloßstraße gesperrt. Mit Blick auf die bevorstehenden Baumaßnahmen sind die Versorger dabei, ihre Leitungen aus dem Baubereich zu verlegen. Verkehrskoordinator Becher geht davon aus, dass diese Arbeiten bis Ende April dauern werden, bei zwischenzeitlicher Öffnung der Industriestraße.

Gegenwärtig läuft das Ausschreibungsverfahren zum Neubau des Kreisels. Uwe Becher rechnet mit einem Baubeginn Anfang Mai und einer Bauzeit von voraussichtlich einem halben Jahr - mit Verkehrseinschränkungen, die auf die Nutzer der Neuschloßstraße, aber auch der Industriestraße zukommen werden. Eine großräumige Umleitung soll über die Ostumgehung verlaufen, auf die dann freilich auch den Umleitungsverkehr als Folge der Sanierungsarbeiten auf der A 6 aufnehmen muss. Ein ungemütliches Szenario also. Im Lampertheimer Ordnungsamt rechnet man denn auch mit erhöhten Ordnungsmaßnahmen. Auch sei die Verwaltung für gewöhnlich die erste Adresse für Beschwerden, wenn es auf Lampertheimer Territorium zu Verkehrsbehinderungen kommt. "Doch wir haben ein breites Kreuz", demonstriert Uwe Becher im Vorfeld der Großbaustellen Selbstbewusstsein. Mit über 30 Jahren in diesem Berufsfeld tätig, kann den Verkehrsexperten so leicht nichts mehr erschüttern.

Dass es am Mittwoch zu einer Informationsveranstaltung in Lampertheim kommt, haben die Bürger nach Darstellung Uwe Bechers vor allem der örtlichen Verwaltung zu verdanken: Ursprünglich sei die Informationsveranstaltung lediglich in Mannheim-Sandhofen geplant gewesen; diese findet nun eine Woche später statt.

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