Konzert

Konzert Trio präsentiert Werke von Beethoven, Bloch und Mendelssohn-Bartholdy / Jubiläumsveranstaltung am 2. Juli geplant

"Geister" tollen durch den Saal

Viernheim.Geisterhaft schauerliche Momente, furiose Läufe in Klavier- und Streicherstimmen sowie ruhige Momente bot das Nefesch-Trio dem Publikum in der Kulturscheune. Geigerin Jeanette Pitkevica konnte bei ihrer zehnten Konzertreihe mit der Pianistin Gulnora Alimova und der Cellistin Daniela Müller-Setzer zwei Meisterinnen ihres Fachs für das Trio-Konzert gewinnen, das in gleicher Besetzung bereits mehrfach in Viernheim aufgetreten war. Die Instrumentalistinnen präsentierten dem Publikum in der ausverkauften Kulturscheune Werke von Beethoven, Ernest Bloch und Felix Mendelssohn-Bartholdy.

Im Jahr 2007 stellte die junge Geigerin Jeanette Pitkevica mit Unterstützung der Volkshochschule erstmals eine vierteilige Konzertreihe in Viernheim auf die Beine. Aufgrund der guten Resonanz blieb es jedoch nicht bei der einen Reihe - und auch jetzt plant die Violinistin wieder zur Freude ihres treuen Publikums die nächsten Veranstaltungen. Als Abschluss der diesjährigen Serie ist am 2. Juli ein Jubiläumskonzert unter dem Motto "Hommage an 10 Jahre der Konzertreihe" vorgesehen. Zu hören sind dabei ausgewählte Titel der bisherigen 40 Konzerte Pitkevicas in Viernheim.

Jeanette Pitkevica stammt aus Riga und absolvierte an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Mannheim ihre künstlerische Ausbildung. Nach ihrem Abschluss im Jahre 2007 schloss sie ein Aufbaustudium für solistische Ausbildung an, das sie drei Jahre später erfolgreich beendete. Konzertreisen führten die Geigerin ins Baltikum, in die Schweiz sowie nach Italien und England.

Pianistin Gulnora Alimova stammt aus Usbekistan und studierte am Staatlichen Aschrafi-Konservatorium in Taschkent. Danach absolvierte sie Studien in Karlsruhe und an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Mannheim. Die Künstlerin trat bei Konzerten in der ganzen Welt auf, errang Preise bei Wettbewerben und erhielt Stipendien. Cellistin Daniela Müller-Setzer ist in Brasilien geboren und studierte an der Musikhochschule Trossingen sowie der Franz-Liszt-Hochschule Weimar. Müller-Setzer trat bei zahlreichen Kammermusik- und Orchesterkonzerten in Europa und Brasilien auf und unterrichtet seit 1999 an der Städtischen Musik- und Singschule Heidelberg.

Dynamische Varianten

Das Nefesch-Trio widmete sich im ersten Teil des Konzerts zunächst Beethovens auch unter dem Titel "Geistertrio" bekannten Trio für Violine, Violoncello und Klavier. Im "Allegro vivace e con brio" stiegen die Musikerinnen gleich mit viel Energie ein, Cello und Violine eröffneten Phrasen und ließen diese dann das jeweils andere Instrument fortführen. Dynamische Varianten verliehen dem Satz mehr Farbe. In einer fulminanten Passage in der Klavierstimme konnten sich die Konzertbesucher das Herumtollen der Geister gut vorstellen. Das "Largo assai ed espressivo" hingegen war von deutlich ruhigerem Charakter, wobei die drei Künstlerinnen durch außerordentlich gute Abstimmung überzeugten. Müller-Setzer begeisterte mit geschmeidigen Lagenwechseln, während Pitkevica feine Flageolett-Töne in die Kulturscheune zauberte. Mit gezupften "Pizzicati" beendeten Geige und Cello diesen Satz. Im abschließenden "Presto" brillierte Alimova am Klavier bei virtuosen Läufen, die schließlich in ein fulminantes Finale mündeten. Mit Ernest Blochs 1924 geschriebenen kurzen Nocturnes "Andante", "Andante quieto" und "Tempestoso" verabschiedeten die Musikerinnen das Publikum in die Pause.

Anschließend widmete sich das Ensemble dem zweiten Klaviertrio in c-Moll aus der Feder von Felix Mendelssohn-Bartholdy. Im ersten Satz überzeugte Pianistin Gulnora Alimova mit übergangslos gespielten Auf- und Abwärtspassagen, es entwickelte sich ein äußerst lebendiges Zusammenspiel der drei Instrumente. Im "Andante espressivo" herrschte eine eher melancholische Stimmung, ehe die Musikerinnen in den Sätzen "Scherzo" und "Allegro appassionato" noch einmal ihr ganzes Können offenbarten. Die Besucher zeigten sich begeistert über das hochkarätige Konzert und genossen zum Abschluss die Zugabe.

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