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Das Wetter des Monats: Kühl und nass – der Februar 2009 / Rekordhalter 1929 mit 22,6 Minusgraden und geplatztem Fasnachtszug:

Winter nimmt eiskalt Abschied

Christine Maisch-Straub

Ein Blick auf das langjährige Mittel belegt es nur all zu deutlich: Die Wintermonate 2008/2009 waren mit einem Durchschnittswert von 0,6 um exakt 1,3 Grad zu kalt. Und auch der Februar dieses Jahres liegt noch gut ein halbes Grad unter dem Mittel. Für die Meteorologen von der Beobachtungsstation Mannheim ist das jedoch noch keine Sensation. Im Februar 1985 gab es Tage, an denen die Quecksilbersäule unter den Minuswert von 18,7 rutschte. Ganz zu schweigen vom Eis-Jahr 1929. Bei bis zu 22,6 Kältegraden musste damals sogar der Fasnachtszug ausfallen.

"Von blaugefrorenen Ohren und kalten Füßen lassen sich die Mannheimer bei solchen Gelegenheiten zwar nicht stören, aber damals konnte es passieren, dass Zehen und Finger erfroren": So war vor 50 Jahren im "MM" in einem Rückblick auf den geplatzten Fasnachtszug zu lesen. Am 14. Februar 1929 überzog gar Rhein und Neckar eine Eisschicht. Tausende von Menschen nutzten die Gelegenheit, zu Fuß ans andere Ufer zu gelangen. Das war seit 1880 nicht mehr passiert. Kältegrade unter minus 20 Grad - die sollte es bis zum 21. Februar 1957 nicht mehr geben, als das Quecksilber auf 21,1 Grad unter null absackte.

Angesichts dieser eisigen Erinnerungen möchte Bernd Fischer - der mit seinem Team im Auftrag des Deutschen Wetterdienstes die Werte für unsere Stadt und Region festhält - den Dezember, Januar und Februar 2008/2009 in puncto Kälte auch gar nicht überschätzen: "Sagen wir mal so: Es war nach 13 Jahren endlich mal wieder ein normaler bis leicht kalter Winter." Extrem fiel auch die Niederschlagssumme nicht aus. Mit 123,3 Litern pro Quadratmeter hat der Winter seine zu erwartende Menge zwar zu 95 Prozent erfüllt: "Aber nur weil der Februar mit 61,2 Litern und somit 151 Prozent des Solls zugeschlagen hat." Besonders am 16. Februar, 18,3 Liter fielen an diesem Tag: "Das ist der sechsthöchste Februar-Wert der Nachkriegszeit." Und von wegen nahender Frühling: "Die Landwirte stehen alle schon in den Startlöchern und wollen aussäen, aber es ist zu feucht und zu kalt." Und so wird es noch eine Weile dauern, bis "im Märzen der Bauer die Rösslein einspannt".

© Mannheimer Morgen, Freitag, 06.03.2009

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