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Donnerstag, 24.05.2012

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Das Wetter des Monats: Januar verabschiedet sich mit weißen Flöckchen / Frostige Temperaturen weichen vorerst nicht

Winter schlägt eisige Saiten an

Von unserem Redaktionsmitglied Christine Maisch-Straub

Was im Osten der Stadt nur als vereinzelt ausgestreuter Hauch zu sehen war, trat in Neuhermsheim fast zentimeterdick zutage: der erste Schnee, der nicht sofort wieder wegschmolz, sondern als weiße Decke über einzelnen Stadtteilen liegenblieb. Er fiel in Mannheim 2012 am letzten Januartag. Warme Begrüßung, kalter Abschied - der erste Monat des Jahres ging mild an den Start und eisig ins Ziel. "Das ergibt einen Mischmasch, der uns unter dem Strich keine Rekorde einbringt", resümiert Bernd Fischer, der im Auftrag des Deutschen Wetterdienstes die Werte für die Quadratestadt aufzeichnet. Dennoch spürt er einige Extreme auf.

Relativ selten komme es in unserer Region vor, dass im Januar kein einziger sogenannter Eistag anfalle. Das ist ein Tag, an dem sich die Quecksilbersäule 24 Stunden lang unter die Null-Grad-Marke duckt. "Ende der 70er zählten wir manchmal bis zu 23 Januar-Eistage", erinnert sich der Experte. 2010 waren es immerhin zwölf. Das Ergebnis "leere Menge" konnte zum letzten Mal 2008 für sich in Anspruch nehmen.

Heiß ersehnte kalte Pracht

Erstaunlicherweise fielen zwar mit 50,9 Litern pro Quadratmeter fast 30 Prozent mehr Niederschlag, als zu erwarten war. Doch der strahlende Fixstern blieb davon ziemlich unbeeindruckt. "Der Regen fiel immer sehr geballt, und wenn es mal trocken war, dann auch gleich fast wolkenlos", versichert der Wetterfrosch. Und so sind 69 Sonnenscheinstunden zwar - gemessen an 2010 mit kläglichen 26 - ganz beachtlich und 50 Prozent über dem Durchschnitt. Aber eben noch lange keine Sensation. 2009 ließ sich der gleißende Himmelskörper im Januar sogar 111,1 Stunden blicken. Ähnlich "normal" fielen auch die Temperaturmittel aus. Mit einem Durchschnittswert von 3,8 Grad war der Januar um 1,2 zu warm: "Aber 2007 kamen wir auf 6,3 Grad."

Dass sich die weiße Pracht noch so rar macht, ist für die Landwirte ein echtes Problem. Sie fürchten Kälteschäden. "Schnee ist nämlich eine Bombenisolierung", weiß der meteorologische Fachmann. Selbst wenn er über der weißen Decke minus 20 Grad messe, würden einen Zentimeter darunter oft nur Werte um 1 Grad im Minus herrschen.

22,6 Grad minus, wie einst im Februar 1929 aufgezeichnet, müssten wir nicht fürchten: "Aber minus 10 Grad sind in den kommenden Nächten schon drin." Und wann wird's wieder gemütlicher? "Die sibirische Kaltluft kann sich bei uns lange halten." Doch dann keime wieder Hoffnung auf: "Dass sich wenigsten etwas Schnee zu uns verirrt."

© Mannheimer Morgen, Donnerstag, 02.02.2012

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