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Ratgeber

Bestattungsrituale der Weltreligionen

Archivartikel

Christentum

Im Christentum findet die Bestattung in Verbindung mit einer Trauerfeier meist in einer Kirche, Kapelle oder am Grab direkt statt. Der Verstorbene wird mit Glockengeläut zum Grab getragen. Beim Herabsenken des Sarges spricht der Pfarrer Bibelworte und wirft mit den Worten "Erde zu Erde, Asche zu Asche und Staub zu Staub" dreimal Erde auf den Sarg. Am Schluss beten die Anwesenden das Vaterunser und der Pfarrer gibt ihnen seinen Segen. Nach der Bestattung findet in der Regel ein Trauermahl statt.

Judentum

Im Judentum beginnt die Bestattung mit einer Trauerfeier auf dem Friedhof. Nach dem Tod sind nach jüdischem Glauben alle Menschen gleich, deshalb wird für den Verstorbenen ein einfacher Holzsarg und weiße Kleidung gewählt und auf Blumen oder sonstige Verzierungen verzichtet. Nahe Angehörige reißen sich ein Stück ihres Kragens ein um ihre Trauer zu zeigen, welcher erst nach der Trauerzeit wieder vernäht wird. Nach der Beisetzung wirft jeder Anwesende drei Hände voll mit Erde in das Grab. Der Rabbiner (Lehrmeister der jüdischen Religion) spricht aus dem ersten Buch Mose "Von Staub bist du und zum Staub wirst du zurückkehren." Danach wird das Kaddischgebet von zehn jüdischen Männern gesprochen. Vor Verlassen des Friedhofs müssen die Hände gewaschen werden.

Buddhismus

Im Buddhismus wird der Verstorbene noch drei Tage aufbewahrt und soll nicht berührt werden, da der Sterbevorgang noch nicht vollendet ist. Bei der Trauerfeier nehmen Mönche und Angehörige teil. Es werden religiöse Texte zitiert, es wird meditiert und gesungen. In dieser Religion besteht der Glaube an die Wiedergeburt, welche durch Almosen der Angehörigen unterstützt wird. Entweder findet eine Verbrennungszeremonie statt, wobei die Asche anschließend in ein kupfernes Gefäß gefüllt wird um dann beigesetzt zu werden. Traditionell wird die Asche in Flüssen in Indien, vor allem im Ganges beigesetzt. Alternativ ist eine Himmelsbestattung möglich, wobei der Leichnam zerteilt wird, sodass Geier den Körper und die Seele in den Himmel tragen, damit sie entweichen kann.

Hinduismus

Beim Hinduismus gibt es viele Rituale für die Bestattung, doch der Glaube an die Reise ins Jenseits ist immerzu gleich. In der Regel wird der Körper öffentlich verbrannt, was allerdings in Mitteleuropa nicht zulässig ist. Deshalb wird der Verstorbene in seine Heimat gebracht, um dort die traditionelle Bestattung durchzuführen. Der Verstorbene wird gewaschen und in weiße Leinentücher gewickelt. Nach der Einäscherung wird die Asche in fließende Gewässer beigesetzt, oft mit Beigabe von Blumen.