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Unternehmensgewinne bieten positive Aktienaussichten

Archivartikel

In den letzten Monaten waren die Börsen - sowohl in Europa, als auch in den USA - vor allem durch politische Ereignisse bestimmt. Dadurch sind einige andere Faktoren, die sonst die Aktienkurse beeinflussen, etwas in den Hintergrund getreten. Doch die fundamentalen Kräfte, die die Börse treiben, wirken weiterhin. Sie dürften sich im weiteren Jahresverlauf wieder stärker bemerkbar machen. Für Aktieninvestoren ist das keine schlechte Botschaft.

Als im vergangenen November Donald Trump überraschend zum Präsidenten gewählt wurde, reagierten die US-Börsen zunächst mit einem wahren Kursfeuerwerk. Die Aussichten auf einen wirtschaftsfreundlichen Kurs der neuen Administration, die Ankündigung eines milliardenschweren Infrastrukturprogramms und von Steuersenkungen weckten große Hoffnungen. Und die Kursbildung an den Aktienmärkten wird vor allem von den Erwartungen an die Zukunft bestimmt.

Fundamentale Daten werde wieder wichtiger

 

In Europa reagierten die Börsen nicht ganz so euphorisch. Die Aussichten auf mehr US-Protektionismus bremsten ebenso wie einige politische Unwägbarkeiten. Ungewisse Wahlausgänge in den Niederlanden und Frankreich sowie aktuell in Großbritannien sorgten für Unsicherheit, die kursdämpfend wirkten. Doch mit den Wahlergebnissen kam die Sicherheit ein Stück zurück. Inzwischen mehren sich auch die Zeichen für einen konjunkturellen Aufschwung in Europa - ein positives Signal. Das erklärt, warum der DAX zuletzt einige Rekordmarken knackte. Und obwohl inzwischen die Irritationen über den neuen US-Präsidenten größer werden, halten sich die Kurse in den USA auf erstaunlich hohem Niveau.

Manches spricht dafür, dass die Politik in den nächsten Monaten die Kurse nicht mehr so stark prägen wird. Die Erwartungen an die Trump-Präsidentschaft sind inzwischen einer erheblichen Ernüchterung gewichen. In Europa ist die Wahl-Rallye erst einmal vorbei. Die Parlamentswahlen in Frankreich, möglicherweise auch in Italien und bestimmt im Herbst in Deutschland sind die wesentlichen noch bevorstehenden Entscheidungen. Mit der Wiederbelebung der deutsch-französischen Achse könnte ein Stück Stabilität nach Europa zurückkehren.

Unternehmensgewinne und Aktienkurse - ein enger Zusammenhang


Damit treten die Unternehmensgewinne wieder ein Stück mehr in den Fokus der Börsenakteure. Denn auf lange Sicht sind die Aktienkurse nichts anderes als abdiskontierte zukünftige Aktienerträge. Und die werden nun einmal maßgeblich durch die Unternehmensgewinne bestimmt. Folgt man diesem Zusammenhang, stehen die Aussichten für eine weiterhin positive Börsenentwicklung - trotz des bereits erreichten hohen Kursniveaus - nicht schlecht.

Die Unternehmensgewinne wiesen im ersten Quartal dieses Jahres überwiegend positive Daten auf. Noch wichtiger sind die Prognosen für das laufende Jahr. Die Analysten der großen Geldhäuser haben ihre Gewinnerwartungen für 2017 mit Blick auf Europa zuletzt sogar angehoben - auf nunmehr 9,3 Prozent plus. Dabei war man ohnehin schon optimistisch gewesen, nach Gewinnrückgängen im vergangenen Jahr. Besonders positiv stechen bei den Gewinnerwartungen spanische und italienische Unternehmen sowie Bankaktien hervor. Bei letzteren spielen Hoffnungen auf eine Zinswende eine wichtige Rolle.

Etwas skeptischer ist man bei den Vereinigten Staaten. Hier werden zwar auch höhere Gewinne als 2016 erwartet. Doch die Unsicherheit ist größer geworden. Das Wirtschaftswachstum und die Entwicklung am Arbeitsmarkt fiel in den ersten Monaten geringer aus als erwartet. Und ob die wirtschaftliche Entwicklung in den USA sich von Trumps erratischer Politik abkoppeln kann, erscheint zweifelhaft.

 

Überraschungen nicht ausgeschlossen


Anerkannte Experten - zum Beispiel der Deutschen Bank - vertreten vor diesem Hintergrund die Meinung, dass die Perspektiven vor allem europäischer Aktien gut sind. Der Einstieg lohnt sich danach immer noch - gerade bei vorübergehenden Kursdämpfern. Für die dürfte schon die nach wie vor fragile politische Großwetterlage sorgen. Die explosive Situation im Nahen Osten, europäische Uneinigkeit und der Trump-Kurs könnten noch für manche Überraschungen gut sein.