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Ab(t) durch die Mitte: Elektro-Tuning mit 1.018 PS

Mit schnellen Elektro-Rennwagen kennt sich Edel-Tuner Abt bestens aus. Das Unternehmen aus Kempten im Allgäu gilt als einer der Pioniere im elektrischen Motorsport. Zusammen mit den Partnern Audi und Schaeffler fahren die "Äbte" in der Formel E auf der Überholspur. Und auch in der Welt des Tunings führt schon bald kein Weg an der Elektromobilität vorbei. Das demonstriert Abt Sportsline jetzt eindrucksvoll mit einem Hybrid-Prototypen.

Das auf einem Abt Audi Avant RS6 basierende Fahrzeug durchbricht dabei mit bis zu 1.018 PS Systemleistung eine magische Schallmauer. Wie aber geht das? Die Ingenieure haben im Kardantunnel einen zusätzlichen Elektromotor installiert, um per Knopfdruck einen Zusatz-Boost an der Hinterachse zu ermöglichen. Wie das abgeht, demonstriert Formel-E-Rennfahrer Daniel Abt in einem Video, in dem er den RS6-E vorstellt und zum ersten Mal den "Power Button" drückt (https://youtu.be/Pxak7Xqwphk).

Schon am Verbrennungsmotor haben PS-Junkies ihre Freude. Denn der leistet beim Abt Audi RS6-E 537 kW/730 PS. Der Prototyp packt allerdings noch eine Schippe drauf. Möchte der Fahrer die Beschleunigung ausreizen, lässt sich oberhalb von 100 km/h auch die E-Power nutzen, erklären die Abt-Techniker. Das bedeutet in Zahlen: Nun werden für kurze Zeit 213 kW/288 PS und 317 Newtonmeter zusätzliches Drehmoment frei. Insgesamt ergibt dies somit eine Systemleistung von 1.018 PS und 1.291 Newtonmeter. Da die Zusatzpower nur bei Bedarf zugeschaltet wird, reicht laut Tuner eine kompakte Batterie mit einer Kapazität von 13,6 kWh aus.

Auch optisch ist der Prototyp nichts für zarte Gemüter. Allein durch die futuristische Fahrzeugfolierung wirkt der Power-Abt wie ein Ding aus einer anderer Auto-Welt. Abgerundet wird der Auftritt durch mächtige 21 Zoll große Felgen vom Typ Abt Sport GR. Das Aerodynamik-Paket, das der Tuner für den "normalen" RS6 anbietet, darf natürlich nicht fehlen. Verbaut werden Frontlippe, Frontschürzenaufsätze, Spiegelkappen, Radhausentlüftungen, Seitenschweller- und Heckschürzenaufsätze nebst Heckspoiler. Und ein H&R-Gewindefahrwerk sorgt für die Tieferlegung - so sollen selbst 1.018 PS stets kontrollierbar sein, heißt es. Da kann man nur sagen: Im so beschaulichen Allgäu geht mal die Post ab - jetzt sogar elektrisch.