Auto

Assistenten für Notbremsung nicht immer winterfest

Der ADAC gibt Notbrems-Assistenten gute Gesamtnoten. Doch in puncto Wintertauglichkeit schneit es bei der Bewertung Abzüge. Im Rahmen der Euro NCAP-Tests hat der Automobilclub einen detaillierten Blick auf die so wichtige Sicherheits-Elektronik geworfen.

Die Auswertung zeigt: Rund zwei Drittel der Systeme erfüllen die Anforderungen an den City-Notbremsassistenten zu 100 Prozent. Für den Euro NCAP-Test des City-Notbremsassistenten fährt das Testfahrzeug mit schrittweise steigender Geschwindigkeit von 10 bis 50 km/h auf eine stehende Fahrzeugattrappe zu und muss durch eine selbstständige Bremsung den Aufprall vermeiden. Die Versuche finden dabei ausschließlich auf trockener Oberfläche und bei Temperaturen zwischen fünf und 40 Grad Celsius statt.

Bei winterlichen Verhältnissen schaut die Sache weniger gut aus: Der ADAC hat das am Beispiel des Audi A6 überprüft. Bei optimalen Euro NCAP-Bedingungen bremst der Audi komplett ab und vermeidet damit den Aufprall auf das Hindernis. Dabei wird, wie bei vielen anderen Modellen auch, der Bremsvorgang möglichst spät eingeleitet und dann stark gebremst. Ist die Fahrbahn rutschig und die Außentemperatur bei -1°C, bremst der Audi bei 25 km/h und 45 km/h zwar, doch er kommt ins Rutschen und kollidiert mit der stehenden Fahrzeugattrappe, allerdings mit verringerter Geschwindigkeit.

Parameter wie Außentemperatur, Nässe oder Eisglätte seien also beim Notbrems-Assistenten nicht in die Berechnung des Bremswegs eingeflossen. "Sonst hätte der Audi die Vollbremsung früher eingeleitet", teilt der ADAC mit.

Technisch sei das aber durchaus möglich: zum Beispiel über ESP-Sensorik, den Regensensor oder den Außentemperaturfühler. So ließen sich Rückschlüsse auf das Bremsverhalten ziehen, und Unfälle in möglichst allen realistischen Fahr- und Umgebungssituationen könnten verhindert werden.