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Autonom in die Zukunft

Archivartikel

Selbstfahrenden Autos gehört die Zukunft. Die Vorteile sind schon jetzt klar definiert. Mehr Komfort, mehr Sicherheit und mehr Effizienz soll diese Mobilität von Morgen bieten. Deshalb tummeln sich immer mehr bekannte Autohersteller auf der autonomen Bühne. So arbeiten beispielsweise Tesla, Audi, Mercedes, Volvo und BMW an verschiedenen Testprojekten. Unterstützt werden sie dabei von kompetenten Zulieferern wie Continental, Bosch oder Schaeffler.

Doch noch haben viele Menschen Bedenken und Berührungsängste, wenn die Rede von "Geisterautos" ist. Allein bei dem Gedanken, das Lenkrad aus der Hand zu geben, drehen viele passionierte Autofahrer am Rad. Und bei Meldungen über Unfälle, in die Autos ohne Fahrer verwickelt sind, heben die Skeptiker sofort warnend den Zeigefinger. Fest steht aber auch: In den meisten Fällen sind menschliche Fehler verantwortlich.

Einen ganz neuen Ansatz mit einem etwas gewöhnungsbedürftigen Namen bringt jetzt Opel ins Spiel. Die Rüsselsheimer unterstützen das deutsche Forschungsprojekt "Ko-HAF". Hinter diesen Buchstaben versteckt sich allerdings kein Roboter aus dem Science-Fiction-Kino. Vielmehr steht "Ko-HAF" für "Kooperatives hochautomatisiertes Fahren". Ziel des Projektes sei es, eine Verkehrswelt mit weniger Unfällen zu schaffen, betonen die Opel-Strategen.

Im Opel-Test-Center in Rodgau-Dudenhofen wurden nun die Ergebnisse präsentiert. Und die Hauptrolle dabei spielt ein aufgerüsteter Opel Insignia. Dank modernster Technik muss der Fahrer im Insignia nicht ständig selbst aktiv sein. So kann er sich anderen Aufgaben widmen - bis er bei einer kritischen Situation aufgefordert wird, innerhalb eines definierten Zeitrahmens wieder die volle Kontrolle über den Wagen zu übernehmen.

Dafür muss sich das Auto "vorausschauender" bewegen als dies mit den fahrzeugeigenen Sensoren allein möglich ist, betonen die Opel-Ingenieure. Und genau hier setzt Ko-HAF an: Fahrzeuge senden Informationen zu Baustellen, Staus und Unfällen an einen sogenannten "Sicherheits-Server". Dort werden die Daten dann gesammelt und verarbeitet. Was steckt dahinter? Dem Verkehrsteilnehmer soll so bei Bedarf eine detaillierte aktuelle Karte zur Verfügung steht, die wie ein künstlicher Horizont die vorausliegende Strecke abbildet.

Und wie definiert Opel seine Aufgabe? Man kümmere sich im Rahmen von "Ko-HAF" um die Entwicklung der digitalen Karten sowie um die Kommunikation zwischen Server und Auto, speziell um die Phase des Kontrollübergangs zum Fahrer, heißt es. Die Ingenieure erstellen die Server-Architektur, definieren die Schnittstellen und sorgen dafür, dass die Daten verwertbar in beide Richtungen fließen.

Außerdem entwickelt Opel Algorithmen, die den jeweils aktuellen Aufenthaltsort auf Navigationskarten sichtbar machen. Diese Daten werden dann mit Informationen vom Server sowie von weiteren Karten, fahrzeugeigenen Sensoren sowie dem Globalen Navigationssatellitensystem (GNSS) synchronisiert.

Die Lokalisierungstechnik wurde bei Prüffahrten mit dem Insignia im Test-Center und auf Autobahnen rund um Frankfurt am Main, die als Ko-HAF-Teststrecken dienten, validiert, berichtet der Hersteller. Auch der Fahrer wurde bei diesem Test durchleuchtet. Um zu erkennen, wie der Fahrzeugführer seine Zeit während der "autonomen Reise" nutzt, entwickelten die Ingenieure ein spezielles Analyse-Programm.

Fest steht: "Geisterautos" sind keine Schreckgespenster, sondern werden mehr und mehr zur Realität. Der Countdown zum flächendeckenden autonomen Fahren läuft.

Ralf Loweg / mid