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Autonomes Autofahren? Nein danke!

Archivartikel

Alternative Antriebe, Konnektivität und autonomes Fahren sind Themen, die auf der Agenda der Auto-Bosse derzeit ganz oben stehen. Doch was sagen die Kunden? Wie aufgeschlossen sind sie beispielsweise gegenüber selbstfahrenden Automobilen?

Bei dieser Frage sieht es offenbar gar nicht so rosig aus. Das Vertrauen in die Sicherheit autonomer Fahrzeuge stagniert in Deutschland - das zeigt die Deloitte Global Automotive Consumer Study 2019. Die Untersuchung analysiert die Einstellung von Konsumenten in verschiedenen globalen Märkten zu den Trends im Automobilbereich.

"Autonome Fahrzeuge haben das Potenzial, die Verkehrssicherheit dramatisch zu verbessern. Dies sind ohne Frage positive Ziele - sie zu erreichen, kann angesichts der Verbraucherbedenken aber eine Herausforderung werden", erklärt Dr. Thomas Schiller, Partner und Leiter Automotive bei Deloitte.

Kommen wir zur Auswertung der Untersuchung: Immerhin 47 Prozent der deutschen Studienteilnehmer bezweifeln, dass autonome Fahrzeuge derzeit eine Chance am Markt haben. Ausschlaggebend für diese anhaltende Skepsis ist die Sicherheitsfrage: Medienwirksame Unfälle mit selbstfahrenden Testautos werden von den Verbrauchern aufmerksam registriert.

In Deutschland gibt mit 56 Prozent mehr als die Hälfte an, dass die Berichterstattung ihr Bild vom autonomen Fahren negativ beeinflusst, in den Niederlanden und Großbritannien sind es sogar fast zwei Drittel. Zudem wird den Automobilherstellern immer weniger zugetraut, autonome Fahrzeuge auf den Markt zu bringen. Sahen 2018 noch 48 Prozent der deutschen Studienteilnehmer die Hersteller dazu in der Lage, sind es 2019 nur noch 33 Prozent.

Angesichts der Vertrauenskrise ist der Zuspruch für eine starke Regierungsaufsicht und regulatorische Standards bei der Entwicklung und Nutzung von autonomen Fahrzeugen entsprechend hoch. In Deutschland wünschen sich dies 59 Prozent, in den USA 56 Prozent und in den Niederlanden sind es sogar 73 Prozent.