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Test Kia Picanto 1.0 Dritte Generation des Kleinwagens optisch und mit zahlreichen Ausstattungsdetails aufgewertet

City-Floh wächst über sich hinaus

Archivartikel

Der Kleinwagen-Klasse ist der Kia Picanto der dritten Generation zwar nicht entwachsen. Dafür wurde der schicke City-Floh mit fünf Türen und einer großen Auswahl an Sicherheits- und Komfortdetails ausgestattet.

Auf einer Länge von 3,60 Metern lässt sich nicht "viel Auto" unterbringen, mag so mancher denken. Wenn die Aufteilung jedoch stimmt, kann man einiges herausholen. So führt der nun längere Radstand beim Picanto zu einem größeren Platzangebot. Entsprechend können es sich Fahrer und Beifahrer auf ihren bequemen Sitzen gemütlich machen. Die Kopffreiheit ist auch für Großgewachsene ausreichend.

Bequem sitzen lässt es sich im Fond, wenn der Vordermann seinen Sitz etwas nach vorne schiebt. Im Bereich der Rücksitzbank ist die Kopffreiheit deutlich geringer. In der Mitte sollte nur bei kurzen Fahrten jemand Platz nehmen.

Kein Problem ist es, mehrere Gepäckstücke im Picanto unterzubringen. Die Autobauer aus Südkorea rühmen sich, den mit einem Volumen von 225 Litern größten Kofferraum in der Kleinwagen-Klasse geschaffen zu haben. Klappt man die im Verhältnis 60:40 teilbare Rückbank komplett um, sind es bis zum Dach sogar 1010 Liter. Das ist beachtlich. Noch dazu entsteht beim Umlegen keine störende Ladekante.

Ebenfalls gelungen ist die Innenraumgestaltung. Der Preisklasse entsprechend wird zwar viel Kunststoff verwendet. Durch eine "Riffelung" der Oberflächen wirkt dieser aber nicht billig. Optisch aufgewertet wird das Ganze zudem durch Einlagen in Alu-Optik und Glanzlack-Einfassungen. Der Clou am Armaturenbrett sind die quasi auf den Kopf gestellten, senkrecht eingebauten Lüftungsdüsen.

Der Kia Picanto kann aber noch durch weitere Details punkten, die für Autos dieser Klasse nicht immer verfügbar sind - teilweise aber auch den Kaufpreis flugs in die Höhe treiben. So ist das getestete Modell "Picanto 1.0 Spirit" beispielsweise mit LED-Tagfahrlicht, autonomem Notbremsassistent, Start-/Stopp-System, Sitz- und Lenkradheizung, verschiebbarer Armlehne, einer Induktionslademöglichkeit für Mobiltelefone, Navigationssystem und Parksensoren (hinten) ausgestattet. Erleichtert wird das Manövrieren zudem durch die auch bei schlechtem Wetter gut arbeitende Rückfahrkamera. Angesichts der durch die breit geratenen C-Säulen etwas eingeschränkte Sicht nach hinten möchte man diese nicht missen.

Den Kia Picanto gibt es in den vier Varianten "Attract" (ab 9990 Euro), "Edition 7" (ab 11 490 Euro), "Spirit" (ab 13 890 Euro) und "GT Line" (ab 14 990 Euro). Das Sondermodell "Dream-Team Edition" ist ab 12 690 Euro zu haben. Alle sind Benziner. Der 1,0-Liter-Dreizylinder hat 67 PS, der 1,2-Liter-Vierzylinder 84 PS unter der Haube. Die Modelle "Spirit" und GT Line" ist mit Schalt- oder Automatik-Getriebe erhältlich.

Sportlich wirkt der Kleine durch seinen breiten Kühlergrill, die Kia-typischen "Tigernase" sowie die verkürzten vorderen und hinteren Überhänge. Hingucker sind auch der kleine Spoiler sowie die zackig in die Kotflügel beziehungsweise ins Heck hineingezogenen Lichter.

Beim Autofahren kommt es aber in der Hauptsache nicht auf das Aussehen an. Viel wichtiger sind die Benutzerfreundlichkeit und das Fahrverhalten. Das Cockpit ist angenehm übersichtlich, alle Bedienelemente sind gut zu erreichen beziehungsweise über das Lenkrad zu steuern.

Angenehm ist es, mit dem "Kleinen" in der Stadt unterwegs zu sein. Denn er ist sehr wendig und kommt geschmeidig um jede noch so enge Biegung, ohne dass das Heck ausbricht. Überhaupt liegt der Picanto gut auf der Straße. Unebenheiten federt er einfach weg.

Steigungen liegen ihm dagegen weniger. Will man hier zügig unterwegs sein, muss der Drei-Zylinder-Motor konsequent im oberen Drehzahlbereich gefahren werden. Das wiederum treibt auf dem Bordcomputer die momentane Kraftstoffanzeige schnell in Richtung Anschlag. Im Test verbrauchte der Kleine 5,1 Liter auf 100 Kilometer. Damit ist er kein großer Schlucker.