Auto

Dachboxen: Praktisch, aber mit Tücken

Der Platz im Auto ist wieder zu knapp? Und es sollen unbedingt auch noch das Schlauchboot und die drei Luftmatratzen mit in den Urlaub? Dann hilft eigentlich nur noch eine Dachbox. Aber Vorsicht: Der zusätzliche Stauraum ist zwar extrem nützlich, doch er hat auch seine Tücken. "Wenn man Träger, Box und Ladung nicht ausreichend befestigt, können sie sich vom Autodach lösen und einen schweren Unfall verursachen", weiß etwa der DEKRA-Unfallsachverständige Martin Kugele. Deshalb müssen bei der Montage unbedingt die Bedienungsanleitung des Boxen-Herstellers beachtet und das mitgelieferte Spezialwerkzeug verwendet werden. Keinesfalls sollte man laut Experte Kugele mit baulichen Veränderungen, etwa mit zusätzlichen Bohrungen, in die Stabilität des Systems eingreifen.

Die zulässige Zuladung ist in der Bedienungsanleitung aufgeführt, mehr geht nicht. Und wenn etwa bei der aktuellen Mercedes C-Klasse von 75 und beim VW Passat von 100 Kilo die Rede ist: Damit sind das Gewicht von Basisträger, Box und Ladung zusammen gemeint. Deshalb eignet sich der Kofferraum im ersten Stock eher für leichtes, voluminöses Gepäck. Die schweren Teile sind weit unten im Kofferraum am besten aufgehoben. Davon profitiert auch das Fahrverhalten des Fahrzeuges. Vor der Abfahrt ist ein kurzer Check zu empfehlen: Sitzt die Box fest? Sind alle Schließpunkte eingerastet und ist die Box abgeschlossen? Auch bei Pausen ist ein prüfender Blick nach oben angebracht.

"Mit einer Box auf dem Autodach muss sich der Fahrer auf ein verändertes Fahrverhalten seines Fahrzeuges einstellen", so Martin Kugele. Der höhere Schwerpunkt führe zu einer größeren Seitenneigung in Kurven, der Bremsweg verlängere sich und das Fahrzeug reagiere empfindlicher auf Seitenwind. Eine Tempolimit für Autos mit Box gibt es zwar nicht. Allerdings ist es laut des Experten empfehlenswert, nicht schneller als 130 km/h zu fahren.