Auto

Das Auto in der Hosentasche

Im Mobiltelefon steckt das ganze Auto. Jedenfalls führen spezifische Apps zum Fahrzeug. Sie informieren über den Standort und heizen dem Innenraum des Wagens ein. Aber nur wenn der Kunde das wünscht. Jetzt präsentiert Hersteller Skoda seine schöne neue Welt der Konnektivität des Automobils. Seit einem Jahr werkelt ein 30-köpfiges Kreativteam im tschechischen Digi-Lab und zaubert nun mit "Skoda Connect" die neueste Generation der Sicherheits- und Unterhaltungselektronik aus dem Hut.

Die Konnektivität des Fahrzeugs bedarf nun keines Sondereinbaus mehr, sondern gehört zur Serienausstattung. "Das Auto ist vorbereitet für die digitale Zukunft", frohlockt Peter Lorenzen, Leiter Digitalisierung, bei der Vorstellung der neuesten Elektronik-Feinheiten in Neu-Isenburg. "Ich habe mein Auto in der Hosentasche", sagt Lorenzen und spielt damit auf die Fülle an Informationen und Steuerungs-Möglichkeiten an, die mit Hilfe einer exklusiven App im Mobiltelefon stecken.

Aber auch an Bord befinden sich Knöpfe und Touchscreen-Felder, die teilweise mehr können als sich mancher Kunde erträumen oder erhoffen mag. Zu den besonders überzeugenden Details gehört die Notruftaste. Sie wählt nicht nur die Nummer des Rettungsdienstes, sondern übermittelt auch gleich den genauen Standort des Wagens und die Zahl der Personen, die in ihm sitzen und nach einem Unfall womöglich ärztlicher Hilfe bedürfen. Der entsprechende Knopf ist rot und befindet sich gut sichtbar im vorderen Teil des Dachhimmels. Ihn kann notfalls auch ein Passant bedienen, der Erste Hilfe leistet, sollten die Insassen dazu selbst nicht mehr in der Lage sein.

Mit dem Smartphone kann der Fahrer auch außerhalb des Autos einige Funktionen bedienen: Er kann es zum Beispiel von außen blinken und hupen lassen sowie die Heizung einschalten. Entscheidet sich der Kunde beim Autokauf für das Business-System, kann er alle möglichen Elektronik-Möglichkeiten drei Jahre lang nutzen. Die Verlängerung von Care Connect kostet 60 Euro pro Jahr, ein weiteres Jahr unlimitiertes Infotainment kostet 70 Euro. Der Notrufknopf "SOS" bleibt aber serienmäßig ein Autoleben lang aktiv. Alle Systeme werden regelmäßig gewartet.

Die Notruffunktion ist zweisprachig ausgelegt. Das heißt: Befindet sich der Fahrer mit seinem Auto im Ausland, wird er nicht nur mit den Rettungskräften des Landes verbunden, sondern auch mit einem Dolmetscher. "Wenn Sie im Ausland in Not geraten, haben Sie durch den Notruf immer zu jemanden Kontakt, der Deutsch mit Ihnen spricht", betont Lorenzen. Und in den eigenen vier Wänden kann bald die virtuelle Auskunfts-Dame "Alexa" sagen, wo man seinen Skoda geparkt hat oder ob er gerade mit anderen Leuten unterwegs ist.

Unternehmensberater und Konnektivitäts-Experte Dr. Gabriel Seiberth, Manager bei Accenture, sieht das vernetzte Auto auf dem Vormarsch. "Ab 2020 haben alle neu produzierten Autos serienmäßig Connectivity an Bord." Von Kundenseite gebe es steigende Zustimmung und immer weiter verbreitete Nutzung dieser Funktionen. Durch verbesserte digitale Infrastrukturen würden noch komplexere mobile Dienste hinzukommen.

Um mit dem Skoda die heute verfügbaren Dienste nutzen zu können, bedarf es einer App, die im Skoda Connect Portal kostenlos heruntergeladen werden kann. Die Möglichkeiten sind vielfältig und reichen von der proaktiven Parkplatzsuche bis zur Vernetzung mit Carsharing-Plattformen. Skoda-Fahrer, die sich nicht so sehr für die Konnektivität erwärmen können, bleiben von der Elektronik unbehelligt. In einigen Modellen gibt es auch noch den guten alten CD-Player - natürlich neben all den heute so populären Online-Musik-Diensten. Für jeden Technik-Geschmack ist etwas dabei, wobei vor allem die SOS-Taste jeden Kunden überzeugen dürfte.