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Der Sanierungsplan der Deutschen Bahn

Archivartikel

Die Bahn kommt. Das jedenfalls verspricht das Unternehmen vollmundig in der Werbung. Doch künftig müssen Reisende viel Geduld aufbringen. Denn die Deutsche Bahn führt umfassende Sanierungen durch. Und dafür müssen ICE-Routen monatelangen gesperrt werden.

Die Deutsche Bahn erneuert die rund 27 Jahre alten Schnellfahrstrecken Hannover-Würzburg und Mannheim-Stuttgart grundlegend, wie das Unternehmen mitteilte. Das Sanierungsprojekt behindert den bundesweiten Zugverkehr in Etappen bis ins Jahr 2023, berichtet "tagesschau.de.

Zahlreiche Fernzüge müssen umgeleitet werden, die Fahrzeiten zwischen den betroffenen Städten verlängern sich während der Bauarbeiten um 30 bis 45 Minuten. Auch Fahrgäste auf anderen Strecken werden länger unterwegs sein. Zu diesen Routen gehören zum Beispiel Hamburg-Frankfurt, Berlin-Frankfurt und Frankfurt-München.

Die Sanierung sei unvermeidbar, betont die Bahn und wirbt um Verständnis. Die beiden ICE-Strecken seien seit ihrer Eröffnung 1991 im Dauerbetrieb. Auf der etwa 327 Kilometer langen Trasse zwischen Hannover und Würzburg fahren täglich 110 Fernzüge mit rund 42.000 Reisenden durch Niedersachsen, Hessen und Bayern, außerdem im Durchschnitt 26 Güterzüge. Noch höher ist Belastung auf den 99 Kilometern von Mannheim nach Stuttgart: Dort verkehren jeden Tag 185 Fernzüge mit 66.000 Fahrgästen, hinzu kommen 24 Güterzüge.

"Wir müssen jetzt grundlegend ran, um die Qualität der Schnellfahrstrecke für künftige Generationen zu gewährleisten", sagt der Leiter des Sanierungsprojekts Hannover-Würzburg, Hannes Tesch. Bei den Bauarbeiten werden Gleise, Weichen, Schotter, aber auch Oberleitungsmasten sowie die Strom- und Sicherungstechnik erneuert.

Und die Sanierung wird nicht ganz billig. Für die Arbeiten von Hannover bis Göttingen hat die Bahn 175 Millionen Euro veranschlagt. Die Sanierung der gesamten Strecke von Hannover nach Würzburg soll 640 Millionen Euro kosten. Die Trasse Mannheim-Stuttgart wird für 185 Millionen Euro erneuert.