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Test Jaguar E-Pace Erstes Kompakt-SUV der Traditionsmarke geht mit attraktivem Design und leistungsstarken Motoren auf Beutezug

Design und Dynamik im Dialog

Spät, aber nicht zu spät, hat der Jaguar E-Pace seinen Beutezug im SUV-Segment begonnen. Sanft und geschmeidig, wild und aggressiv – die Raubkatze bietet Design und Dynamik im Dialog.

Der kleine Bruder des F-Pace präsentiert sich eigenständig und doch als echter Jaguar. Das Design übernimmt außen wie innen Anleihen des Sportwagens F-Type und bietet gleichzeitig ausreichend viel Platz für fünf Personen samt Gepäck.

Prunkstück ist die typische Jaguar-Schnauze mit dem massiven Kühlergrill. Muskulöse Proportionen, kurze Überhänge sowie die geschwungene Dachlinie stellen zusammen mit der charakteristischen Seitenfenster-Grafik die Sportwagen-DNA zur Schau. Der E-Pace steht extrem selbstbewusst auf der Piste – erst recht mit 21-Zoll-Felgen, die es optional gibt. Luxusambiente im Innenraum, gepaart mit viel Platz und stilgerechten Elementen, machen den Gesamteindruck rund.

Bei den Motoren legt Jaguar Wert auf hohe Effizienz. Benziner und Diesel mit zwei Litern Hubraum stehen zur Wahl. Die Vierzylinder decken ein Leistungsspektrum zwischen 150 und 300 PS ab.

Im Test zeigte der Diesel mit 240 PS seine sanfte Seite, ließ aber auch die Raubkatze raus. Gemütliches Cruisen mit hoher Laufruhe, sattes Beschleunigen mit passendem Sound – der E-Pace kann beides. Dabei liegt er jederzeit gut auf der Straße und wird „auf der Jagd“ zum gierigen Kurvenfresser – jede Menge Fahrspaß inklusive.

Bis auf die Einstiegsversion mit Sechsgang-Schaltgetriebe und Frontantrieb bietet Jaguar den 4,40 Meter langen E-Pace mit Allradantrieb und Neunstufen-Automatik an. Serienmäßig in den beiden Top-Motorisierungen installiert ist „Active Driveline“. Ein Allrad-System mit gleich zwei elektronisch gesteuerten Lamellenkupplungen.

Die Preise für den E-Pace starten bei 35 625 Euro für den Basis-Diesel. Mit den Ausstattungslinien S (ab 40 475 Euro), SE (ab 48 975 Euro) und HSE (ab 53 675 Euro) geht es dann stramm nach oben.

Technisch hat der E-Pace das Komplettprogramm auf der (Aufpreis-)Liste. Im wahrsten Wortsinn ein „Highlight“ sind etwa die Matrix-LED-Scheinwerfer. Diese sind mit Fernlicht samt Abblend-Automatik und adaptivem Beleuchtungssystem ausgestattet. Das System maximiert die Anzahl der im Bereich des Gegenverkehrs mit Fernlicht ausgeleuchteten Abschnitte, indem es den Lichtkegel in kaum wahrnehmbare vertikale Streifen aufteilt.

Erstklassige Sicht

Dadurch wird nicht nur eine erstklassige Sicht gewährleistet, sondern auch ein Schatten auf die entgegenkommenden Fahrzeuge geworfen. Deren Fahrer werden also nicht geblendet. Anfangs traut man dem Braten zwar nicht so recht, aber die Technik ist ausgefeilt und arbeitet beeindruckend präzise.

Sicherheit und Präzision vereinen auch das Fahrassistenz- (969 Euro) sowie das Parkhilfe-Paket (684 Euro) in sich. Darin enthalten ist zum einen adaptive Geschwindigkeitsregelung mit Stauassistent, Toter-Winkel-Spurassistent inklusive Annäherungssensor und Notfall-Bremsassistent, zum anderen Kollisionswarnsystem bei Rückwärtsfahrten, Parkassistent und 360 Grad-Einparkhilfe.

Zur Serienausstattung gehören unter anderem das Infotainmentsystem Touch Pro, Rückfahrkamera, Fußgängerairbag und ausgewählte Fahrassistenzsysteme wie Spurhalte- und Aufmerksamkeitsassistent, Verkehrszeichenerkennung, Geschwindigkeitsregelung mit -begrenzer sowie Einparkhilfe vorne und hinten.

Auf der Suche nach besonders pfiffigen Extras lassen sich die Autohersteller ja immer wieder etwas Neues einfallen. Oft Dinge, die die Welt nicht braucht. Jaguar bietet mit seinem optional erhältlichen „Activity Key“ jedoch eine technische Spielerei an, die sich als sehr nützlich erweisen kann. Es handelt sich um ein Armband, dass spontan an den klassischen Spint-Schlüssel aus dem Schwimmbad erinnert und im Prinzip auch genau die Funktion hat. Wer den „Activity Key“ aktiviert, kann den Autoschlüssel im Fahrzeug lassen. Das robuste und wasserdichte Armband übernimmt dessen Funktion.

Man kann also bequem bummeln, joggen oder schwimmen gehen, ohne sich Gedanken darüber machen zu müssen, wo man den dicken Schlüssel sicher verstaut. Mit dem Armband muss nur die Heckklappe berührt werden, um das Fahrzeug zu ver- oder entriegeln und den herkömmlichen Schlüssel zu de- oder reaktivieren. Echt eine feine Sache.

Durchaus durchdacht ist auch das Thema Laderaum. Zwar setzt das Design hier gewisse Grenzen und die Ladekante liegt recht hoch. Die maximale Breite des Laderaums von 1,30 Meter macht es aber möglich, auch große Gegenstände zu verstauen. Im E-Pace ist damit genug Platz, um einen Kinderwagen samt Zubehör zu transportieren. Dank des Kofferraumvolumens von bis zu 577 Litern können ohne Weiteres zwei mittelgroße Koffer und drei Taschen in Handgepäckgröße im Fahrzeug untergebracht werden.