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Die mid-Zeitreise: Der Renn-Porsche Typ 917 wird 50

Am 17.März 1969 berichtete der Motor-Informations-Dienst (mid) im 18. Jahrgang über die Neuvorstellung des Porsche Typ 917.

Ultraschneller Renn-Porsche

Der neue in Genf vorgestellte Porsche Typ 917 - als Rechtslenker ausgeführt - ist ein 4,5 Liter 12-Zylinder Sportwagen mit 520 PS, 5-Gang-Getriebe, der es auf 320 km/h bringt. Sein Gitterrohrrahmen besteht aus Präzisionsleichtmetallrohr, er ist mit Motor, Hinterachse und Vorderachse verschraubt. Die festen Karosserieteile sind mit dem Rahmen durch Glasfasermatten und Polyesterharz verbunden. Für Hochgeschwindigkeits-Rennstrecken mit Höchstgeschwindigkeiten über 240 km/h kann der Porsche 917 mit einem Höchstgeschwindigkeitsheck gefahren werden. "Flossen" am Heck dienen dabei der Stabilisierung.

Einzelradaufhängung vorne und hinten

Die Vorderräder sind einzeln an Querlenkern aufgehängt, dazu Schraubenfedern, doppeltwirkende Stoßdämpfer und querliegender Stabilisator. Die Lenkung ist eine direktwirkende Zahnstangenlenkung. Auch an der Hinterachse findet man Einzelradaufhängung an Querlenkern und Schraubenfedern, doppeltwirkende Stoßdämpfer und querliegenden Stabilisator. Die Bremsanlage ist als Zweikreis-Scheibenbremse ausgeführt. Alle 4 Bremsscheiben sind innenbelüftet.

Luftgekühlter 12-Zylinder-Boxermotor

Das Getriebe ist vollsynchronisiert und besitzt fünf Vorwärtsgänge und einen Rückwärtsgang. Getriebe und Sperrdifferenzial sind in einem Gehäuse zusammengebaut. Der luftgekühlte 12-Zylinder-Boxermotor hat einen Hubraum von 4.495 ccm. Das Kurbelgehäuse, die Zylinderköpfe und die Zylinder sind aus Leichtmetall. Die Laufflächen der Zylinder sind hartverchromt. Die hängend angeordneten Ventile werden über Tassenstößel von je zwei obenliegenden Nockenwellen angetrieben. Drei elektrische Kraftstoffpumpen fördern den Kraftstoff zu einer 12-Stempel-Doppelreihenpumpe. Die Zündanlage ist transistorisiert und als Doppelzündung ausgeführt.

Nur für ausgesuchten Käuferkreis

Der Preis des Wagens, ohne Mehrwertsteuer, stellt sich ab Werk auf 140.000 DM. Er ist in seiner Höhe darauf zurückzuführen, dass er nur in einer kleinen Stückzahl gebaut werden wird, denn nur ein kleiner Kreis von ausgesuchten Rennställen und -Fahrern wird in der Lage sein, den ultraschnellen Typ 917 einzusetzen. Mit ihm bringt Porsche erstmals seit den Zeiten, da das Stuttgarter Konstruktionsbüro für die Auto Union und später für Cisitalia Rennwagen mit 12-Zylinder-Triebwerk entwarf, und erstmals seit der Produktionsaufnahme des Porschewagens im Jahre 1949, einen großvolumigen 12-Zylinder-Motor mit einem Hubraum von 4.500 ccm heraus. An den entscheidenden Porsche-Merkmalen wie Boxeranordnung der Zylinderreihen und Luftkühlung hat man dabei konsequent festgehalten.

Am 28.April 1969 berichtete der Motor-Informations-Dienst (mid) zum gleichen Thema:

Nachdem die technische Abnahme des Porsche 917 bereits am 20. März erfolgte, sind bis zum 20. April die zur Homologation erforderlichen 25 Wagen des Typs 917 fertiggestellt worden, so dass die Kommission der FIA sie im Werk abnehmen konnte. Damit ist der Porsche 917 ab 1. Mai 1969 als Sportwagen homologiert und wird voraussichtlich am 11. Mai bereits sein Debüt beim 1000 Kilometer Rennen von Spa geben.

Original Archiv Motor-Informations-Dienst / mid