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Ein Porsche wird 75

Archivartikel

Er trägt einen legendären Namen: Dr. Wolfgang Porsche, Enkel des Unternehmens-Gründers Dr. Ferdinand Porsche. Jetzt wird der Familien-Spross und Aufsichtsratsvorsitzende der Firma 75 Jahre alt. Der in Stuttgart geborene jüngste Sohn von Dorothea und Ferry Porsche gehört bereits seit 1978 - also seit 40 Jahren - dem Aufsichtsrat des Sportwagenherstellers an.

"Wolfgang Porsche ist nicht nur Namensträger unserer Marke, er ist auch die sympathische Identifikationsfigur unseres Unternehmens", sagt Oliver Blume, Vorstandsvorsitzender der Porsche AG. "Er war da, wann immer es nötig war, er ist der Firma treu zur Seite gestanden in guten wie in schlechten Zeiten. Dafür bewundern wir ihn, dafür schätzen wir ihn, dafür gehört ihm unser ganzer Respekt."

Wolfgang Porsche hat in den vergangenen Jahrzehnten alle wesentlichen Entscheidungen des Unternehmens maßgeblich beeinflusst. Hierzu zählen die strategische Neuausrichtung und Sanierung der Porsche AG im Jahr 1992, die Erweiterung des Produktportfolios um zahlreiche neue Modelle und Baureihen wie den Boxster, Cayenne, Panamera, Macan und künftig den Elektrosportwagen Mission E sowie die Beteiligung an Volkswagen im Jahr 2005. Heute hält die Porsche SE 52,2 Prozent der Stammaktien der Volkswagen AG und gilt damit als deren Ankeraktionär.

Geboren wurde Wolfgang Porsche am 10. Mai 1943 in Stuttgart. Die ersten sechseinhalb Lebensjahre verbrachte er auf dem "Schüttgut" in Zell am See in Österreich, dem Gutshof seines Großvaters Ferdinand Porsche. 1950 kehrte die Familie nach Stuttgart zurück. 1965 absolvierte er an der Odenwald-Schule das Abitur. Anschließend studierte er an der Hochschule für Welthandel in Wien und schloss ein Studium als Diplom-Kaufmann ab. 1973 wurde er zum Doktor der Handelswissenschaften promoviert.

Seine berufliche Karriere begann er als selbstständiger Unternehmer: Als geschäftsführender Gesellschafter der Firma Jamoto wurde er Generalimporteur für Yamaha-Zweiräder in Österreich und Ungarn. Seit 1976 arbeitete er in Stuttgart für die damalige Daimler-Benz AG fünf Jahre als Vertriebsmanager in unterschiedlichen Bereichen. 1978 wurde er in den Aufsichtsrat der Porsche AG berufen und unterstützte seither seinen Vater Ferry Porsche in der Sportwagenfirma.

Nach dem Tod seines Vaters 1998 wurde er von der Porsche-Familie zum Sprecher gewählt. Im Januar 2007 übernahm er den Vorsitz des Aufsichtsrates der Porsche AG. Mit Gründung der Porsche Automobil Holding SE im Juni 2007 wurde er auch zum Aufsichtsratsvorsitzenden dieser Gesellschaft gewählt. Seit dem 24. April 2008 gehört er darüber hinaus dem Aufsichtsrat der Volkswagen AG sowie seit dem 10. Mai 2012 dem Aufsichtsrat der Audi AG an.

Wolfgang Porsche lebt heute in Salzburg und auf dem "Schüttgut" in Zell am See. Er hat vier Kinder und vier Enkelkinder. Im Salzburger Land betreibt er einen alpenländischen Bio-Bauernhof mit rund 200 Rindern. Seit früher Jugend begeistert er sich darüber hinaus für die Sportwagen seines Unternehmens. Aus dieser Leidenschaft entstand im Laufe der Jahrzehnte eine Sammlung seltener Porsche-Fahrzeuge, die er auch regelmäßig selber fährt.

Seine Hauptaufgabe sieht Wolfgang Porsche auf weiterhin darin, das Werk seines Vaters Ferry und seines Großvaters Ferdinand in deren Sinne fortzuführen und die Interessen der Familienmitglieder auszugleichen und zusammenzuführen.