Auto

Elektrische Antriebe in ihrer ganzen Vielfalt

Der Anblick spricht für sich, ist beeindruckend, erstaunlich. Er lockt und fasziniert auf eine ganz besondere Art und Weise. Denn die ZF Friedrichshafen AG hat für ein besonderes "Familienfoto" praktisch alles versammelt, was sich bewegt: Von klein bis groß, von langsam bis schnell, von einem E-Bike bis zu einem Formel-E-Renner. Und überall sind elektrische Antriebe des Technologiekonzerns drin. Die ganze Palette also, die breite Vielfalt, die der Konzern beim Thema Elektromobilität zu bieten hat. Schließlich ist ein Antriebskonzept ohne Elektrifizierung heute kaum noch vorstellbar. Die Automobilbranche nimmt wie elektrisiert immer mehr Fahrt in Richtung Hybridisierung oder rein elektrisches Fahren auf. Die ZF Friedrichshafen AG ist an dem schnell wachsenden Markt seit Längerem sehr erfolgreich unterwegs. "Die Elektrifizierung des Antriebs ist nicht mehr aufzuhalten. Dafür entwickeln und liefern wir Kernkomponenten sowie komplette Systeme für alle Fahrzeugarten", betont Jörg Grotendorst, Leiter der ZF-Division E-Mobility.

Das fängt schon bei den Kleinsten an: ZF arbeitet mit zwei anderen Partnern in der neu gegründeten Sachs Micro Mobility Solutions GmbH an Antriebs- und Bremssystemen für Pedelecs und E-Bikes. Denn der Markt wächst, 2017 wurden 720.000 E-Bikes verkauft, fast 20 Prozent mehr als im Vorjahr.

Je größer die Fahrzeuge, desto spannender und breiter gefächert sind die Möglichkeiten. Beim Hybrid-Pkw gibt es diverse Möglichkeiten, wie ein Verbrenner mit einem Elektromotor zusammenarbeiten kann. Durch das ZF-Hybridmodul zum Beispiel, das im 8-Gang-Automatgeriebe 8P unterkommt, gibt es mindestens 20 Kilowatt elektrische Extraleistung. Die Plug-in-Hybridversion des 8P leistet sogar bis zu 90 kW, was das Auto bis zu 120 km/h schnell elektrisch fahren lässt - und dazu rund 50 Kilometer weit. Seinen Einsatz findet auch das 8-Gang-Doppelkupplungsgetriebe 8DT. Das Getriebe ist mit einem modularen Baukastensystem sowohl für den konventionellen, als auch den elektrifizierten Antriebsstrang vorgesehen und bietet 100 kW elektrische Leistung.

Für die Elektrifizierung des Pkw via Achse gibt es die "mSTARS" (modular Semi Trailing Arm Rear Suspension). Eine Leistung von bis zu 150 kW schafft die Grundlage für vollelektrische Fahrzeuge, daneben kann der elektrische Achsantrieb in Kombination mit einem verbrennungsmotorischen Vorderradantrieb Fahrzeuge in Achs-Hybride und Allradler verwandeln. Hinzu kommt: Im neuen Konzeptfahrzeug mit "eAMT" (electrified Automated Manual Transmission) gibt es damit keine Vortriebspausen während der Gangwechsel mehr, sondern einen stetigen Vortrieb. Der E-Achsantrieb kann aber noch mehr: Er bewegt als Alleinantrieb Kleinbusse, wie den auf automatisiertes Fahren ausgelegten "e.GO Mover", der 2019 in Serie gehen soll.

Es geht aber noch weitaus größer: Die Elektroportalachse "AxTrax AVE" kommt mit zwei elektrischen Maschinen mit je 125 kW in Niederflurbussen zum Einsatz, in Gelenkbussen sind es wie in Teilen der ÖPNV-Busflotten von Stuttgart, Mannheim und Bonn sogar zwei "AxTrax AVE". Mit "CeTrax" lässt sich schweres Gerät sogar ausschließlich elektrisch fahren. Der Zentralantrieb für Nutzfahrzeuge kommt auf eine Leistung von 300 kW, die kleinere Version "CeTrax lite" auf 150 kW für leichte Nutzfahrzeuge bis 7,5 Tonnen Gesamtgewicht. "TraXon" wiederum ist ein automatisches Getriebesystem, das die Hybridisierung von Nutzfahrzeugen ermöglicht. Damit können auch 40-Tonner teils elektrisch fahren - und etwa auf einem Betriebshof nur mit Strom manövriert werden. Was Arbeitsmaschinen betrifft, sorgen die "eTRAC"-Antriebe für vollelektrische Systemlösungen, bieten daneben aber auch diverse Hybridoptionen. Ein Beispiel: Der elektrische Radkopf "eTRAC-GPE 50" unterstützt beim ZF Innovation Tractor mit einer Leistung von bis zu 2 x 60 kW aus dem Anhänger, wenn der Traktor seine Grenzen erreicht.

Auch im Motorsport ist die E-Mobilität ein wichtiger Faktor, eine Serie ist bereits seit Jahren vollelektrisch unterwegs: Die Formel E, die im Dezember in ihre fünfte Saison startet. ZF arbeitet in der Elektroserie mit dem Team Venturi zusammen und geht zur Saison 5 mit Venturi mit einem komplett neuen und selbst entwickelten Antriebsstrang an den Start.