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EU verhängt Strafzölle für China-Pneus

Archivartikel

Strafzölle sind derzeit in aller Munde, allerdings zumeist in Verbindung mit US-Präsident Donald Trump. Jetzt hat auch die Europäische Union zu diesem Mittel gegriffen: Lkw- und Busreifen aus China wurden mit vorläufigen Anti-Dumpingzöllen belegt.

Mit der EU-Verordnung 2018/683 (In Kraft getreten am 7. Mai) verhängt die EU Strafzölle zwischen 52,85 und 82,17 Euro pro Reifen bei Einführung in den EU-Wirtschaftsraum. Die Maßnahme gilt zunächst sechs Monate lang, könnte aber auf drei Jahre verlängert werden und dann auch rückwirkend für Produkte gelten, die ab Februar in die EU gelangt sind.

Hintergrund für diese Maßnahme sind die niedrigen Preise für Reifen chinesischer Hersteller, die dafür sorgen, dass die europäische Runderneuerungsindustrie für Reifen ins Straucheln gerät. Das belegt die Ernst & Young-Studie "Der sozio-ökonomische Einfluss der Runderneuerung von Lkw-Reifen in Europa - Kreislaufwirtschaft von Reifen in Gefahr" von 2016, wonach der Umsatz der Branche in Ländern wie Deutschland, Frankreich und Italien seit 2010 um 20 Prozent gesunken sei. Warum aufbereitete Reifen kaufen, wenn neue aus China billiger sind? Die Runderneuerungsindustrie sei ein auf Nachhaltigkeit ausgerichteter Wirtschaftskreislauf im Nutzfahrzeugreifenbereich und damit auch im Sinne der Umwelt. Es sei zu hoffen, dass die festgesetzten Maßnahmen den runderneuerten Reifen wieder zu fairen Wettbewerbsverhältnissen verhelfen, sagt Hans-Jürgen Drechsler, Geschäftsführer des Bundesverbandes Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk.