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Test Audi Q 5 Sport 3.0 TDI quattro Neue Generation des erfolgreichen Sport Utility Vehicles / Drei-Liter-Diesel mit üppigen 630 Nm Drehmoment

Express-SUV mit dem Platz der Mittelklasse

Ein Generationswechsel ohne Paukenschlag beim Design: Audi hat die Neuauflage seines Q 5 optisch nur fein überarbeitet und sich stattdessen auf technische Verbesserungen fokussiert.

Er kommt ein wenig höher und eine Winzigkeit schmaler daher. Chapeau, wer daran erkennt, dass Audi sein erfolgreiches Sport Utility Vehicle Q 5 in den nächsten Modellzyklus gehoben hat. Doch auch an der Gürtellinie und dem Kühlergrill, die minimal kantiger ausgefallen sind, oder an den geänderten Lichtern machen nur Kenner auf den ersten Blick aus, dass Audi nicht lediglich den Produktionsstandort – jetzt in Mexiko – geändert hat.

Wer in die neue Q 5-Welt eintauchen will, muss unter das Blech schauen. Am besten auch hier mit wachem Blick. Was die Ingenieure sich alles haben einfallen lassen, zeugt von einer in manchen Aspekten nur noch schwer nachvollziehbaren Detailverliebtheit auf dem Weg zu noch größerer Perfektion. Oder für wie wichtig halten Sie es, dass die rein digitalen Instrumente versuchen, durch eine kaum wahrnehmbare Verzögerung den Lauf der Zeiger von mechanischen Messgeräten nachzuahmen? Zwangsläufig verliert man sich in Kleinigkeiten, wenn es im Großen und Ganzen wenig zu verbessern gibt. Das Verarbeitungsniveau des aktuellen Q 5 hat seinem Vorgänger wenig zuzusetzen. Wozu auch? Schon der war in der Qualität und im Ensemble der Materialien dort angelangt, wo kaum Wünsche offenbleiben.

Die Nüchternheit der Gestaltung, die sich auf das Wesentliche beschränkt, nämlich die Funktion hochwertig, aber ohne Schnickschnack zu verkleiden, ist eine Disziplin, die Audi meisterhaft beherrscht. Was es zu bedienen gibt, sitzt dort, wo man es erwartet, solange es mit Schaltern und Knöpfen zu erreichen ist. Für die Bedienung der Menüs und Untermenüs in der Bordcomputersteuerung braucht man ein wenig Gewöhnung. Vor allem deshalb, weil Audi auf eine Touchscreenfunktion verzichtet.

Und es gibt viel zu entdecken im Q 5. Vor allem dann, wenn man tief in die Tasche greift, um die grundsätzlich gute Basisausstattung zu vervollkommnen. Beim Testwagen hat es Audi auf die Spitze getrieben. Der Q 5 Sport 3.0 TDI quattro kostet bereits 57 150 Euro. Wer dann von A wie „Azorengrün metallic“ bis V wie „Vordersitze elektrisch einstellbar“ aus dem Vollen schöpft, landet bei stolzen 87 795 Euro.

Immerhin kommt man dann in den Genuss der 1950 Euro teuren adaptiven Luftfederung – ein uneingeschränkt empfehlenswertes Extra, das dem Q 5 zu einer im Charakter nuancierten Abstimmung verhilft, ihn aber außerdem zu vier Zentimeter mehr Bodenfreiheit verhilft, sollte man Ausflüge ins Gelände zu den normalen Einsatzorten seines Autos zählen. Der mechanische Allradantrieb mit voll sperrendem, elektronischem Mitteldifferential jedenfalls hätte nichts dagegen einzuwenden.

Viel häufiger jedoch wird man mit dem Mittelklasse-SUV auf befestigten Wegen unterwegs sein. Dort macht die Luftfederung das hoch bauende Gefährt zu einem erstaunlich neutralen Kurvengleiter. Der Q 5 ist stabil bis in den Grenzbereich, gleicht Fliehkräfte ohne Wanken aus und lässt sich mit seiner direkt, aber etwas rückmeldungsarmen Lenkung fein um die Ecken zirkeln.

Unebenheiten beunruhigen das SUV wenig. Davon völlig unberührt bleibt es hingegen nicht. Im Sportmodus rollt der Q 5 sogar leicht hölzern über Rillen und Fugen hinweg.

Wobei der Sportmodus trotzdem noch so viel Komfort bewahrt, dass er durchaus zum bevorzugten Fahrwerksprogramm wird.

Der Drei-Liter-Diesel sorgt für eine angemessene Beschleunigung bei forcierter Fahrweise. Die hohe Leistung von 286 PS und das üppige Drehmoment von 620 Nm versprechen einen explosionsartigen Vortrieb, doch die Entfesselung dieser Kraft geschieht stattdessen völlig unspektakulär. Wenn man das Gaspedal voll durchtritt, kommt nicht der Dampfhammer, der einen in die gut geschnittenen und bequemen Sitze presst, sondern eher der Effekt des Gummibandes. Der Q 5 zieht kraftvoll und fast unaufhaltsam bis über 200 km/h an. Aber er schüttelt diese Kraft ohne Spektakel aus dem Ärmel. Wenn man Vortrieb per Kickdown einfordert, kann es sogar sein, dass sich die früh hochschaltende Achtgang-Wandlerautomatik erst einmal etwas Zeit nimmt, um in der Übersetzung nach unten zu wandern. Die Beschleunigungswerte zeigen, dass der geschilderte subjektive Fahreindruck zu einem objektiv sehr schnellen SUV gehört. Es vergehen nur 5,8 Sekunden, ehe die fast zwei Tonnen auf 100 km/h beschleunigt sind. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 237 km/h. Dass sich der Testverbrauch bei 9,2 Litern einpendelte, ist sicher auch der Tatsache geschuldet, dass es wenig Landstraßentouren im Bummeltempo gab.

Der Ingolstädter Express-SUV ist nicht nur schnell, sondern mit seinen modernen Assistenzsystemen so sicher, wie es der Stand der Technik ermöglicht. Und praktisch ist er obendrein. Die hohe Sitzposition ist für viele ein Grund, zu einem solchen Fahrzeug zu greifen. Die Variabilität und das Platzangebot addieren sich dazu.

Vier Erwachsene sind sehr, fünf ausreichend bequem im Q 5 unterwegs. Und hinter die verstellbare Rückbank passen noch 550 Liter Gepäck.