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Im Test Suzuki bietet den Swift in sechster Generation an / Wieder gibt es den Kleinwagen auch mit Allradantrieb

Geschrumpft - und doch größer

Archivartikel

Bensheim.Herr Rossi ist eine Figur des italienischen Trickfilmers Bruno Bozzetto - und spielte zwischen 1960 und 1977 in Kurzfilmen die Hauptrolle. Darin ging es das ein oder andere Mal auch auf Reisen. Was hat das mit dem Test des neuen Suzuki Swift zu tun? Herr Rossi hatte einen Wohnwagen, der von außen putzig klein war, innen aber gewaltige Dimensionen hatte.

Seit 1983 gibt es den Swift, nun in der sechsten Generation. Und entgegen dem Trend, jede Überarbeitung für einen Wachstumsschub zu nutzen, hat Suzuki den Stadtflitzer schrumpfen lassen - und zwar um einen Zentimeter in der Länge und drei in der Höhe. Umso bemerkenswerter ist, dass er innen trotzdem mehr Platz bietet. Dank eines um zwei Zentimeter gewachsenen Radstands sitzen die Passagiere auf allen Plätzen bequemer. Das Kofferraumvolumen ist gar um 54 Liter gewachsen: Jetzt fasst das Gepäckabteil des 3,84 Meter langen Swift 265 Liter.

Mit seinem kuppelartigen Dach und der breiten Schnauze macht der Swift ein bisschen auf Mini. Die Griffe der hinteren Türe sind in der C-Säule versteckt. Das hat Alfa Romeo zwar schon vor Jahren auch gemacht, der Trick ist trotzdem immer noch gut. Der Suzuki erscheint dadurch kompakter, es wird ihm etwas Coupé-ähnliches verliehen.

Innen dominieren klare Linien, allerdings auch viel Hartplastik. Das Raumgefühl ist für ein Fahrzeug dieser Klasse herausragend, vier Erwachsene fühlen sich auch auf mittleren Distanzen wohl. Dass sie dabei auf sehr weichen Sitzen Platz nehmen müssen, schmälert das Fahrerlebnis nicht, denn das Gestühl ist entgegen der ersten Vermutung recht bequem.

Rund eine Tonne Gewicht sind im Zeitalter von immer mehr technischen Finessen in den Fahrzeugen ein erwähnenswert geringer Wert. Hier - so sollte man meinen - sind 90 PS für quirlige Fahrwerte ausrechend. Der Vierzylinder im Testwagen wirkt aber müde. Das Fahrwerk ist komfortabel, dank der breiten Spur rauscht der Suzuki mit einem guten Sicherheitsgefühl durch die Kurven. Bei Stadtfahrten schätzt der Fahrer die leichtgängige Lenkung, mit der sich der Kompaktwagen spielend dirigieren lässt, ebenso wie das Fünfgang-Getriebe, dem aber schon auf Landstraßenpassagen eine weitere Fahrstufe fehlt.

Topmodell mit 111 PS

Der Testwagen ist mit dem "Allgrip" genannten Allradantrieb ausgestattet. Eine Tradition, die Suzuki seit Jahrzehnten pflegt. Hier greift, beispielsweise bei feuchtem Fahrbahnbelag und dem Versuch, einen Kavalierstart hinzulegen, die Visko-Kupplung ein und leitet das überschüssige Drehmoment zur Hinterachse weiter. Im Alltag und für Stadtfahrten, auf denen der Swift vermutlich den Großteil seines Daseins zubringt, reicht auch der reine Frontantrieb. Mit Vierzylindermotor und 90 PS kostet der Swift mindestens 13 790 Euro. Das Topmodell ist ein Dreizylinder mit 111 PS, den es sogar als Hybrid-Variante gibt.

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