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High noon in Elvis-Town: Eine Straße für Mitsubishi

Archivartikel

Seit nun schon 60 Jahren ist die hessische Stadt Friedberg weltberühmt. Vor allem für Musik-Fans ist dieser Ort zu einer Pilgerstätte geworden. Denn in Friedberg trat 1958 ein junger G.I. namens Elvis Presley seinen Militärdienst an. Heute erinnert eine Statue an den King of Rock 'n' Roll.

Elvis war aber auch ein Auto-Narr. Insgesamt 14 Cadillac sollen zeitweise zu seinem umfangreichen Fuhrpark gehört haben. Als er seinen Militärdienst in Friedberg antrat, lernte Elvis auch die heimischen automobilen Produkte kennen und schätzen. Mit einem deutschen Freund unternahm er seinerzeit in einem Mercedes so manche Spritztour. Es gibt aber auch Bilder, die ihn in einer BMW Isetta zeigen. Einen Messerschmitt Kabinenroller hat der "King" ebenfalls gesteuert. Und vom BMW 507 leaste er angeblich zwei Exemplare.

Was liegt da näher für einen Autohersteller, als in der hessischen Gemeinde seine Deutschland-Zentrale zu beziehen? Das mögen sich die Verantwortlichen von Mitsubishi gedacht haben und zogen vom benachbarten Rüsselsheim nach Friedberg. Vielleicht gibt es bei dem japanischen Unternehmen ja auch einige Elvis-Fans. Jetzt war im neuen Quartier offiziell "Einweihung". Und als Willkommens-Gruß gab es von den Stadtvätern sogar eine eigene Straße für den Autobauer.

Die "Emil-Frey-Straße" ist ab sofort die erste Adresse für Mitsubishi Motors und Subaru in Deutschland. Doch wie kommt man zu einer eigenen Straße? Die einfache Erklärung: Die Stadt Friedberg würdigt mit der Umbenennung der früheren Mielestraße das Engagement der Emil Frey Gruppe in der hessischen Stadt, die seit dem Umzug von Mitsubishi aus Rüsselsheim nach Friedberg im Dezember 2017 Standort der Deutschland-Zentralen zweier traditionsreicher Automarken ist.

Ein entsprechender Vorstoß der Geschäftsführer Dr. Kolja Rebstock (Mitsubishi) und Christian Amenda (Subaru) fand bei Friedbergs Bürgermeister Dirk Antkowiak, sofort positive Resonanz. Klar: Die Straße säumen fast ausschließlich Büro-, Lager- und Werkstatt-Liegenschaften der von der Emil Frey Gruppe geführten Importmarken. Die Emil Frey Gruppe Deutschland wiederum ist ein Tochterunternehmen der gleichnamigen Schweizer Gruppe, die ihren Sitz in Zürich hat und einer der führenden Automobilimporteure und -Händler des Landes ist. In Deutschland ist die 1924 gegründet Gruppe seit mehr als 30 Jahren aktiv: ursprünglich als Importeur von Nischenprodukten.

Die Mitsubishi Motors Deutschland Automobile GmbH (MMD) wurde Anfang des Jahres 2014 mehrheitlich von der Emil Frey Gruppe übernommen. Sie steuerte zunächst von Rüsselsheim aus den Vertrieb und Service der Händlerschaft mit mehr als 600 Verkaufs- und Service-Standorten in Deutschland. Das europäische Entwicklungs- und Design-Zentrum von der Mitsubishi Motors Corp. (MMC) befindet sich in Trebur.

Mitsubishi ist nach eigenen Angaben der älteste Automobil-Serienhersteller Japans. 1917 fertigte das Unternehmen das serienfähige Modell A in Kobe, es wurde von einem 2,8-Liter-Vierzylinder mit 35 PS angetrieben. Mehr als 100 Jahre später steht nachhaltige Mobilität bei dem Autobauer an erster Stelle. Mit dem Elektrofahrzeug Mitsubishi Electric Vehicle gelang der Schritt in die E-Mobility, der Plug-in-Hybrid Outlander ist das erste SUV Plug-in Hybrid mit Allradantrieb, sagen die Mitsubishi-Bosse stolz.

Im Jahr 1977 begann in Rüsselsheim die Auslieferung der ersten Fahrzeuge mit den drei Diamanten im Kühlergrill. In der mittlerweile 40-jährigen Firmengeschichte von Mitsubishi Motors in Deutschland wurden insgesamt mehr als 1,7 Millionen Fahrzeuge verkauft. Heute sind rund 500.000 zugelassene Mitsubishi auf deutschen Straßen unterwegs, betont der Autobauer. Mitsubishi-Modelle werden in Deutschland von Händlern an mehr als 600 Vertriebs- und Servicestandorten vertrieben. Und wer weiß: Vielleicht hätte auch der "King" gefallen an diesen Autos gefunden.

Ralf Loweg / mid