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In aller Freundschaft: Seit 30 Jahren werden Autos geteilt

Archivartikel

Teilen macht glücklich. Doch beim Auto hört die Freundschaft meistens auf. Deshalb runzelten viele die Stirn, als sie zum ersten Mal das Wort "Carsharing" hörten. Den mobilen Begleiter mit anderen teilen - und das im Autoland Nummer eins: Kann das wirklich gutgehen? Ja, es kann! Und deshalb wird das Carsharing jetzt schon 30 Jahre alt.

Carsharing gibt es offiziell in Deutschland seit 1988. Denn in diesem Jahr wurde in Berlin ein Projekt namens "stadt-Auto" gegründet, aus dem 1990 Deutschlands erste "richtige" Carsharing-Firma, die STATTAUTO GmbH, hervorging. Heute gibt es in ganz Deutschland mehr als 160 Carsharing-Organisationen. Sie bieten Carsharing an rund 600 verschiedenen Orten im ganzen Bundesgebiet an. Die Spannweite reicht vom Carsharing-Verein über Genossenschaften und mittelständische Firmen bis hin zu den Ablegern multinationaler Konzerne. Die wohl bekanntesten sind DriveNow (BMW) und Car2Go (Daimler).

DriveNow zieht angesichts des 30. Jubiläums des Carsharings in Deutschland Zwischenbilanz: Während die Nutzerzahlen beim stationsbasierten Carsharing kontinuierlich gestiegen sind, ist mit der Entwicklung des Free-Floating-Modells (flexibles Carsharing anstatt fester Stationen) vor etwa acht Jahren ein massiver Wachstumsschub festzustellen, sagen die Experten. Perspektivisch rechnet DriveNow damit, dass in zehn Jahren ein Drittel aller Fahrten über geteilte Mobilität erfolgt.

Bis heute wuchs der stationsbasierte Carsharing-Markt in Deutschland auf 535.000 Kunden. Durch den Eintritt der Free-Floating-Modelle erfolgte jedoch ein massiver Bedeutungszuwachs für die geteilte Mobilität. So stieg die Zahl der Kunden von Free-Floating-Carsharing in nur wenigen Jahren auf 1.575.000, was etwa 75 Prozent der insgesamt über zwei Millionen Carsharing-Kunden entspricht. "Das Free-Floating-Carsharing hat der Branche einen entscheidenden Wachstumsschub beschert", so Sebastian Hofelich, Geschäftsführer von DriveNow.

Angesichts des 30. Carsharing-Jubiläums hat DriveNow sechs Thesen zur Mobilität der Zukunft abgeleitet. "Wir gehen heute aufgrund verschiedenster Indikatoren davon aus, dass in zehn Jahren etwa ein Drittel aller Fahrten über geteilte Mobilität erfolgt", so DriveNow CEO Hofelich. Diverse Studien bestätigen, dass sich die starke Wachstumsdynamik beim Carsharing fortsetzt. Basierend auf der bisher erfolgten Entwicklung hätte alleine DriveNow an seinen deutschen Standorten in zehn Jahren einen Gesamtmarktanteil von etwa zehn Prozent der Personenkilometer.

Was den Preis von Carsharing angeht, prognostiziert DriveNow in seinem Thesenpapier langfristig eine Senkung der Kosten für die Endkonsumenten. "Insbesondere durch kontinuierliche Verbesserungen in der Flottensteuerung, bei der durch autonomes Fahren völlig neue Möglichkeiten entstehen, wird es zu einer weitaus stärkeren Auslastung von Carsharing-Autos kommen", sagt Hofelich.